Sonntag, 15. Januar 2017

Malteser-Konflikt: Wird Papst Franziskus Kardinal Burke noch einmal versetzen?

Die katholische Nachrichtenagentur "CNA" spielt gerade einige Möglich-
keiten durch, die Papst Fran-
ziskus hat, um den hochge-
kochten Konflikt in und um den Malteserorden in den Griff zu kriegen.
Chefredakteur Anian Christoph Wimmer zitiert den Vatikanis-
ten Christopher Lamb, der  für Papst Franziskus fünf Optionen sieht, wie er handeln könnte. Eine davon ist die erneute Versetzung von Kardinal Burke, aber die scheint auch ihm (und mir auch) eher unwahrscheinlich zu sein... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Papst Franziskus ist viel zu schlau,
    als dass er sich in eine ungünstige Position
    hineinmanövrieren ließe.
    Wie man ihn kennt, hat er bestimmt noch eine
    überraschende Idee...

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  2. A.C. Wimmer rührt ja einiges zusammen in seinem Leitartikel. Aber nicht schlecht gemacht. Er bedient sich allerdings stark bei Lamb und (ohne ihn zu nennen) natürlich auch bei seinem Mentor Edward Pentin.

    Was die Malteser-Geschichte betrifft, ist Lambs Tablet-Artikel ja schon seit Tagen letzter Stand. Einzelne recht interessante Einschätzungen dazu etwa hier:
    https://www.ncronline.org/news/vatican/knights-malta-refuse-cooperate-papal-investigation-order
    (in den Kommentaren, einiges ist aber auch Müll)
    Ich hatte auch schonmal gehört, dass das evtl. schon alles geritzt ist.
    http://kreuzknappe.blogspot.de/2017/01/boxer-lasst-seine-boxhandschuhe-vom.html?showComment=1484335114036#c8511624136235983732

    Was A.C. Wimmer mit Pentin verbindet, ist dagegen der untergründige Versuch, die "Freimaurer" als ernsthafte Rücktrittoption ins Gerede zu bringen:
    "Die Gründe für die Entlassung sind vertraulich", so Robbiate; aber sie seien weitreichender und "komplexer" als allein der Umgang mit einem Fall der Verteilung von Verhütungsmitteln.
    Mit dieser Gerüchteschieberei versucht man wohl, Kdl. Burkes Kopf zu retten, denn der hat den Papst ja am 10. November "informiert", der Orden sei wohl "unterwandert".
    Kruderweise hat er den Papst damals anscheinendd nicht "informiert", das er nur ein paar Tage später ein Impeachmentverfahren gegen den Papst lostreten wollte.
    Soviel zur Informationspolitik des päpstlichen Patrons.

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  3. Was Amoris Laetitia und die Malta-Bfe. angeht, bleibt Wimmer ganz auf der Linie seines Mediums. Man tut (gegen Kdl. Müllers ausdrückliche Feststellung) ganz unschuldig so, als sei doch noch irgendwie unklar, ob und was sich durch AL geändert hätte. Dabei haben es sogar die Bischöfe von Malta verstanden. Und Burkes Impeachmentverfahren wird von Wimmer als unschuldiger Brief von 4 Kardinälen getarnt. Auch nicht neu.

    Man versucht auch, das Statement Kdl. Müllers so umzuinterpretieren, als habe Müller sich damit gegen den Papst gestellt. Die Sache soll weiterköcheln. Auch das ist von Pentin abgekupfert, der dieselbe Insinuation schon in seinem Reporter-Artikel untergebracht hat.
    http://www.ncregister.com/blog/edward-pentin/cardinal-muellers-tv-interview-causes-bewilderment

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  4. Laut "kath.net" sieht das ganz anders aus:
    Demnach hat Kardinal Burke vom Papst einen aus-
    drücklichen Arbeitsauftrag bekommen,
    der übrigens sehr aufschlussreich ist, er soll
    nämlich die Freimaurer bekämpfen, die sich dort
    ausbreiten!

    http://www.kath.net/news/58145

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  5. Jetzt versucht man, dem Jesuitenpapst von seiten
    der Jesuiten helfend unter die Arme zu greifen,
    indem man das Kirchenrecht bemüht, allerdings
    nicht sonderlich überzeugend, da anstatt Fakten
    dort mehrmals nur der Begriff "natürlich" auftaucht.
    Die juristische Konstruktion, mit der man den
    Konflikt begraben will, heißt: Alle Malteser müssen
    dem Papst Gehorsam leisten, und wenn der sagt "Basta",
    dann ist basta.
    Sehr dünnes Eis!
    http://de.radiovaticana.va/news/2017/01/14/hintergrund_malteser_als_katholisches_v%C3%B6lkerrechtssubjekt/1285647

    Auf jeden Fall kann man daraus ersehen, wie sehr
    es inzwischen brennt...

    Und wieder mal hat Papst Franziskus, anstatt
    mit den betreffenden Leuten direkt zu reden,
    denen eine Kommmission vor die Nase gesetzt.
    Das ging bekanntlich schon mal schief.

    http://www.katholisches.info/2016/12/27/der-papst-und-der-malteserorden-und-wieder-geht-der-kommissar-um/

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  6. Als kleines Bonbon bringt Wimmer noch Referenzen an bekannte (aber jetzt verstummte) AL-Kritiker unter. Auch das dient natürlich dem Ziel des Weiterköchelns.

    ...renommierte Denker wie Robert Spaemann, John Finnis und Germain Grisez. Sie sehen die grundsätzliche Gefahr einer Unvereinbarkeit von AL mit der katholischen Lehre; der Dogmatiker Helmut Hoping beschrieb umstrittene Passagen von AL gegenüber dem Kölner Domradio als "unseriös"...

    Renommiert und seriös ist hier aber Geschmackssache.
    Grisez hat einen zweifelhaften akademischen Ruf, bekam schon 2011 Publikationsverbote an katholischen Unis wegen unseriös lektorierter und im Ergebnis unwissenschaftlicher Pamphlete gegen Geschiedene und gehört seit 2013 zu den rüdesten Papstkritikern der ersten Stunde. Hauptautor des Grisez-Finnis-8-Punkte-Klarstellungs-Katalogs zu AL im November.
    http://kreuzknappe.blogspot.de/2016/12/kardinal-burke-will-nach-weihnachten.html?showComment=1482261350453#c855664032969475240

    Finnis fordert die „Hölle für alle“ und hat sich seit jeher auf Hans Urs von Balthasar eingeschossen, eher Fanatismus als Theologie.

    Zu Spaemanns unmöglichen Statements, mit denen er sich von der Philosophie abmeldet, hab ich schon oft was gesagt. Außerdem ist er als Autor von Familiaris Consortio natürlich nicht unvoreingenommen und will bloß seine eigenen manichäischen Ideen in „ewige Lehre der Kirche“ verwandelt sehen.

    Der aus kath.net bekannte Dogmatiker Hoping ist auch nicht immer seriös. Er beruft sich in seinem (gut brauchbaren, allerdings altritualistisch eingefärbten) Eucharistiebuch Mein Leib für euch gegeben auf Erkenntnisse eines Ufologen (Bruno Sammaciccia), um den Ausbruch des frühmittelalterlichen Eucharistiestreits zu erklären. Grüne Männchen bringen die Wahrheit über die Realpräsenz auf die Erde... Als ich das las (S. 182), bin ich umgekippt.

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  7. Die Hauruck-Methoden dieses Papstes
    haben den Konflikt erst richtig hochgeschaukelt.
    Waren die Berater des Papstes gerade in Urlaub?

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