Sonntag, 29. Januar 2017

Streit um Malteser-Orden: Kirchenrechtler meint, das sei jetzt ein Fall für die UNO...

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:
Der Konflikt rund um den Malteserorden wird weiterhin am Kochen gehalten, wobei
- wie in solchen Fällen üblich - die Schuldzuweisungen sehr verschieden ausfallen.
Während es, wenn ich das richtig verstehe, für die Katho-
lische Nachrichtenagentur KNA ein klarer Fall zu sein scheint, dass der eigentliche Übeltäter und Strippenzieher mal wieder Kardinal Burke ist, verweisen andere auf bedenkliches Verhalten des Papstes; der Vatikan-Korrespondent Julius Müller-Meiningen wird einigermaßen deutlich, wenn er schreibt: "Wer offen gegen ihn zu rebellieren versucht – so lautet die Botschaft des Papstes an seine Widersacher - für den gelten auch an-
erkannte Grundsätze des friedlichen Zusammenlebens nicht mehr.
Im Fall des Malteserordens hebelte Franziskus das Völkerrecht aus.."

Und bei "kath.net" äußert sich der Kirchenrechtler Prof. Dr. Kurt Martens aus den USA, der schon Handlungsbedarf für die UNO sieht, wenn er formuliert: "Die Ernennung eines Päpstlichen Delegaten
für den Malteserorden ist eine ernsthafte Verletzung des Internationalen Rechts und führt de facto zu einer Annexion des Ordens. Es ist Zeit, dass die UNO einschreitet."

Zumindest eines ist klar: Katholisch zu sein, ist in diesen Zeiten alles andere als langweilig...

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Das ist leider alles andere als neu:
    Der derzeitige Papst arbeitet nach der Methode
    "Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt".
    Immerhin erfreulich, dass dies unabhängige Jour-
    nalisten auch so sehen, im Gegensatz zur KNA.
    Aber auch das wundert nicht.
    Mit solchen juristisch unhaltbaren Methoden darf der
    Papst sich nicht wundern, wenn der Widerstand in der
    Kurie und weltweit in Teilen der katholischen Kirche
    gegen ihn immer größer wird.
    Das Papstamt darf eben nicht nach Gutsherrenart ver-
    waltet werden!

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  2. Offenbar sind Kirchenjuristen der Ansicht,
    dass der Papst hier gegen geltendes Recht
    verstoßen hat.
    Kann denn niemand diesem Papst Einhalt gebieten?

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    1. Von wegen!
      Es ist höchste Zeit, dass mancher
      Saustall endlich ausgemistet wird!
      Papst Franziskus ist der Papst, der end-
      lich durchgreift.

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    2. Statt dumm zu schwätzen, beten Sie lieber, daß der Papst der Kirche, die ihm anvertraut ist, nicht schaden möge!

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    3. Unsere Tradis, wie wir sie kennen und lieben: wer den Papst unterstützt, "schwätzt dumm"...

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  3. Franziskus ist der Hammer, er gibt den Hardcorekatholiken das, wonach sie immer geschrien haben, einen autoritären Papst. Doch den wollten sie ja nur für die anderen in der Kirche, nicht für sich selbst :-) Das schmerzt jetzt ungemein. So schafft Franziskus es, dass diese einen Lernfortschritt machen. Genial!

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  4. Nach "Pastor Aeternus" kan niemand dem Papst "Einhalt gebieten", und nach konservativer Lesart ist Pastor Aeternus "göttliches Recht", kann also nicht mal vom Papst aufgehoben werden. Es ist pikant, dass ausgerechnet von Seiten derer, die bishher immer ein scharfes Durchgreifen der Päpste gefordert haben, die nun kritisiert wird, und dass von den Seiten, denen die Päpste früher immer zu autoritär waren, nun Zuspruch für Franziskus kommt.
    Der Souveräne Rat des Malteserordens hat dies übrigens verstanden, und hat dem Papst gestern für sein Eingreifen gedankt, das sie unter der Zielsetzung einer "Stärkung ihrer Souveränität" verstehen.
    https://www.orderofmalta.int/2017/01/28/grand-master-fra-matthew-festing-resigns-office/

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    1. Das ist natürlich juristischer Quatsch.

      http://novusordowatch.org/2016/03/impossibility-judging-deposing-true-pope/

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    2. Also alles was recht ist, Herr Studiosus, ich hoffe, Sie sehen mir nach, wenn ich die hysterischen Ausführungen einer Gruppe von Sedivakantionisten nicht als Beleg für den "juristischen Quatsch" meiner ausführungen akzeptieren kann.

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    3. Juristisch ist die Sache glasklar, der von @Kuhn verlinkte Präzedenzfall von 1951-1956 lässt da überhaupt keine Fragen offen. Papst Pius XII. hat es vorgemacht, Papst Franz macht es ihm nach. Das ausgerechnet der @Studiosus das nicht verstehen will, der Papst Pius XII. anderswo immer im Schilde führt, finde ich kurios.

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  5. Wer hier was "am Kochen" hält, ist erstmal offenbar der Kreuzknappe selbst.
    Die Nachricht von gestern (Festings Rücktritt angenommen, Boeselager wieder eingesetzt) taucht gar nicht auf in seinem Bericht, dafür hauptsächlich veraltete Artikel aus den Vortagen.

    Martens kirchenrechtliche Analyse (mit dem Ruf nach der UNO) stammt vom 25. Januar und ist Teil der Kampagne gegen den Papst. Rechtlich und historisch unhaltbar. Herr Kuhn hatte dazu alles Notwendige verlinkt:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41120585.html

    http://kreuzknappe.blogspot.de/2017/01/malteser-orden-der-papst-spricht-ein.html?showComment=1485425500906#c6540460156442130303

    Selbstverständlich untersteht der Malteserorden trotz seiner besonderen Souveränitätsrechte allein dem Papst und kann keine Revolte gegen den eigenen Oberhirten anzetteln.

    Der Brief des Papstes, der die Sache entschieden hat, ist übrigens neuerdings hier als Faksimile nachzulesen:
    http://www.farodiroma.it/2017/01/28/ordine-malta-la-lettera-del-papa/

    Die wirkliche Neuigkeit aus der vom Knappen verlinkten Berichterstattung verbirgt sich in dem gut recherchierten Reuters-Artikel (gelber Link rechtsaußen):

    Burke tried to convince Festing to withdraw his resignation and keep fighting the pope, these sources say. On Saturday, the Knight's Sovereign Council accepted Festing's resignation and re-instated von Boselager, a clear defeat for Burke.

    Das ist echt der Hammer.
    Es bedeutet, noch nach Festings Rücktritt am Mittwoch, nachdem also schon alles entschieden war, hat der Kardinalpatron immer noch versucht, das am Kochen zu halten und die Ritter gegen den Papst aufzustacheln.

    Also hat KNA offenbar mehr als Recht.

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    1. Man beachte, was der im Gegensatz zur KNA
      unabhängige freie Journalist Müller-Meiningen
      dazu geschrieben hat...

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    2. Ich erkenne nicht, inwiefern sich bei Müller-Meiningen eine andere Einschätzung ergibt als bei Thomas Jensen von der KNA. Können Sie mir auf die Sprünge helfen?

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    3. Klar doch:
      "Wer offen gegen ihn zu rebellieren versucht – so lautet die Botschaft des Papstes an seine Widersacher - für den gelten auch an-
      erkannte Grundsätze des friedlichen Zusammenlebens nicht mehr.
      Im Fall des Malteserordens hebelte Franziskus das Völkerrecht aus.."

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    4. Jetzt bin ich mal böse ;-) Zeitgeistige Konstrukte wie das Völkerrecht haben in der Kirche keien Bedeutung! Hier kann nur das Gesetz Gottes gelten und der Papst ist der Verwalter dieses Gesetzes! Wer gegen den Papst rebelliert, rebelliert gegen Gott.!

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    5. Der Knappe hat ja nicht völlig Unrecht. In der Tat hatte Müller-Meiningen die rechtliche Einschätzung (Völkerrechtsbruch) ziemlich unbesehen von Martens übernommen und das auch etwas kritisch kommentiert.

      Der Knappe übersieht dabei, dass Müller-Meiningens Artikel vom 26. Januar stammt, also bevor Martens Analyse faktisch widerlegt wurde.

      Außerdem übersieht der Knappe die eigentliche Neuigkeit, die in Müller-Meiningens Artikel steckt:
      Er berichtet darin, wie Kdl. Burke das Ganze überhaupt erst ins Rollen brachte, indem er nach seiner Ernennung zum Kardinalpatron im Orden herumschnüffelte und die Kondomgeschichte herauskramte, um den ihm nicht passenden Rittern daraus einen Strick zu drehen und dem Papst zu schaden.
      Demnach bestätigt Müller-Meiningens Artikel ganz offensichtlich die Einschätzung der übrigen Beobachter, wonach Burke der moralisierende Intrigant und Boeselager das unschuldige Opfer war.

      Dass der Papst hart gegen moralisierende Intriganten einschreitet und unschuldige Opfer verteidigt, spricht ja nur für ihn, Völkerrecht hin oder her.

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  6. Da braucht man keinen Müller-Meiningen,
    denn jeder weiß, dass auch ein Papst irren kann.
    Das hat uns Papst Franziskus leider schön öfter
    demonstriert, von den Kotfressern bis zu dem
    Klaps, den Kinder bekommen dürfen.
    Oder bis zu seiner unsäglich naiven Kapitalismus-
    Kritik:

    http://www.zeit.de/2015/47/papst-kapitalismuskritik-marxistische-thesen-hernando-de-soto

    Aber das Gute ist ja, dass gerade dieser Papst
    (siehe wiederverheiratet Geschiedene) immer wieder
    betont hat, dass das Gewissen des einzelnen Katholiken
    die entscheidende Instanz ist.
    Und da bin ich mit den vier Kardinälen der Meinung,
    dass man dem Papst in seinen Irrtümern nicht folgen
    muss, ja sogar nicht folgen darf!!!

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  7. Es ist ein von Kirchenfeinden
    gerne verbreiteter Irrtum, der Katholik
    sei dem Papst in jedem Falle Gehorsam schuldig.
    Dem ist nicht so, aus gutem Grund.

    http://www.steyler.eu/svd/medien/zeitschriften/stadtgottes_DE-CH/2011/2011_ratgeber/papst-gehorchen.php

    Zitat:
    "Für die anderen Situationen der kirchlichen Lehrverkündigung, so auch die „Weisungen des Papstes“, gilt, dass wir ihnen mit Bereitschaft und Offenheit entgegentreten müssen, dass Gott uns hier Wichtiges für unser Leben als Christen sagen will. Es geht um eine grundsätzliche Hörbereitschaft. Dabei ist es allerdings möglich, dass die konkreten Aussagen der kirchlichen Lehrverkündigung in Konflikt stehen mit der persönlichen Gewissensüberzeugung."

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  8. Es ist zum Brüllen, dass ausgerechnet die Hardcore-Katholiken jetzt nach der "UNO" rufen. Die war für diese Leute bisher stets der Ausbulnd alles Bösen, Antikirchlichen.

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  9. Eigentlich geht es in Wahrheit
    in erster Linie um einen Kampf zwischen
    Progressiven und Konservativen,
    und da hat der Papst den verhängnisvollen
    taktischen Fehler gemacht, Kardinal Burke
    aus seiner Umgebung zu entfernen und bei
    den Maltesern vermeintlich kaltzustellen.
    Diese Rechnung geht nicht auf, wie man sieht.

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    1. Das ist richtig und wird ja auch von allen so gesehen, ganz unabhängig von der kirchenpolitischen Richtung (Müller-Meiningen beschreibt es auch gut).

      Gerade darum musste der Papst ja nun so hart reagieren.

      Dass Burke zum zweiten Mal einen Orden übernehmen und gegen den Papst zu benutzen versuchte (das erste Mal war vor seiner Absetzung als Signatura-Chef, als er die Maßnahmen des Vatikans gegen Manelli zu sabotieren versuchte und darum seinen Richterposten verlor), hat ihm aber nichts gebracht, sondern letztlich das Genick gebrochen. Es ist also Burkes Rechnung, die zum zweiten Mal nicht aufgeht.

      Der Papst hatte ihm eine Chance gegeben.
      Wenn er sich bei den Maltesern ruhig verhalten hätte und seiner Aufgabe nachgekommen wäre, die Interessen des Papstes gegenüber dem Orden zu vertreten, wäre nichts passiert. Er hat sich aber entschieden, lieber Intrigen zu spinnen und "Steine aus dem Hinterhalt zu werfen", wie der Papst das in seinem letzten Interview bei El País ausgedrückt hat.

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    2. Diese Rechnung geht gerade sowas von auf. Das hätte ich mir in der katholischen Kirche niemals zu wünschen gewagt! Die Tradis lernen von Franziskus in wenigen Monaten mehr als anderen Päpsten dies in Jahrzehnten nicht gelang!

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  10. Martens ist ein US-Hardliner-Kanonist aus Burkes Schule, der seinem Mentor zur Seite springen wollte. Er hat am 26. Januar nach der UNO gerufen. Das hat außer den Burke-Unterstützern natürlich niemand ernstgenommen.

    Martens hatte nicht ganz Unrecht, was die provokative Aussage des Vatikans betrifft, der Papst hätte den Rücktritt des Großmeisters "angenommen". Das darf er eigentlich tats. nicht. Annehmen musste den Rücktritt vielmehr der Souveräne Rat des Malteserordens. Der hat das gestern getan. Damit ist rechtlich alles völlig im grünen Bereich.

    Was Martens juristisch völlig verdreht, ist die Stellung des Malteserordens gegenüber dem Papst.

    Es stimmt, der Malteserorden hat gewisse Souveränitätsrechte, die andere kirchliche Einrichtungen nicht haben.
    Das bedeutet aber nicht, dass der Malteserorden vom Papst unabhängig wäre wie bspw. das Fürstentum Monaco oder der FIAT-Konzern (beide wurden in der Diskussion als Vergleichsbeispiele genannt).

    Der Malteserorden ist und bleibt trotz aller völkerrechtlichen Souveränität eine Einrichtung der katholischen Kirche und kein von der katholischen Kirche unabhängiges Gebilde. Er ist in seinem ganzen Bestand komplett von der katholischen Kirche abhängig. Die katholische Kirche könnte den Malteserorden auch aufheben, wenn sie wollte. Das könnte sie mit Monaco oder dem FIAT-Konzern natürlich nicht.

    Deshalb ist es unmöglich, dass die Leitung des Malteserordens sich gegen den Papst stellt und behauptet, er hätte ihr nichts zu sagen. Das gilt umso mehr in diesem Fall, wo es der eigene Vertreter des Papstes beim Orden war, der seine Vorstellungen dort gegen den Willen des Papstes verwirklichen wollte.

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  11. In Wahrheit geht es um einen Racheakt
    des Papstes gegen Kardinal Burke,
    sonst nichts.
    Alles andere ist Tarnung und Ablenkung:

    "Auch wenn er noch nicht ernannt ist, ist klar, daß diese Formulierung die Entfernung von Kardinal R.Burke, dem Kardinal-Patron beinhaltet: wenn ein päpstlicher Delegat kommt ( man denkt da an Kardinal Coccopalmero) mit den angedeuteten Kompetenzen, ist es klar, daß er alles verliert, was auch immer seine Rolle ausmacht.
    Es ist nicht schwer, sich für Burke eine von Rom weit entfernte Rolle vorzustellen, mit der Absicht die Front der Kardinäle zu schwächen, die dem Papst ihre dubia zu Amoris Laetitia geschickt haben."

    http://beiboot-petri.blogspot.de/2017/01/pecunia-non-olet-oder-die-aufgezwungene.html

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