Freitag, 10. Februar 2017

Gibt es bald schon keine katholischen Blogger mehr?

Manchmal muss man schmunzeln, wenn man Beiträge im Internet liest. Gerade von einem Trauerfall zurückgekommen, lese ich
vor wenigen Minuten bei "kath.net", dass die katholischen Blogger in der sogenannten "Blogozese" offenbar auch bald die Trauerflaggen raushängen müssen, denn wie dort Prof. Armin Schwibach behauptet, befindet sich die Gemeinschaft der katholischen Blogger im "Niedergang".

Es ist das übliche Lied: Bei Papst Benedikt war alles besser, die Blogger hatten ein "Gemeinschaftsgefühl...um die Gestalt Benedikts XVI. herum" - nun aber sind sie vereinsamt wie elternlose Kinder.  ---> HIER !
Schade, wenn er den Erfolg der Blogger nur an Blogs misst, die "Papa Ratzinger" und ähnliches schon im Titel tragen.
Armin Schwibach versteigt sich gar zu der kühnen Behauptung, die Blo-
gozese gebe es nicht mehr
. Viele seien aus dem Netz verschwunden
(da stimme ich zu)
...

Tja, auch Professoren können irren
Heißer Tipp: Mal in die kath. Bloggerliste schauen; allein der "Kreuz-
knappe" hat Monat für Monat zwischen 90.000 und 100.000 Leser...

Kath. Bloggerliste ---> HIER !    


Kommentare:

  1. Der Fehler des Professors ist offensichtlich:
    Er macht den sogenannten Niedergang an einigen
    wenigen Blogs fest, die es nicht mehr gibt.
    Klar fühlten sich die Blogger zu Zeiten von Papst
    Benedikt XVI. zumeist besser aufgehoben, aber
    dann könnte der Professor auch genau so gut
    behaupten, das Papsttum gebe es nicht mehr,
    seit Benedikt nicht mehr das Kommando hat.
    Ärgern Sie sich nicht, werter Kreuzknappe!

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  2. Sagen wir mal so:
    Es gibt keine Fan-Blogs des Papstes mehr.
    Wenn man die Bloggerliste kritisch durchsieht,
    ist kaum eines darunter zu finden,
    wo man ungebremste Begeisterung für diesen Papst
    entdecken könnte.
    Ja, d i e s e Sorte Blogs ist verschwunden.
    Aber das liegt nicht an den Bloggern,
    das liegt am Papst.

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  3. Ich habe schlicht nicht verstanden,
    was der Herr Professor denn nun eigentlich
    in einem Satz zusammengefasst meint.
    Kann mir das jemand erklären?
    Die Antwort, es brauche gar keine Blogger mehr,
    ist ja schlicht ignorant,
    denn sie unterstellt fälschlich, dass es die
    einzige Aufgabe von katholischen Bloggern ist,
    den verbalen Hofstaat eines Papstes zu bilden.

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  4. Armin Schwibach, den ich wegen seiner Akualität
    bei "twitter" eigentlich schätze, hat hier doch
    mal richtig daneben gegriffen.
    Er erzählt allerlei Histörchen, so wie alte Männer
    von ihren Kriegserlebnissen erzählen, ohne zu
    verstehen, dass Bloggen mehr ist als "Gemeinschafts-
    gefühl" und das Sich-Drehen um den jeweiligen Papst.
    Die hohe Zeit des Kalten Krieges ist vorbei,
    in der Politik wie bei der katholischen Bericht-
    erstattung. Wenn es keine linksgestrickten Professoren
    gibt, die den Zwergenaufstand mit einem "Memorandum"
    proben (von dem man seit 2011 nie mehr was gehört hat),
    dann braucht es auch keine Gegenbewegung "Pro Ecclesia".
    Der große - auch zahlenmäßige - Erfolg von Bloggern
    wie z.B. Dr. Josef Bordat ("Jobo72" in der Bloggerliste)
    und dem Kreuzknappen kommt ja nicht von ungefähr,
    er zeigt, dass ein großer Bedarf an unabhängigem
    katholischem Schreiben da ist.
    Wenn Prof. Dr. Schwibach das nicht bemerkt hat,
    spricht das nicht gegen die Blogger.
    Dem Kreuzknappen alles Gute - und machen Sie
    bitte weiter so!

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  5. Ein Münchner auf Erden10. Februar 2017 um 20:19

    Originalton Schwibach:
    "Auch große und bekannte Blogger aus Übersee
    sind verstummt."
    Man schaue auf die Bloggerliste,
    rechts in die Abteilung "international",
    und dann weiß man, was man zur qualitativen Ein-
    ordnung des Beitrages von Prof. Schwibach wissen
    muss.

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  6. Der Professor schreibt dummes Zeug!
    Es gibt sogar bloggende Kardinäle,
    und in Deutschland gibt es auch mindestens
    zwei Bischöfe, die bloggen.
    Brille putzen angesagt, Herr Schwibach!

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  7. Ich bin mit dem Herrn Doktor (wer hat ihn eigentlich wann zum Professor gemacht?) Schwibach ja selten einer Meinung, aber hier hat er, so denke ich, vollumfänglich recht: Die Blökozese (wie ich mir immer erlaubt habe, das Phänomen zu nennen, auch um es vom Bloggen im Allgemeinen abzugrenzen) ist mausetot.

    Wohlgemerkt: Herr Schwibach hat nicht behauptet, es gäbe keine katholischen Blogger mehr. Die gibt es nach wie vor, und man kann sie fast alle finden, wenn man auf dieser Seite rechts knapp unterhalb der Kommentare klickt. Es sind immer noch, wie schon 2013, um die 350, Tendenz gleichbleibend, mit Fluktuationen.
    Aber "Blökozese" war etwas anderes, eine Selbstdefinition und Selbstermächtigung einer kleinen Gruppe von Bloggern, die sich selber als Diözese im Internet betrachteten, und die glaubten, mit ihren spezifischen Vorstellungen von "katholisch", die man am besten mit dem Begriff "neokonservativ" umreißen kann, eine Keimzelle für den "Heiligen Rest" zu bilden, der nach dem Niedergang der Kirche noch übrig bleibt.

    Diese Blökozese war vergleichweise laut und auffallend, hatte sogar eine eigene Facebook Seite mit sage und schreibe 153 Followern (die Seite gibt es noch, aber da ist seit zwei Jahren keiner mehr zu Hause), hatte eine zeitlang offizielle Unterstützung aus dem Bistum Freiburg, die auch das erste Bloggertreffen finanzierte, und brachte, als Kraftakt und größte Leistung, die "Petition pro Ecclesia" mit ca. 14 000 Unterzeichnern hervor.
    Der Kreuzknappe war meiner Beobachtung nach nie Teil der Blökozese. Dafür hat die Blökozese die harte Fleißarbeit des Kreuzknappen, eine Blogliste zu erstellen, für sich gekapert und sich die Oberhoheit über all diese Blogs angemaßt. (Daher dürfte auch das jetzige Missverständnis kommmen, die Blökozese sei identisch mit der Liste aller Blogs).

    Der Großteil der 100 000 Leser des Kreuzknappen scheint das genauso zu sehen: Immerhin hat er niemals einen der berüchtigten "Schwester Robusta"-Preise der Blökozese gewonnen, bei denen man mit ca. 100 Stimmen bereits einen ersten Preis gewinnen konnte. Ich glaube übrigens nicht, dass Robusta-Erfinder Alipius Müller nach der Blamage, dass 2014 ausgerechnet ein Blog, der Franziskus nicht mal mehr als Papst führt, den ersten Preis in "Papsttreue" gewonnen hat, jemals wieder diesen Preis ausschreibt. (wird fortgesetzt)

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    1. Was Sie über den Kreuzknappen schreiben,
      ist schlicht falsch:
      Ich habe nichts "gekapert", auch keine Bloggerliste,
      sondern ich betreibe sie - mit sehr viel Zustimmung
      nicht nur von Bloggerkollegen.
      Ich maße mir auch nichts an, diese Wortwahl,
      Herr Kuhn, ist äußerst unfair und spricht wohl
      eher gegen Sie selbst.
      Dass ich keinen Robusta-Preis gewonnen habe,
      ist kein Wunder, denn ich habe meine Leser aus-
      drücklich aufgefordert, nicht für mich zu stimmen,
      sondern für noch unbekannte Blogs, im Folgejahr
      habe ich dann beim Kollegen Alipius direkt
      angegeben, dass ich erst gar nicht auf die Vor-
      schlagsliste möchte.
      Was die Examensarbeit von Anna Heiliger betrifft,
      so ist diese umstritten. Das liegt z.T. auch
      daran, dass nur knapp 20 %, also gerade mal ein
      Fünftel, der Blogger an deren Umfrage teilgenommen
      hat, ich selbst auch nicht.

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    2. Sie haben mich komplett falsch verstanden. Nicht Sie haben gekapert, Ihre mühevolle Arbeit wurde gekapert. Von den Leuten, die den Begriff "Blogozese" für sich beansprucht haben, respektiere ich Ihre intellektuelle Redlichkeit.

      Noch einmal in aller Deutlichkeit: Ich habe Sie nie zu der Szene namens "Blogozöse" gerechnet, deren Untergang jetzt richtigerweise von Herrn Schwibach besungen wurde, und die ich pejorativ mit dem Begriff "Blökozese" bezeichnet habe, um sie gegen "ehrliche" katholische Blogger abzugrenzen. Ebensowenig waren der Kreuzknappe oder viele andere auf der Blog-Liste gemeint, als Kardinal Marx von Verblödung durch Verbloggung" sprach. Wer gemeint war, war von Anfang an klar, und das waren die, die ich abwertend in meinen Beiträgen erwähnt habe. Den Kreuzknappen habe ich, wie Sie leicht nachlesen können, mehrfach explizit davon ausgenommen. Auch wenn ich kirchenpolitisch eine dezidiert andere Position als Sie vertrete.

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    3. Diözesaner Bürohengst11. Februar 2017 um 13:01

      Herr Kuhn,
      wenn Sie mal googeln,
      finden Sie die Quellen, warum es
      Professor Dr. Schwibach heißt.

      http://www.kathpedia.com/index.php?title=Armin_Schwibach

      http://www.katholisches-forum-nds.de/gaeste-detail/items/123.html

      Was Ihre Äußerungen über die Blogozese betrifft,
      kann ich Ihnen irgendwie nicht folgen:
      Was wollen Sie uns damit sagen?
      Wer hat da was für sich gekapert - und wie können
      Sie das belegen?

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    4. zu Herrn KUHN um 11.40 Uhr:
      Sorry, ich bitte herzlich um Entschuldigung,
      da habe ich was in den falschen Hals gekriegt;
      seit dem überraschenden Trauerfall gestern im
      Freundeskreis bin ich durch den Wind,
      schlecht geschlafen etc.
      Herzlichen Dank für die Klarstellung!

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  8. Fortsetzung.

    Es gab nicht den einen Todesstoß für die Blökozese, es waren mehrere Bausteine zum Grabmal, die wichtigsten will ich hier nennen:
    - Die Treiber der Blökozese hatten direkten Kontakt mit Mons. Gänswein, der sie sehr gefördert hat. Mit Rücktritt von Benedikt war der Kontakt nichts mehr wert.
    - Überhaupt ging dieser Szene mit dem Rücktritt Benedikts die Identifikationsfigur flöten. Die Kirchenpolitik von Franziskus ist der Einstellung der Blökozese diametral entgegengesetzt. Der verbreitete Sticker "Blogger gegen Romophobie" wirkt im neuen Kontext geradezu lächerlich.
    - Die Bischöfe der Amtskirche merkten ab 2012 schleichend, dass die Blökozese keine breite Bewegung, sondern ein kleines Häuflein aus einem sehr engen Spektrum der katholischen Überzeugungen war, und haben die Unterstützung schleichend auslaufen lassen.
    - Eine wissenschaftliche Arbeit am Zentrum für angewandte Pastoralforschung der Uni Bochum stellte ein "konträr-differenziertes Verständnis des Begriffs Blogozese" fest (Seite 43), also etwa das, was ich oben auch schrieb, und wurde daher in der Blökozese auch sehr ungnädig aufgenommen.
    - Den letzten Ausschlag gab die Bemerkung von Kardinal Marx, dass "Verbloggung manchmal auch zur Verbödung führe", eine Bemerkung die eindeutig nicht auf alle katholischen Blogger, sondern auf diesen speziellen Kreis der Blökozese gerichtet war.

    Man wird also Herrn Schwibach ohne wenn und aber beipflichten müssen. Insbesondere, weil er selber dem engeren Kreis der Leute angehört, die die Blökozese definiert und publizistisch betrieben haben. Wenn er sie für tot erklärt, dann ist sie tot. Die katholischen Blogger als solche leben, siehe die Liste des Kreuzknappen, natürlich munter weiter.

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  9. Nachtrag: Ich habe in meinen obigen Beiträgen extra den pejorativen Begriff "Blökozese" verwendet, um den Damen und Herren, die sich hier bislang ereifern, klarzumachen, dass sie womöglich gar nicht gemeint sind.

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