Montag, 6. Februar 2017

Kardinal Müller gegen die Bischofskonferenz - Was der "SPIEGEL" so berichtet...

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichten die deutschen Bischöfe ihr gemeinsames Hirtenwort, auf das wir fast ein Jahr lang dringend gewartet haben. ---> HIER !
Dank der investigativen Qualitätsjournalisten des "SPIEGELS" wissen wir seit vorgestern, dass Kardinal Müller offenbar heftig da-
gegen ist; er habe den Bischö-
fen "Verwirrung" vorgeworfen, "sie dürften den Papst nicht interpretieren, denn das würde eine 'Umkehrung der Struktur der katho-
lischen Kirche bedeuten'"
- so die Aussage im "SPIEGEL".

Die Leser gewinnen damit den Eindruck, dass Müller direkt zum Doku-
ment der Deutschen Bischofskonferenz Stellung bezogen hat; das darf
man allerdings bezweifeln, Müller reagiert nämlich vor dessen Bekannt-
gabe in einem Interview... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Ordinariatsgeschädigter6. Februar 2017 um 09:05

    Raffiniert,
    wie der SPIEGEL den Eindruck erwecken will,
    Müller beziehe sich auf die deutschen Bischöfe.
    Dafür ist aber nirgendwo im Internet eine Quelle zu
    finden. Unmittelbar vor dem besagten Interview hatten
    aber die Bischöfe von Malta ihr Hirtenwort veröffent-
    licht, und das war offenbar ohne konkrete Namens-
    nennung (das macht man aus diplomatischen Gründen nicht)
    von Kardinal Müller gemeint.
    Schade, dass der "SPIEGEL" solche Tricksereien nötig hat.
    Ich kaufe mir den schon seit zwei Jahren nicht mehr,
    das Niveau ist nicht meines...

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  2. Kreuzknappe, Kreuzknappe,
    Sie können sich noch so sehr anstrengen,
    aber es wird Ihnen nicht gelingen, sich auf
    die Qualität des SPEIGELS herabzuschwingen!
    ;-)

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    1. Zugegeben, ich finde Ihren Leserkommentar
      mit Anspielung auf einen anderen Leser
      ähnlichen Namens witzig, aber da sowas
      Verwirrung stiften könnte, lassen Sie das
      bitte in Zukunft. Danke!

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  3. Das Hirtenwort der deutschen Bischöfe stand noch vor dessen offiziellen Bekanntgabe den deutschen Bischöfen zur Verfügung. Es kann gut sein, dass er auch den Glaubenspräfekten zuvor zur Einsicht vorgelegt wurde. Hier könnte also Spiegel richtig liegen.
    Wichtiger aber wäre hier nicht den Zeitpunkt, sondern den faktischen Glaubensabfall des deutschen Episkopats zu kommentieren.
    (hans.kloss)

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  4. Der Spiegel schreibt mal wieder Unsinn.
    Die konservativen Katholiken haben ruhig und
    sachlich reagiert:
    http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=7809

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  5. Die Idee des Spiegels, Müllers Interview könnte die DBK im Blick gehabt haben, hat durchaus eine Plausibilität. Ich gehe davon aus, dass die tatsächlich Hintergrundinformationen haben, die uns nicht so ohne Weiteres zugänglich sind.

    Dass Müller das Interview vor dem Hirtenwort gegeben hat, spricht dem nicht entgegen. Selbstverständlich hat Müller das Hirtenwort bereits vorher gekannt. Sei es, dass es ihm offiziell zugeschickt wurde, sei es, dass es ihm sein Adlatus Voderholzer diskret durchgesteckt hat. Alles andere wäre lebensfremd.

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    1. Da gehen wir jetzt einfach mal
      mit der Logik dran, Herr Kuhn!
      Wenn Kard. Müller ein Zeitungsinterview gibt,
      dann funktioniert das nach journalistischem
      Brauch so, dass der Interviewte den Entwurf
      vor Veröffentlichung zugeschickt bekommt und
      den als korrekt bestätigt.
      Das braucht seine Zeit, und da passt es schon
      ziemlich genau mit dem Interview, dass er
      "Il Timone" gegeben hat - das wurde am 1.2.
      veröffentlicht und dürfte demnach ca. eine
      Woche vorher entstanden sein,
      und das passt genau auf die Zeit, nachdem die
      Bischöfe von Malta ihre Erklärung abgegeben
      haben.
      Außerdem wäre in anderen deutschen Zeitungen
      garantiert darüber berichtet worden, wenn Kard.
      Müller sich über die Bischofskonferenz geäußert
      hätte.
      http://www.iltimone.org/35649,News.html

      Wir sollten also nicht nach dem Motto verfahren
      "Es könnte eventuell vielleicht sogar sein, dass..."

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    2. Ihre "Logik" widerlegt nichts von dem was ich gesagt habe. Mir scheint, Sie haben keine Vorstellung davon, wie viele Wochen ein gemeinsames Papier der DBK unter den Bischöfen kursieren musste, damit es auf der Sitzung des Ständigen Rates am 23. Januar (!) abgenickt und am 1. Februar veröffentlicht werden konnte.

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    3. Sehe ich wie Klaus-Peter Kuhn und hab das anderswo so gesagt. Es ist nicht erstaunlich und auch nicht verwerflich, dass Müller weiterhin seine Sicht gegen die dt. Bischöfe und indirekt natürlich auch gegen den Papst durchzusetzen versucht. Gleichzeitig wurden seine Aussagen (vielleicht mit seinem Einverständnis) von den konservativen Medien (inkl. der von ihm selber kontrollierten Tagespost überinterpretiert.
      http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Mueller-schliesst-Kommunionempfang-wiederverheirateter-Geschiedener-aus;art312,175886

      Die Überschrift der Tagespost ist schlicht eine Falschmeldung.

      Er möchte das vielleicht sagen, hütet sich aber dennoch ziemlich geschickt davor, Amoris laetitia so direkt zu widersprechen.

      Etwas erschreckend fand ich, welchem Medium Müller dieses Interview gegeben hat. Es handelt sich um ein TFP-Organ (Massimo Introvigne etc., das ist der Führer der italienischen TFP-Sektion), also Vertreter der italienischen radikalen Rechten, also dieselben Leute, die bspw. hinter den Papstplakaten stecken. Das ist unter aller Kanone, von der Tendenz her vergleichbar mit gloria.tv oder katholisches.info oder M.v. Gersdorff.

      http://www.deutschlandfunk.de/schwarze-liste-was-katholiken-nicht-lesen-sollten.886.de.html?dram:article_id=377948

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    4. P.S.:
      Es ist dabei eigtl. auch egal, ob Müller über die Einigung der dt. Bfe. vorab genauer informiert war oder nicht. Dass seine Wortmeldung zu diesem Zeitpunkt erfolgte, war auf jeden Fall als Gegenakzent auf das zeitgleich erscheinende dt. Dokument gemünzt.

      Müllers Seitenhieb auf Bischöfe, die den Papst bitte nicht "interpretieren" sollen (was natürlich Quatsch ist, natürlich sollen sie das, genau das will ja der Papst), lässt sich dabei geschickterweise ebenso sehr auch gegen ultrakonservative Papstkritiker verwenden. Auch die sollen nach Müllers Überzeugung (die ich für ehrlich halte) bittesehr den Mund halten.
      Ebenso geschickterweise wird diese Stoßrichtung, die man aus Müllers Statement eben auch herauslesen kann, in der konservativen Berichterstattung (und ebenso im SPIEGEL) völlig übergangen.

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  6. Diözesaner Bürohengst6. Februar 2017 um 22:37

    Der Herr Kuhn hat sich da in was verrannt
    und will nun mit aller Gewalt recht behalten.
    Sowas geht in aller Regel daneben.
    Hätte Kardinal Müller wirklich die DBK gemeint,
    wäre das ein gefundenes Fressen für die gesamte
    deutsche Presse gewesen,
    am besten noch mit dem Untertitel "Greift der
    Papst jetzt durch und entlässt Müller?"
    Es ist schlicht Unsinn, und das liegt auf der Hand,
    deutlicher geht's nicht.
    Der SPIEGEL hat es auch wohlweislich vermieden,
    dazu nähere Angaben zu machen, die Aussage steht
    merkwürdig im Raum.
    Eine absolute Presse-Ente, die kein seriöses
    anderes Medium übernommen hat!

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  7. Die Konstruktion des "SPIEGELS" ist Quatsch.
    Andere Zeitungen haben nichts davon geschrieben.
    Dem Spiegel steht das Wasser vielleicht langsam
    bis zum Hals, bei der sinkenden Auflage und den
    vielen Entlassungen, die schon nötig waren.
    Kardinal Müller ist nun wirklich niemand,
    der Angst hat, seine Meinung zu sagen.
    Hätte er die deutsche Bischofskonferenz gemeint,
    hätte er das auch gesagt.
    Das Interview bezieht sich eher auf Malta.
    Die Linkskatholiken sollten sich also schnell
    wieder abregen.

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  8. Diözesaner Bürohengst16. Februar 2017 um 19:04

    Kardinal Müller hat gestern abschließend
    klargestellt, dass mit seinen Äußerungen nicht die
    deutschen Bischöfe gemeint sind - und dass das
    Interview schon vorher entstanden ist:

    http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/gerhard-ludwig-kardinal-mueller-auch-der-papst-ist-kein-supermann-aid-1.6611134

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