Dienstag, 10. Januar 2017

Nicht wirklich überraschend: Malteserorden lehnt Vatikan-Kommission ab!

Meine Leser waren schon am 24. Dezember informiert, wie es um die Krise in den "diploma-
tischen Beziehungen" zwischen dem Malteserorden und dem Vatikan steht.
Kein Glanzstück! ---> HIER !
Heute dann noch mal die Be-
stätigung bei "Radio Vati-
kan"
: Die Malteser lehnen die vom Papst benannte Untersuchungskommission ab; die Gruppe sei "recht-
lich bedeutungslos".
..  ---> HIER !

War da die Methode "Elefant im Porzellanladen" im Einsatz, oder geht
es um persönlich Animositäten - oder...?!

Kommentare:

  1. The Tablet zu den Hintergründen:
    http://www.thetablet.co.uk/news/6571/0/exclusive-cardinal-burke-and-grand-master-festing-defied-wishes-of-pope-by-sacking-grand-chancellor-
    (zeigt recht deutlich, dass die Intrige offenbar von Kdl. Burke ausging)


    Edward Pentin zu den Hintergründen:
    http://www.ncregister.com/daily-news/disorder-in-the-order-of-malta
    (versucht logischerweise das Gegenteil zu suggerieren, ist aber aufgrund des umfangreichen Detailwissens trotzdem - gegen den Strich - lesenswert)


    Anders als der Kreuzknappe suggeriert, sitzt nach meinem Eindruck auch Pentin zufolge der Vatikan im Moment am längeren Hebel und Burke steht ziemlich an der Wand.

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    1. Kurz und knapp gesprochen: Der Konflikt mag sein wie er will. Aber ich kann mir nur schwer - eher sogar gar nicht - vorstellen, dass sich ein Großmeister des Malteserordens halten kann, dem der Papst explizit das Vertrauen entzieht. Meister Festing sollte also nicht überziehen.

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    2. In den konservativen Foren, auch in der Leserschaft von kath.net, gibt es eine Menge Malteserexperten, die das nicht so sehen und auf diverse Präzedenzfälle von Kraftproben zw. Orden und Vatikan aus den letzten Pontifikaten verweisen, wo der Vatikan (u.a. JPII) stets klein bei geben musste.

      In dem Fall bin ich unsicher.
      Den Kanzler austauschen darf der Orden sicher allein, und eigene Gerichte, um Streitfälle zu entscheiden, hat er auch.

      Die Sache mit den Kondomen ist dagegen Sache der Kirchenlehre und nicht des Ordens. Wenn der Papst sagt, kirchlich gesehen durfte Boeselager das machen (Zwangsprostituierten helfen), kann der Großmeister nicht darauf bestehen, es sei ein Verstoß gegen die Lehre.

      Kdl. Burke, der den Orden zur Machtbasis ausbauen und eigene Priester dort unterbringen wollte, wird dagegen m.E. in jedem Fall bei dieser Sache verlieren. Deshalb sagt er momentan auch nichts dazu. Er mag die engl. Ordensführung ideologisch auf seiner Seite haben, als Gegenpapst wollen sie ihn trotzdem nicht bei sich haben und werden das auch nicht dulden.

      Zumal Burke anscheinend ggü. beiden Seiten Unwahrheiten verbreitet hat, um seine Intrige zu spinnen (dem Papst soll er gesagt haben, der Orden sei von Freimaurern unterwandert und müsse gereinigt werden; den Rittern soll er gesagt haben, wenn sie Boeselagern nicht entlassen, wolle der Papst ihnen ihren Grundbesitz entziehen; nichts davon stimmt).

      Ich vermute, wenn die Kommission zu dem Schluss kommt, Burke war alles Schuld, ist der Papst zufrieden und der Orden auch und der Streit vergessen. Für Burke und seine Anhängerschaft wäre das dann aber wirklich unschön, weil er nicht nur an Macht, sondern auch massiv an Glaubwürdigkeit verloren hätte. Vielleicht das Aus.

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  2. Darüber hinaus ist das Ganze ein wunderbares Anschauungsbeispiel für die Absurdität der vor allem unter amerikanischen Rechtskatholiken und sog. "Lebensschützern" unvernünftig verabsolutierten "objektiven Moral", wonach die Abgabe von Kondomen unter allen Umständen sittlich schlecht und nach dem Grundsatz "der Zweck heiligt nicht die Mittel" kirchlich verboten wäre (sie stützen sich dabei vornehmlich auf Humanae Vitae und setzen diese umstrittene Enzyklika quasi an die Stelle der sittlichen Vernunft).

    Selbstverständlich ist es ein sittlich gutes Werk der Barmherzigkeit, Zwangsprostituierte, die sich keine Kondome beschaffen können und der Männergewalt ungeschützt ausgeliefert sind, mit derartigen Schutzmitteln auszustatten.
    Die Päpste seit JPII haben ja alle zumindest unausgesprochen auch selber bestätigt, dass das "intrinsische Übel" des Fortpflanzungsausschlusses in solchen Ausnahmefällen kein sittlich annehmbarer Grund sein kann, den Kondomgebrauch zu verbieten.

    I think this question is a very good lesson to understand how perverted these “objective” morals are. Giving condoms to sex slaves who are not able to protect themselves is a work of charity and not a “sin”. American Catholix like Cdl. Burke and so many others have a very strange view of good and evil. Basically, driven by their puritanical prejudicesas, they call the evil good and good evil, as this example shows very clearly.

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  3. Die Holzhackermethoden von Papst Franziskus
    und seinen Gefolgsleuten bewähren sich nicht immer.
    Es gibt eben auch Leute, die er nicht strafversetzen
    kann wie Kardinal Burke.

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  4. Der Gutsherr im Vatikan und seine HAndlanger stoßen an ihre Grenzen. Gut so!

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