Sonntag, 22. Januar 2017

Katholischer Chefredakteur wegen seiner Kritik an "Amoris Laetitia" eilig entlassen?

In solchen Fällen gilt: Aus der Ferne
traue ich mir wirklich kein abschließen-
des Urteil über den ungenehmen Vorfall zu; ich verlinke auf konservativ-katho-
lische Medien - und hoffe, dass es vielleicht Leser gibt, die mehr darüber wissen: Wie zu lesen ist, wurde der Chef-
redakteur des "Katholiek Niewsblad" unmittelbar vor Weihnachten vom Vor-

stand der katholischen Zeitung zum Gespräch einbestellt. Der 59-jährige Henk Rijkers arbeitete seit 20 Jahren für diese Zeitung, seit drei Jahren als Chefredakteur.
Wie behauptet wird, habe er sich öfter kritisch mit Papst Franziskus und "Amoris Laetitia" auseinander gesetzt; dabei habe er mehrfach Kritik am Kommunionempfang für wiederverheiratet Geschiedene geäußert.
Der Vorstand der Zeitung soll demnach der Meinung sein, dass ein Kurs-
wechsel zu "progressiven" Berichten erforderlich sei, und dafür sei dieser Chefredakteur nicht der richtige Mann.
So muss er bereits zum 1. Februar seinen Stuhl räumen. Gegenüber der Öffentlichkeit hält die Zeitung sich jetzt bedeckt und erklärt nur, "in Anbetracht der neuen Herausforderungen" sei dieser Schritt notwendig geworden.

Ich verlinke einfach mal - ohne Urteil über die Richtigkeit - zu diversen Quellen ---> HIER und HIER und HIER und HIER !
Ob das die feine Art ist, einen verdienten Mitarbeiter vor Weihnachten
auf die Straße zu setzen?

Hätte es da wirklich keinen Kompromiss gegeben?
Andererseits: Sowas passiert gerade in der Medienbranche häufiger:
Wenn den Besitzern/Herausgebern die Nase des Chefredakteurs nicht mehr passt, wird er mehr oder weniger geräuschlos in die Wüste geschickt. Da machen offenbar auch katholische Medien nicht unbedingt eine Ausnahme...
 


Kommentare:

  1. Diözesaner Bürohengst22. Januar 2017 um 12:56

    Ich denke, die Fakten sind ziemlich eindeutig.
    Der Chefredakteur hat sich mit seiner konservativen
    Kritik an Papst und Geschiedenen weit aus dem Fenster
    gelehnt - und hat nun die Quittung dafür bekommen.
    So sind nun mal die Spielregeln, auch bei der katho-
    lischen Kirche: Wer bezahlt, der bestimmt auch die
    Spielregeln!
    So geht es ja z.B. auch wiederverheiratet Geschiedenen,
    die in bestimmten Bereichen bei katholischen Unter-
    nehmen keinen Job bekommen können.
    Dem Chefredakteur muss ich vorhalten, dass er das hätte
    wissen können, er ist gewissermaßen sehenden Auges ins
    Messer gelaufen.

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    1. Das Blatt geht offenbar davon aus,
      dass es mehr Leser als bisher gewinnen kann,
      wenn es den bisherigen eher konservativen Kurs
      verlässt und mit wehenden Fahnen zu den Links-
      katholiken überläuft.
      Ob diese Rechnung aufgeht, darf man bezweifeln.

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    2. Mich beschleicht oft der Verdacht dass, je deutlicher die Mensche einer kruden Idee widersprechen, um so sturer verteidigt der Ideengeber seine Idee. Selbst wenn der katholischen Kirche die Gläubigen in Scharen den Rücken kehren, wird eine einmal eingeschlagene Richtung nicht geändert. Ohne Rücksicht auf Verluste. So handeln bockige Kinder auch. Traurig ist das.

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  2. Man sieht daran, daß die neokatholische Kirche längst das Pendant der neoliberalen Welt ist: Kein Anstand und kein Maß vermag dort mehr das Handeln zu lenken. So maßlos die neue Barmherzigkeit (mit wohlgefälligen Sünden) ist, so grausam werden in der neokatholischen Kirche sogar bürgerliche Standards unterboten. Und das ist hier kein Einzelfall, dies begegnet mir allenthalben. Schöne neue Welt! Sie legt jeden Tag neu Zeugnis ab über ihre Falschheit.

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  3. Da gibt es garnichts schönzureden und zu ver-
    muten. Dieser Rauswurf ist menschenunwürdig
    und wildester Kapitalismus pur.
    Und das in der katholischen Kirche.

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    1. Jajaja. Bei liberalen Kritikern an der Kirche sind Sie doch ganz schnell dabei mit der Forderung nach "Rauswerfen". Da bringen die Tradis immer gerne den Vergleich mit der freien Wirtschaft, wo man als Mitarbeiter auch zur Loyalität mit der Firmenleitung verpflichtet sei.
      Tradi-Logik pur.

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  4. Ganz unabhängig vom Lesermarketing des Verlags finde ich das gut, solchen Leuten Grenzen zu ziehen.

    Diese extrem aggressiven und beißwütigen Ätzer wie Rijkers, Noé, Kissler, Westen usw. schießen doch wie Pilze aus dem Boden und sind im letzten Jahrzehnt eine wahre Pest in der Kirche geworden. Einen Job oder irgendeine Plattform, wo sie sich austoben können, finden diese rechten Kampfmaschinen sowieso. Bestes Beispiel ist dieser engl. Diakon Nick Donnelly, der auch längst wieder online ist, obwohl ihm sein Bischof das Bloggen 2014 wegen zu hohem Aggressionslevel verbot.
    http://www.catholicherald.co.uk/news/2014/04/30/popular-blog-closed-down-by-bishop/

    Und dass Rijkers sich gleich bei LifeSiteNews ausheult, also offenbar schon Kontakte in diese extremistischen Ecken existierten, zeigt ja, wie er tickte. Unter offiziellem katholischen Label sollte es sowas nicht weiter geben können. Da sollte zur Not auch der friedliebende Mehrheitskatholik den Mund aufmachen und sich wehren.

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    1. Wenn hier jemand ein Extremist ist,
      dann Jorge.
      Er zeichnet sich regelmäßig dadurch aus,
      dass er alle, die anderer Meinung sind als er,
      einfach abstempelt als Extremisten.

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    2. Quark, das hab ich noch nie gemacht.
      Ich freue mich immer, wenn Leute anderer Meinung sind, weil man sich dann konstruktiv mit ihnen auseinandersetzen kann, wenn sie vernünftig sind.

      Aber diese furchtbar aggressive und vollkommen unduldsame Kampfberichterstattung ist etwas Schreckliches. Mit den Leuten kann man sich auch nicht vernünftig auseinandersetzen, weil praktisch nur geätzt wird, oft auch noch mit manipulativen Methoden. Da darf man sich auch mal aufregen, vor allem wenn solche Leute hier regelmäßig in Schutz genommen werden.

      Und selbstverständlich ist die Richtung LifeSiteNews, gloria.tv etc. pp. extremistisch, wie soll man das denn sonst nennen?

      https://www.lifesitenews.com/news/2016-the-year-pope-francis-finally-showed-his-hand

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    3. Ach, Jorge schon wieder
      mit seiner Extremismus-Deutung der ganz
      besonderen Art.
      Habe mir den verlinkten lifesite-Artikel mal
      angeschaut:
      Was bitte ist an Papst-Kritik extremistisch?
      Gestern erst konnte man lesen,
      dass er ausdrücklich zur Kritik auffordert.

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    4. "Extremistisch" ist einfach ein Totschlagargument und tut überhaupt nichts zur Sache. Ein Beispiel: Wenn ein Armer dringend ein teures Medikament braucht, das, sagen wir, 250 Euro kostet, ist es dann extremistisch, ihm 300 zu geben, daß er noch den verordnenen Arzt bezahlen kann oder gar 500, damit er zur Not Reserve hat, falls er es nochmal braucht? Und ist es maßvoll, gediegen und in der "goldenen Mitte" ihm nur 125 zu geben, weil, wir wollen es ja nicht übertreiben ...?
      Man behandele die Dinge angemessen - und oft hat erst ein Quentchen mehr überhaupt Segen bringen können. Und wenn der Papst oder sonst ein Bischof Menschen zu einem Sakrileg und zu Todsünden verführt/verführen würde (das lasse ich 'mal offen), dann ist seine Absetzung angemessen und bloßes "extremistisches" Lamentieren noch viel zu wenig. Und wenn ein Tyrann oder eine Partei Millionen töten läßt, dann ist ein Tyrannmord das ganz und gar angemessene "Extrem".
      Leute wie Jorge tauchen halt alles in Weichspüler und schrecken daher vor klarer Sicht zurück. Die eigene Meinung ist dabei natürlich super unextrem. Wie toll!

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