Mittwoch, 1. Februar 2017

Die deutschen Bischöfe veröffentlichen ein schwammiges Wort...

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass? - Heute haben die deutschen Bischöfe ihr mal angekündigtes, mal nicht ange-
kündigtes Hirtenwort veröf-
fentlicht, bei dem es, wenn ein Hirtenwort Sinn machen soll, um die pastorale Praxis zu "Amoris Laetitia" gehen sollte. Bischof Oster hatte ja erfreulich frühzeitig ein Dokument vorgelegt (  ---> HIER !), sodass die Erwartungshaltung bei manchen sicher recht hoch war.
Doch das heutige Dokument zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass man sich nicht festlegt, oder um "katholisch.de" hier zu zitieren" Konkrete Handlungsanweisungen für Seelsorger oder Gläubige enthält das Doku-
ment nicht"
- es sei eben ein Kompromisspapier.

Aber sei's drum, wir haben in der langen Reihe zum Thema ein Dokument mehr, das ist doch auch schon was, und möglicherweise können wir froh sein, dass das Papier nicht konkret wird...
Das Dokument und ein paar Infos dazu gibt's z.B. ---> HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Wenn Ehebrecher "im Einzelfall" selbst ent-
    scheiden dürfen, ob sie die Kommunion empfangen,
    dann ist das alles andere als schwammig, werter
    Kreuzknappe.
    Ansonsten kann kein Seelsorger was damit anfangen.
    Aber das war, so nehme ich an, auch der Sinn der
    Übung...

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  2. Wer von einem deutschen Bischofswort
    noch etwas erwartet, ist doch selber schuld!
    Die Bischöfe sind untereinander auch nicht
    einer Meinung, da wäre es schon ein Wunder ge-
    wesen, wenn sie die gute Vorlage von Bischof Oster
    übernommen bzw. angepasst hätten.
    Ich bin überzeugt davon, dass noch nicht mal alle
    Priester das Dokument lesen werden. Wozu auch?
    Es entscheidet doch jeder selbst.
    Ich fände es mal einen Versuch wert, wenn wir
    das auch auf andere Bereiche übertragen könnten:
    Warum nicht selbst entscheiden, ob man
    Kirchensteuer zahlt oder nicht - oder wenigstens
    selbst die Höhe festlegen?!

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  3. Kardinal Brandmüller hat schon vor einiger
    Zeit das Nötige dazu geäußert:
    https://gloria.tv/article/3uYpGy8tv6LL6PryFjg3eZ9L6

    Als nächste Stufe in diesem Zirkus
    schlage ich vor, dass jeder sich selbst das
    Bußsakrament spenden darf, wenn ihm das sein
    Gewissen erlaubt.

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  4. Jetzt werden die Tradis wieder in das
    unvermeidliche Wutgeheul ausbrechen, nachdem
    immer klarer wird, dass sie in der Kirche
    von Papst Franziskus nichts mehr zu sagen haben.
    Wartet noch drei, vier Jahre, ihr ewig Rück-
    ständigen, und dann hat die progressive Kirche
    endlich alle Hebel der Macht besetzt und ihr
    habt zu schweigen. Ich freue mich schon darauf!

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    1. Das glaube ich eher nicht.

      Es geht in der Kirche sowieso immer hin und her.

      Das Problem war, dass die "Tradis" in den Jahren vor dem Papstrücktritt deutlich zuviel Einfluss in der Kirche errungen hatten. Deshalb ist der Umbruch für sie ein Schock gewesen, weil sie dachten, das ginge jetzt so weiter.
      Das konservative Übergewicht hat auch nicht nur kirchenpolitische Gründe (die berühmte "Rolle Rückwärts" unter Papst Benedikt und seinem Vorgänger), sondern auch soziologische Ursachen. Bei zunehmender Säkularisierung und Entkirchlichung der Gesellschaften bleiben automatisch mehr Hardliner und Radikalreligiöse in der Kirche zurück, gewinnen zahlenmäßig das relative Übergewicht und damit auch mehr Einfluss. Diese Entwicklung ist durch den Politikwechsel an der Kirchenspitze auch nicht gestoppt, sondern geht weiter.

      Deshalb ist langfristig m.E. nicht zu erwarten, dass der konservative bis reaktionäre Druck nachlässt, eher im Gegenteil. Daher ja auch der massive Widerstand gegen den Papst.
      Was der ggw. Papst verhindern möchte (und das ist eigtl. das wichtigste Anliegen dieses Pontifikats), ist, dass die fundamentalistische Fraktion innerhalb des Katholizismus die totale Deutungshoheit erlangt, so wie das im Islam passiert, wo Wahabiten und Salafiten bestimmen, wer als "echter Moslem" zu gelten hat und wer nicht.
      Genau dies ist ja auch das Ziel der Hardliner in der Kirche in den letzten Jahren des Benedikt-Pontifikats gewesen: Sie wollten bestimmen, wer katholisch ist und wer als "Abweichler" verfolgt werden muss. Das ist v.a. eine Linie, die sich in den USA durchgesetzt hat, zumindest im nachwachsenden Klerus.

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  5. Ordinariatsgeschädigter1. Februar 2017 um 18:31

    Ein erfahrener Kirchenjournalist kommentiert
    das Bischofswort unter anderem so:

    "Dass die deutschen Bischöfe gut neun Monate ge-
    braucht haben, um sieben Seiten zu formulieren,
    spricht Bände. Der Vorgang hat einmal mehr gezeigt,
    dass kollegiale Entscheidungen mitunter schwere Geburten
    sind und die Deutsche Bischofskonferenz höchst unter-schiedlich positionierte Mitglieder in sich vereinigt."

    http://blog.zdf.de/papstgefluester/2017/02/01/schwere-geburt-deutsche-bischoefe-zu-amoris-laetitia/

    Oder um es weniger höflich zu sagen:
    Das Dokument ist das Papier nicht wert, auf dem
    es steht. Man sah sich halt genötigt, sicher auch
    durch Drängen von Marx, dem Papst ein Signal des
    Gehorsams zu senden.
    Für die Praxis der Gläubigen ist das Dokument so
    wichtig wie der berühmte Sack Reis in China.

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  6. Das nenne ich dreist!

    http://de.radiovaticana.va/news/2017/02/01/dbk_hirtenwort_nicht_der_%E2%80%9Ekleinste_gemeinsame_nenner%E2%80%9C/1289724

    "Die deutschen Bischöfe haben sich die Abfassung
    ihres Hirtenwortes zur Ehe- und Familienpastoral nicht
    leicht gemacht und sich nicht auf den „kleinsten
    gemeinsamen Nenner“ beschränken wollen"

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  7. Auf jeden Fall ist das Papier der deutsche Bischöfe eine klare Stärkung der Pfarrer vor Ort, die im Unterschied zu den entrückten Oberen an der pastoralen Front sind und die menschlichen Verhältnisse der ihnen Anvertrauten am ehesten einschätzen können.
    Das ist sehr zu begrüßen.

    Abgesehen davon, dass jetzt nur noch formalrechtlich kodifiziert wird, was schon seit Jahrzehnten gängige pastorale Praxis ist.

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