Sonntag, 19. Februar 2017

Studie der Erzdiözese Wien mit Überraschung: 72 % der Priester sehen Zölibat als hilfreich!

                Direktlink zur Predigt für den heutigen 7. Sonntag A ---> HIER !
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Wenn man den Nörglern glaubt, ist der Zölibat für die meisten Priester eine ganz schlimme Belastung.
Dieses Bild entsteht auch durch Priester-Aussteiger, die z.B. heiraten wollen und dann in den Medien Vorwürfe in Richtung Kirche und Zölibat verkünden.
Dass die Realität ein wenig anders ist, weiß eigentlich jeder, der so wie wir mehrere Priester in der Verwandtschaft hat und mit denen auch darüber redet.
Schön, dass aber auch wieder quasi "amtlich" bestätigt wird, dass die meisten Priester mit ihrem Beruf, ihrer Berufung, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung hoch zufrieden sind und mit großer Mehrheit den Zölibat nicht als Belastung empfinden, sondern im Gegenteil als hilfreich. Das wurde in früheren Seelsorge-Studien auch schon bestätigt (siehe z.B. ---> HIER !), jetzt aber auch durch eine groß angelegte Studie der Erzdiözese Wien. Die Priester sind zu 72 % der Ansicht, dass der Zölibat "hilfreich" ist. ---> HIER !

Geplagt werden manche Priester eher von anderen Problemen, nämlich von zu wenig Sport, von Übergewicht und vom Alkohol... ---> HIER !
Wenn 25 % der Priester mit dem Zölibat unzufrieden sind,
liegt das also eher nicht am Zölibat, sondern an persönlichen Faktoren. Das bestätigt sich in anderen Bereichen auch immer wieder: Während der eine schnell das Handtuch wirft, kommt sein Berufskollege damit gut klar, wie das z.B. auch durch "Burnout"-Statistiken etwa bei Lehrern bekannt ist. In dreißig Berufsjahren als Lehrer habe ich da so allerhand erlebt, bis hin zu Kollegen, die weinend aus dem Klassenraum gerannt sind; einer meiner Kollegen hat sogar vor einer schwierigen Klasse (ich unterrichtete dort auch) damit gedroht, sich umzubringen.
Doch zurück zu den Befindlichkeiten der Priester: Vielleicht wäre es für den einen oder anderen "Unzufriedenen" auch mal ganz heilsam, einen Blick über den Tellerrand zu werfen, wie es mit der Unzufriedenheit anderswo aussieht: Etwa jeder zweite (!) Arbeitnehmer ist mit seinem Job unzufrieden, und wenn mehr als ein Drittel aller Ehen geschieden werden, muss man leider annehmen, dass sicher auch mehr als die Hälfte aller Ehen nicht sonderlich glücklich sind... ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Sie haben wieder einmal den Nagel auf den
    Kopf getroffen, werter Kreuzknappe!
    Der Zölibat kann auch schwerfallen, kann auch wehtun,
    ist auch Verzicht. Er ist aber eben auch ein besonders
    starkes Zeichen und ein großer Gewinn.

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  2. Möglicherweise liegen bei manchen Zölibats-Verächtern
    auch Persönlichkeitsstörungen vor.
    Während Eheleute meist nur wenige Monate oder wenige
    Jahre Zeit haben, ihren Entschluss zu prüfen,
    werden angehende Priester gezielt immer wieder mit der
    Nase darauf gestoßen, was der Zölibat bedeutet.
    Sie haben dann bis zu 8 Jahre Zeit, sich die Ent-
    scheidung reiflich zu überlegen, ob sie dieses Ver-
    sprechen abgeben können.
    Von daher kann ich das nicht nachvollziehen.

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  3. Aus der Praxis geplaudert:
    Bei einer Vielzahl von Priestern, die Probleme mit
    dem Zölibat haben, ist es nach unserer Erfahrung
    aus mehreren Gesprächen nicht der Zölibat selbst,
    der das Hauptproblem darstellt,
    sondern die Vereinsamung des betreffenden Priesters.
    Es ist nicht leicht, wenn man z.B. spätabends nach
    einem schwierigen Tag ins Pfarrhaus heimkommt
    und hat niemanden, mit dem man reden kann.
    Ich kann daher eigentlich immer nur wieder den Rat
    wiederholen, sich mit anderen Priestern zusammen-
    zuschließen, sich regelmäßig und bei Bedarf ganz
    spontan zu treffen, wenn's sein muss, auch mitten
    in der Nacht.

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  4. Niemand hat jemals behauptet, dass der Zölibat
    einfach zu leben ist. Wenn man sich den Pfarrer-
    mangel in der evangelischen Kirche und die hohen
    Scheidungsraten dort anschaut, kann man den
    Eindruck gewinnen, die Ehe ist auch nicht einfach.
    In heutiger Zeit wird einfach viel wehleidig ge-
    hammert, auf hohem Niveau. Dabei ist das soziale
    Ansehen und auch das Gehalt von Priestern mit
    mehr als 4.500 Euro monatlich auch nicht gerade zu
    verachten...

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  5. Man kann das katholische Eheverständnis
    kritisieren, man kann den Zölibat kritisieren.
    Es läuft letzten Endes ehrlicherweise immer darauf
    hinaus, dass man sich da persönlich etwas passend
    redet, denn man war im Vollbesitz seiner geistigen
    Kräfte, als man sich darauf eingelassen hat.

    http://www.rp-online.de/nrw/kultur/der-zoelibat-ist-zeitgemaess-und-notwendig-aid-1.4394529

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