Donnerstag, 5. Januar 2017

Nächster Akt in der unendlichen Debatte über "Amoris Laetitia" und den Papst...

Wofür spricht das wohl, dass die sehr kontroverse Debatte um "Amoris Laetitia" einfach nicht zur Ruhe kommt?  In der Politik würde man jetzt wohl sagen, es besteht Nach-
besserungsbedarf, denn die beiden Lager stehen weiterhin unversöhnlich gegeneinander - kein besonders erfreulicher Zustand für die katholische Kirche, finde ich.
Ich greife mal zwei konträre Wortmeldungen der letzten Woche heraus,
auf der einen Seite Weihbischof Laun, der sich mit der Kritik der vier Kardinäle solidarisiert, man schaue ---> HIER und HIER !
Auf der anderen Seite einer der engsten Zuarbeiter für Papst Franziskus, Synoden-Präsident Kardinal Baldisseri, der nicht wirklich überraschend völlig anderer Meinung ist und findet, dass eigentlich alles ganz klar ist und eigentlich alles zum Thema gesagt ist. Aber vorsichtshalber springt er dem Papst doch noch mal bei und sagt es doch... ---> HIER und HIER !

Gelegentlich müsste ich mal nachzählen, wie viele Artikel zum Thema allein schon in meinem Blog zu finden sind (Beispiele ---> HIER und HIER und HIER), ich habe aber gerade anderes zu tun, denn ich sitze immer noch an den Predigtgedanken für "Taufe des Herrn", die heute gegen Abend online gehen sollen...

Kommentare:

  1. Die Formulierung "die beiden Lager" beim
    Kreuzknappen suggeriert, dass es da zwei gleich-
    berechtigte bzw. gleichwertige Denkmodelle gibt.
    Dies ist nicht der Fall, denn "Amoris Laetitia" ist
    ein Dokument des Verderbens und ein gefährlicher
    Spaltpilz in der Kirche Christi.
    Es wird zu großen Zerwürfnissen kommen, und es ist
    nicht auszuschließen, wie ja auch die Links des Bloggers
    belegen, dass es über kurz oder lang zur Kirchenspaltung
    kommt!

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    1. Also bitte, was für ein (Entschuldigung, aber das muss man so klar sagen) unsägliches Gefasel. Wie stellt man sich das denn konkret vor?

      - Wählen die Angelsachsen ihren eigenen Papst, weil Ihnen der Argentinier nicht zusagt?
      - Oder soll der Papst sich nach Bs. As. zurückziehen und den AL-Kritikern die hl. Stadt Rom überlassen?
      - Oder wird der Papst vielleicht im Lotto gewinnen und mit der Tochter des Kreuzknappen eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen?

      Das ist Loriot live, was die Kritiker hier veranstalten.
      Ich esse meine Suppe nicht und verlange einen anderen Koch.

      Austen Ivereigh sagt über diese Leute, die auf „einer anderen Kirche“ bestehen und ansonsten mit „Spaltung“ drohen: But even as they insist that there is a debate to be had, a case to answer, a matter to be settled, the train is leaving the station, and they are left on the platform, waving their arms.

      Ein Kirchgänger, der sowas schreibt, hat sich im Grunde schon in die „Spaltung“ verabschiedet und braucht eigtl. gar nicht mehr in die Kirche zu gehen (jdfs. keine katholische). Wofür in die Kirche gehen, wenn man die dort verteilte Suppe gar nicht will und lieber in der „eigenen Suppe“ köcheln möchte.

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  2. Oder betrachten wir es mal historisch. Dass es Streit über bestimmte Fragen und unterschiedliche Positionen (von mir aus auch "Lager") in der Kirche gibt, ist ja normal.
    Auch dass sich Gruppen bilden, die ihre eigene Glaubensrichtung leben (aber weiter zur Kirche gehören), ist normal (sagen wir Opus Dei oder Wir sind Kirche oder so, von mir aus auch Neukatechumenen, Schönstätter; Lefebvristen, die der Petrus- oder Piusbruderschaft anhängen etc.).
    Viele dieser Gruppen gehen sogar tatsächlich in eigene Kirchen oder Versammlungen, wo sie sich treffen, eigene Gottesdienste feiern und wo es oft auch ein bisschen anders läuft als anderswo und wo evtl. auch eigene „Lehren“ oder Doktrinen propagiert werden. Das ist nicht weiter schlimm und der historische Normalfall.
    "Kirchenspaltung" ist dagegen überhaupt nicht normal und der historische Ausnahmefall.

    Nehmen wir das erste Vaticanum.
    Da gabs ja tatsächlich eine Kirchenspaltung, weil der damalige Papst so stur war und unbedingt unfehlbar werden wollte und auf klügere Stimmen, die ihm erklärt haben, dass es so etwas nicht gibt und dass das eine kirchenhistorische Fiktion ist, nicht hörte.
    Danach haben sich einige Kritiker abgespalten, andere haben das lieber sein gelassen.
    Letztere lagen richtig, denn heute kräht kein Hahn mehr nach Unfehlbarkeit und jedem ist klar, dass das Unsinn war, und trotzdem haben wir einen Papst, der Lehrentscheidungen durchsetzen kann und muss. Die Altkatholiken spielen dagegen überhaupt keine Rolle und müssen sich irgendwann sowieso wieder der ökumenisch-katholischen Kirche der Zukunft anschließen und dann natürlich auch den Papst wieder anerkennen.

    Oder nehmen wir Humanae Vitae.
    Wenn alle Ehepaare, die gern auch mal ein Kondom benutzen oder Familienplanung betreiben, oder von mir aus katholische Männer, die auch schonmal eine Prostituierte besuchen und dabei (wenn sie keine unverantwortlichen Arschlöcher sind) natürlich ein Kondom benutzen, jetzt eine „Kirchenspaltung“ herbeiführen wollten, nur weil der Papst Verhütung für „in sich schlecht“ hielt und komplett verboten hat, dann gäbe es heute keine Katholiken mehr.

    Also: Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, ist normal und völlig in Ordnung.
    Spaltung dagegen ist witzlos und sowieso Sünde.

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