Mittwoch, 15. Februar 2017

INSA-Umfrage: Vier von fünf Deutschen gegen Vereinigung der Kirchen!

Wollen die Menschen wirklich, dass die beiden großen Kirchen eine Art Wiedervereinigung erreichen?
Das sollte man eigentlich annehmen, nachdem doch schon viele Jahre so intensiv
für Ökumene getrommelt wird. Doch eine aktuelle Schlagzeile beim evangelischen Nachrichtendienst "idea" lässt daran erhebliche Zweifel aufkommen: "Nur jeder Fünfte für Vereinigung von evangelischer und katholischer Kirche", heißt es im gestern veröffentlichten Artikel.
Das Meinungsforschungsinstitut "INSA" befragte demnach über 2.000 Bundesbürger ab 18 Jahren zu diesem Thema, und das Ergebnis scheint ziemlich ernüchternd zu sein.

Doch Vorsicht  - auch Überschriften können (bewusst oder unbewusst) in die Irre leiten! -  Wer den Artikel ganz genau liest, der wird vermutlich so wie ich der Meinung sein, dass die zitierte (Er-) Schlagzeile, die ich als Blickfang aufgegriffen und modifiziert habe, so pauschal eigentlich auch wieder nicht stimmt... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ein anschauliches Beispiel, das der Kreuzknappe
    uns hier aus der Medienwelt demonstriert, denn
    in der Tat ist die Überschrift nicht korrekt!
    Wenn 62 % keine Meinung dazu äußerten,
    deutet das doch wohl eher darauf hin, dass die
    Fragestellung des Auftraggebers "idea" (!)
    nicht so gestaltet war, dass klare Antworten
    möglich waren.
    Weiter unten erfährt man dann, dass 56 % bzw.
    37 % (im Osten) für diese Art Wiedervereinigung
    sind.
    Ich bin überzeugt, dass andere Umfragen in der
    Vergangenheit da schon deutlichere Werte ge-
    bracht haben pro Kirchenvereinigung.
    Mich würde mal interessieren, was bei einer Umfrage
    herauskäme, die z.B. von ausdrücklichen Befürwortern
    bezahlt werden würde...

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  2. Was ist denn das für `ne Umfrage?

    Wie viele der Befragten (selbst wenn sie einer Kirche/Konfession) angehören,
    kennen überhaupt die „allgemeinen“ christlichen Glaubensgrundlagen?

    Wie viele der Befragten wissen, was „Kirche“ überhaupt (in einem ganz allgemeinen christlichen Verständnis) bedeutet? Viele verstehen darunter sicherlich eine Art Großkonzern oder irgendeine eine andere weltliche Einrichtung.

    Und falls die Befragten einer Kirche/Konfession angehören – wissen sie, was „Kirche“ nach der Lehre ihrer eigenen Kirche bedeutet, kennen sie also das eigene Kirchenverständnis?

    Und wie viele der Befragten kennen die einzelnen getrennten christlichen „Gruppierungen“ incl. Ablauf der Trennungen? (Ich kann doch in der Frage nicht einfach von „evangelischer Kirche“ sprechen – die Evangelen zerfallen in zig Denominationen. Welche ist/sind gemeint?)

    Wie viele der Befragten wissen darum, was all diese christlichen Gruppierungen konkret trennt? Wie viele wissen z. B. um das sehr unterschiedliche Amts-, Sakramenten- und letztlich damit Kirchenverständnis zwischen (römisch-)katholischer Kirche und etwa Lutheranern bzw. Reformierten? Dass sich z. B. aus katholischer Sicht „die Kirche“ im „vollen“ Sinn nur in der katholischen Kirche findet?

    Wie vieler der Befragten wissen, dass die Gründe für diese Trennung nicht irgendein Pipifax, sondern durchaus gravierend sind?

    Wenn ich aber die Ursachen der Trennung nicht kenne – wenn ich überhaupt nicht weiß, worum es hier geht – wenn mir schlicht der nötige Background fehlt – wenn ich deshalb auch überhaupt keine Vorstellung habe, wie eine solche Wiedervereinigung überhaupt aussehen/ablaufen soll – wie kann ich dann redlicherweise die Frage beantworten, ob ich für eine Wiedervereinigung der Kirchen bin?

    Was bei dieser „Umfrage“ zum Ausdruck kommt, kann dann ja wohl lediglich ein allgemeiner Wunsch sein: „Ja, ja, die sollen sich ruhig mal wieder vereinigen, Spaltungen haben wir eh genug!“ oder: „Nö, die sollen getrennt bleiben, das macht die Welt bunter – und Konkurrenz belebt das Geschäft!“ Oder eben die Bemerkung: „Interessiert mich nicht!“

    Dafür aber braucht es keine Umfrage.

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