Samstag, 18. Februar 2017

Unterschreiben? - Initiative #SineDubia ruft zur Unterstützung von Papst Franziskus im Kampf gegen seine Kritiker auf

Bei den Bloggerkollegen von "The Cathwalk" gibt es derzeit einen ausführlichen Solidaritäts-Artikel mit Papst Franziskus, bei dem man um Unterstützung gegen die "Dubia" und weitere Papst-Kritiker bittet.
Meinen Lesern ist das "Magazin für katholische Lebensart, Mode & Lifestyle" schon durch eine Mode-
Debatte
bekannt. ---> HIER !
Zu Beginn des Aufrufes stellt man fest, dass Papst Franziskus "ein großer Segen für die Kirche" sei, und man will sich davon distanzieren, "die guten Akzente dieses Papstes ständig argwöhnisch zu betrachten", also ein Umstand, den es selbstverständlich beim Vorgängerpapst Benedikt XVI. so niemals gab, oder...?

Papst Franziskus habe schließlich das Recht, "auch die vermeintlich 'gerechten Söhne' zu ermahnen", liest man in ihrem "Weckruf", um dann dort fortzufahren: "Und selbst wenn er ihnen Unrecht tun sollte: Ist nicht gerade das stille Ertragen auch vermeintlich ungerechtfertigter Kritik Zeichen der Heiligkeit eines Mannes der Kirche?"
Nun, bezüglich des "stillen Ertragens" von Vorwürfen werden manche wohl daran zweifeln, dass Papst Franziskus darin ein großer Meister ist, schätze ich mal...
Der "Weckruf" bei "The Cathwalk"... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Was soll man dazu sagen,
    wenn statt echten Argumenten in diesem "Weckruf"
    nur Sprechblasen zu lesen sind?
    Insbesondere wird der entscheidenen Frage ausge-
    wichen, inwieweit dieser Papst selbst verantwortlich
    für den desaströsen Zustand nach "Amoris Laetitia"
    ist, indem er Bitten um Klarstellung seit Monaten
    ausweicht und stattdessen nur verbald um sich schlägt?!
    Schon der Denkansatz des Aufrufes stimmt nicht,
    denn das Feld der Papstkritiker ist sehr weit,
    dazu gehören Wissenschaftler ebenso wie Bischöfe.
    Denen ständigen Argwohn zu unterstellen,
    ist schlicht eine Unverschämtheit!

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    1. Die Argumente, deren Fehlen Sie bemängeln, wurde schon desöfteren bei cathwalk genannt und können für die Zwecke dieses Aufrufs als bekannt vorausgesetzt werden.

      Für Sie zum Nachlesen gibt es hier einen Artikel auf cathwalk , der keinen Geringeren als Prälat Imkamp als Referenz anführt, also einen des Modernismus und Liberalismus eher unverdächtigen Kleriker.

      Dort ist auch ausgeführt, inwiefern die heutigen Papst-Anwerfer in der Tradition der Häresie des Jansenismus stehen.

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  2. Dass Dr. Bordat diesen Aufruf mitunterzeichnet hat,
    der keinerlei stichhaltige Argumente präsentiert,
    sondern nur von "Barmherzigkeit" daherredet, ist für
    mich die größte Überraschung.
    Mich würde der Hintergrund interessieren, warum man
    nicht in der Lage war, gute Argumente aufzuführen.
    Sehr richtig bemerkt der Kreuzknappe,
    dass Kritik am Papst nun wirklich nicht neu ist.
    Papst Franziskus hat sich durch seine zahlreichen
    Hauruck-Manöver das Vertrauen bei vielen Katholiken
    verspielt.

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  3. Diözesaner Bürohengst18. Februar 2017 um 12:11

    Wieder einmal stellt der Tradi-Blogger
    "Kreuzknappe" seine Souveränität unter Beweis,
    indem er im Gegensatz zu seinen Bloggerkollegen
    auf den Aufruf hinweist und die Diskussion er-
    möglicht.
    In der Sache halte ich den Aufruf aus mehreren
    Gründen für falsch: Papst Franziskus ist ganz
    sicher nicht auf die Unterstützung von ein paar
    deutschen Bloggern und Publizisten angewiesen,
    und im übrigen heißt es, er lächele über die
    Kritik.
    Zum anderen stimme ich zu, dass der Aufruf
    nicht wirklich argumentativ weiterhilft, im Gegen-
    teil: Er verschärft unbeabsichtigt nur noch
    das Lagerdenken.
    Ergo: Gut gemeint ist leider nicht immer gut!

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  4. Inzwischen dämmert es offenbar auch schon
    den Verfassern, wie dürftig dieser Weckruf
    aufgefallen ist, der so aussieht, als sei er
    in aller Eile zusammengewurstelt worden,
    weil man halt auch mal was dazu sagen wollte.
    Dr. Bordat hat heute in seinem Blog eingeräumt,
    dieser Aufruf sei "programmatisch bis POLEMISCH",
    und der sei selbst damit "nicht in allen Einzelheiten"
    einverstanden.
    Tja, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Hauptsache, unterschreiben, auch wenn man nicht wirklich
    überzeugt davon ist.
    Schlimm ist auch das, was mit diesem Weckruf indirekt
    unterstellt wird, nämlich: Kritik am Papst ist uner-
    wünscht, ist Majestätsbeleidigung!
    Dabei ware es gerade Papst Franziskus, der zur Kritik
    aufgerufen hat, mit der Einschränkung, sie dürfe nicht
    persönlich beleidigend sein.
    So lange der Papst nicht ex cathedra spricht,
    darf und soll er diskutiert und kritisiert werden.
    Es wäre ja auch geschichtlich betrachtet nicht der
    erste Papst, der ein Schreiben verfasst hat,
    das sich im Nachhinein zumindest als unglücklich
    herausgestellt hat, bis hin zu Häresie-Vorwürfen,
    wie etwa gegen Papst Honorius.
    Der "Weckruf" ist also alles andere als ein
    Weckruf, sondern ein Aufruf, möglichst populistisch
    und mit Denkverboten in der kirchlichen Debatte
    fortzufahren.
    Schade, sehr schade!
    Ich werde solch ein schwaches Dokument mit Sicherheit
    NICHT unterzeichnen.

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  5. Die kühne These dieser Weckrufer,
    dass beim Papst der heilige Geist quasi
    eingebaut ist, dürfte kirchengeschichtlich
    kaum haltbar sein.
    Was hat man jetzt auf einmal gegen Kritik?
    Bei Papst Benedikt war die doch auch an der
    Tagesordnung...

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  6. Holla-die-Waldfee,

    verrückte Welt:

    Die beiden Initiatoren des vehementen Pro-Franziskus-Weckrufs
    („Cathwalk“-Chef Matthias Schäppi und sein Stellvertreter Friedrich Reusch)
    „entstammen“ ausgerechnet der Piusbruderschaft
    bzw. deren Jugendabteilung KJB
    und haben bis vor nicht allzu langer Zeit
    für die erzkonservativen KJB-Mitteilungen „Der Gerade Weg“ (DGW) gearbeitet –
    Schäppi war dort Chefredakteur und wurde noch im Herbst 2015 gelobt
    als jemand, der „in den letzten Jahren ja bei allem eiserne Nerven bewiesen“ habe –
    ehe sie sich mit „Cathwalk“, dem „katholischen Lifestyle-Blog“, abnabelten.
    Sehr zum Missfallen ihrer ehemaligen Wegbegleiter.
    Aber nun haben sie ja neue Freunde,
    von Bordat bis Püttmann (als Unterzeichner). ;-)

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  7. Also ich bin ein wenig überrascht, nicht allen Unterzeichnern hätte ich das zugetraut. Ein offen vom Opus Dei gelenkter Aufruf gegen rechts ist schon etwas Besonderes und könnte Ausdruck des allmählichen Kulturwandels innerhalb des Werkes sein, der wohl auch mit der Wahl des neuen Prälaten bekräftigt wurde. Das würde bestätigen, dass Ocáriz (der zu keinem Zeitpunkt irgendeine Positionierung zu Amoris Laetitia erkennen ließ) die mit Amoris Laetitia äußerst unzufriedene Clique um das geschlossene päpstliche Familieninstitut fallen gelassen hat.

    Dieser Kurs liegt auch auf der Linie des amerikanischen Opus Dei (mit ihrem Organ "Crux" mit John Allen und Inés San Martín, übrigens eine Argentinierin), die den Papst ebenfalls auf nicht ganz ungeschickte Weise gegen die Ätzkritik der Ultrarechten verteidigen.

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    1. Opus Dei? Nee, hat damit nix zu tun,
      s. meinen obigen Kommentar.
      Oder auch die Kommentare beim grünen Link des Kreuzknappen,
      dort findet sich in einem Kommentar Ausführlicheres zu Cathwalk/Piusbruderschaft und damit
      zu den Initiatoren des aktuellen Weckrufs.
      Das sind "stylishe" Ex-KJBler.

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    2. Tarnung ist das A und O, das hat beim OD spielerische bis obsessive Züge und steckt bei den Leuten in der Muttermilch.
      Die Erkennungszeichen sind für Insider aber nicht zu übersehen. Ich weiß schon, wovon ich rede. Solche Gesinnungswandel, wie sie hier bei einigen Unterzeichnern sichtbar werden, sind auch ohne die mentalen Beeinflussungstechniken des OD gar nicht denkbar. Manche wissen allerdings auch gar nicht, dass sie dazugehören ;-)

      Es ist aber erfreulich, dass solche Stimmungsäußerungen von den geistigen Leitern zugelassen werden. Das spricht für den Politikwechsel an der Spitze, der schon seit einiger Zeit spürbar wurde.

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    3. Dann ist Püttmann die Tarnung aber besonders gut gelungen ;-)

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    4. Das OD ist kein monolithischer Block, da gibt es durchaus unterschiedliche Strömungen, und dumm sind die wenigsten. Nur die Kontrollmechanismen sind halt klassisch konditioniert und dadurch auch leicht zu identifizieren. Püttmann ist ja ein alter Hase und weiß Bescheid. Leute wie ihn, die selber mitdenken, gab es schon immer.

      Es entbehrt nicht gewisser Komik, dass dieser "Weckruf" ausgerechnet vom Opus Dei kommt, das jede "Aufweichung" der brachialen Keuschheitsdisziplin bisher heftigst bekämpft hat. Wenn du den "Weckruf" mit dem letzte Woche von Spaemann Junior publizierten Artikel auf kath.net vergleichst, der das alte Denken des Opus Dei vertritt, dem Spaemann ja auch angehört, sagt das viel aus über die derzeitigen Spannungen zwischen dem „intellektuellen“ Flügel und dem alten Sektiererflügel im Werk. Ocáriz steht für Ersteren, der wohl tats. auf mehr Meinungsvielfalt setzt, zumindest duldet er solche Aktivitäten und scheint sich auch für die kürzlich entmachtete Dreierbande vom Familieninstitut (Granados, Kampowski, Pérez-Soba) nicht aktiv stark zu machen. Offenbar ist den Intellektuellen im Werk die kirchenpolitische Rehabilitierung des OD wichtiger als die alten Axiome.

      Die Vertreter der bisherigen Linie, also die der Autoren von Familiaris Consortio (R. Spaemann etc.) sind aber nat. auch nicht völlig abgetaucht:
      https://cruxnow.com/commentary/2017/02/16/pastoral-handbook-amoris-says-answer-no-communion/
      Pikant dabei ist die Nähe von Kdl. Müller zu diesem Flügel.

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    5. Ich bin ja ein Fan Ihrer Kommentare, Herr Jorge, aber hier muss ich doch intervenieren! ;-) Wenn man liest wie Opus-Dei-Mann Liminski mit Püttmann umgeht (http://www.liminski.de/aktuelles/disput/), dann fällt es mir schwer zu glauben, beide könnten in dieser rechten Bande (https://columnasemanalmartasalazar.wordpress.com/2016/07/09/das-opus-dei-und-die-afd-2/) vereinigt sein.

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    6. Jorge schreibt:

      „Es entbehrt nicht gewisser Komik, dass dieser "Weckruf" ausgerechnet vom Opus Dei kommt … Tarnung ist das A und O, das hat beim OD spielerische bis obsessive Züge … Die Erkennungszeichen sind für Insider aber nicht zu übersehen. … Solche Gesinnungswandel, wie sie hier bei einigen Unterzeichnern sichtbar werden, sind auch ohne die mentalen Beeinflussungstechniken des OD gar nicht denkbar. Manche wissen allerdings auch gar nicht, dass sie dazugehören ;-).“

      Weil´s mich interessiert und mir bislang bei Jorge konkrete Belege fehlen:

      Woher weiß Jorge so sicher, dass dies eine Aktion des Opus Dei (OD) ist?

      Soll das heißen, dass die beiden Weckruf-Initiatoren (Schäppi, Reusch, beide von der Piusbruderschaft geprägt bzw. Ex-KJBler) gar nicht die „wahren“ Initiatoren sind, sondern nur nach außen hin als solche erscheinen? Dass in Wirklichkeit das OD dahintersteckt, das den Weckruf initiiert hat und steuert, das die beiden beeinflusst, manipuliert – ja möglicherweise sogar (bzgl. des Weckrufs und darüber hinaus) die beiden dermaßen und in der Weise beeinflusst, dass sie – ohne formell dazuzugehören, ohne es selbst überhaupt zu wissen! – inzwischen selbst ODler sind? So oder so Marionetten in den Händen des OD bzw. dessen Strohmänner? Eine Strohmann-Tarnung für das dahinter sich verbergende OD, evtl. sogar zudem die Ex-KJBler selbst nur getarnte ODler (ohne selbst darum zu wissen)?

      Und dass die anderen Unterzeichner entweder (offen/heimlich) OD-Sympathisanten bzw. OD-Mitglieder oder ODler ohne eigenes Wissen hierum sind?

      Klingt irgendwie abenteuerlich …

      Klar ist aber: Egal, wer konkret für den Weckruf verantwortlich ist – er ist auf jeden Fall aus der erzkonservativ-katholischen Ecke initiiert (Piusbruderschaft-/KJB-Prägung oder/und OD) – und insofern ob seiner Pro-Franziskus-Haltung … nu ja … verwunderlich … ;-)

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  8. So ein besonders gutes Gewissen scheinen die
    Organisatioren des Weckrufes nicht gehabt zu
    haben, denn wie man erfährt, haben sie seit
    einer Woche im Geheimen nach Mitstreitern gesucht
    und gingen erst jetzt an die Öffentlichkeit.
    Wie der Bloggerkollege vom "Papsttreuen Blog"
    z.B. erwähnt, gibt es Kritik am Papst auch zur
    Genüge aus dem nichtkatholischen Bereich, z.B.
    bezüglich seiner "von einer beinahe bemerkenswerten
    Unkenntnis der Zusammenhänge" geprägten Äußerungen
    zum Kapitalismus, und auch beim Thema Umwelt haben
    ihm seine Berater einseitig was ins Ohr geflüstert.
    Wie der Kreuzknappe ja auch schon richtig bemerkt hat
    und wie vom "Papsttreuen" bestätigt,
    ist der Weckruf derart vage formuliert, dass er un-
    brauchbar ist. Aber nicht nur das: Wer Gegner so
    wie im Weckruf gleich als "pathologisch" tituliert,
    also als Kranke hinstellt, kann von mir keine
    Sympathie erwarten.
    Das war daneben, Herr Schäppi!

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  9. "Cathwalk" wäre besser bei den Modefragen geblieben.
    Ich ärgere mich auch über ewige Papstkritik bei
    einigen Tradi-Blogs (der Kreuzknappe ist da deut-
    lich fairer und lässt Gegenmeinungen auch gelten),
    aber DIESE Art von Papstunterstützung
    ist so ziemlich das Letzte, was er brauchen kann.

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  10. Meine Korinthe:
    a, ab, e, ex und de / cum und sine, pro und prae
    stehen mit Ablativ.
    Müsste also #sinedubiis heißen.

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    1. Ja, abgesehen von den Sprechblasen im Text
      kriegen die noch nicht mal die Grammatik
      auf die Reihe.
      https://twitter.com/ClaudiaSperlich/status/833047038380081154

      Seltsam ist auch, dass man nur die paar Namen
      der Erstunterzeichner zu sehen bekommt.
      Ob sich die Zustimmung der Katholiken zu dieser
      Aktion etwa in sehr überschaubaren Grenzen hält?

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