Dienstag, 7. Februar 2017

KNA-Chef Ludwig Ring-Eifel bei "katholisch.de" über das Ende der katholischen Ehe...

Wie sag ich's meinem Kinde? - Das Problem gibt's beileibe nicht nur bei der Sexualaufklärung; generell ist es eine Kunst, eine Information oder Meinung so zu "verpacken", dass die Botschaft ankommt, ohne dass der eigene Kopf rollen muss, wie das zuweilen früher mit dem Überbringer schlechter Nachrichten geschah.
So schreibt der Chefredakteur der "Katholischen Nachrichten-
agentur" (KNA)
in seinem heutigen Beitrag für "katholisch.de" kluger-
weise nicht über das Ende der katho-
lischen Ehe, sondern er formuliert es geschmeidiger: "Am Ende eines Sonderweges".

Spätestens das Bischofswort der deutschen Bischöfe zeige, dass die Besonderheit der katholischen Ehelehre im Vergleich etwa zu den Orthodoxen hiermit beendet ist, da nun jeder Gläubige nach seinem Gewissen entscheiden kann, ob er /sie z.B. zur Eucharistie hinzutritt
oder nicht, kein Priester kann und darf ihn mehr aufhalten.

Ein bisschen lässt er dann aber doch seine Skepsis durchschimmern, ganz vorsichtig: "Ob das ein Fortschritt für die Seelsorge ist, wird man in weiteren 100 Jahren besser beurteilen können. Ich persönlich habe meine Zweifel..."  ---> HIER !
Na, da werden vielleicht die Telefondrähte wieder glühen...

Kommentare:

  1. Das dezente Jammern kommt zu spät.
    Warum hat der Chef den Mund nicht vorher aufgemacht?

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  2. Trockener Kommentar des Kirchenrechtlers
    Prof. Dr. Thomas Schüller auf der Facebookseite
    von "katholisch.de":
    "Die Aussage, der CIC von 1917 habe wieder verheiratete
    Geschiedene automatisch exkommuniziert, ist schlicht falsch."

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    1. Das Dumme ist nur, dass Ring-Eifel das über-
      haupt nicht geschrieben hat...

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    2. Automatisch infamiert und anschließend per Spruchstrafe interdiziert oder exkommuniziert, um genau zu sein. Es läuft auf dasselbe hinaus. In einigen Ländern wurde die automatische Exkommunikation auch qua Indult praktiziert (so in den USA bis 1977), dort waren die Betr. also tats. automatisch exkommuniziert, wie Ring-Eiffel gesagt hat. Im Detail liegt er falsch, grds. hat er in dem Pkt. vollkommen recht.

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  3. Es ist bedauerlich, dass die Hau-drauf-Diskutanten
    aller Couleur solche Dokumente nicht wirklich lesen
    können oder wollen.
    Die Bischöfe schreiben: "Erforderlich sind vielmehr
    differenzierte Lösungen, die dem Einzelfall gerecht
    werden und d a n n zum Tragen kommen, wenn die
    Ehe nicht annulliert werden kann."
    Mit anderen Worten: Die Behauptung, man könne als
    wiederverheiratet Geschiedener nach Lust, Laune und
    Gewissensentscheidung zur Kommunion spazieren,
    ist vom Dokument her nicht begründbar.
    Der Normalfall ist das Annullierung der Ehe, und zu-
    mindest das Durchlaufen des katholischen Ehegerichts-
    verfahrens wird v o r der Entscheidung für einen
    Kommuniongang vorausgesetzt.

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    1. Naja, nicht ganz.

      Nicht immer ist es erforderlich, das ganze katholische Ehegerichtsverfahren zu "durchlaufen", um zu wissen, dass eine Ehe nicht annulliert werden kann.
      Die meisten Fälle, in denen offensichtlich keine Nichtigerklärung möglich ist, werden nach dem Anbahnungsgespräch bereits als aussichtslos erkannt und den Antragstellern wird dann empfohlen, gar nicht erst zu klagen. Deshalb liegt die "Erfolgsquote" dieser Verfahren ja auch bei 95%.
      http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ehe-annullierungen-in-der-katholischen-kirche-als-waere-nie-etwas-gewesen-1.1873323

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  4. Ring-Eifel deutet auch das an:
    Das könnte ein weiterer Schritt sein in Richtung
    Protestantisierung der katholischen Kirche.

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    1. "Protestantisierung" ist ein nichtssagendes
      Schlagwort von Konzilskritikern.
      Das benutzt Ring-Eifel nicht.

      Die protestantische Position zur Wiederheirat
      hat Ring-Eifel aber tatsächlich nicht
      verstanden.
      Das ist mein Hauptkritikpunkt an seinem Artikel.
      Er sitzt dem gängigen Missverständnis auf,
      in der ev. Kirche sei Scheidung erlaubt,
      weil die Ehe kein Sakrament sei.
      Das ist schlicht Unsinn.
      Das klass. lutherische Verständnis dieses Themas
      wird von Noch-Bundespräsident Gauck vorgelebt.
      Eine zweite Eheschließung ist da strikt ausgeschlossen.

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