Freitag, 31. März 2017

150 Kölner Wirte: Kein "Kölsch" für die AfD!

Offiziell heißt die Parole zwar "Kein Kölsch für Nazis", aber der Zeitpunkt der Kampagne kurz vor dem in Köln stattfindenden AfD-
Parteitag macht die eigentliche Zielrichtung klar, und so liest man denn auch in der Pres-
se Schlagzeilen wie "Bierdeckel gegen die AfD" ---> HIER und HIER und HIER !

So sind die 200.000 Bierdeckel laut eigener Homepage der Aktion ausdrücklich Teil der Aktionswochen "Der AfD die Show stehlen" ---> HIER !
Dass die Wirte mit dieser Aktion gegen die "Geister der Vergangenheit" ankämpfen wollen, ist nicht ganz ohne ungewollte Ironie, denn gerade die Geister der Vergangenheit waren es im "Dritten Reich", die mit Boykottaufrufen "Deutsche, kauft nicht bei Juden!" Andersdenkende ausgrenzten. ---> HIER !
Auf der Facebookseite dieser Kölner Aktion geht es denn auch hoch her mit Leserkommentaren, und viele davon halten die Wirte-Aktion für falsch und gefährlich. Einer wirft den Wirten vor, mit der Bier-Verweigerung in ihren Kneipen selbst Nazi-Methoden anzuwenden, da ist die Rede von "Bullshit" und "Gehirnwäsche" ebenso wie die Frage, warum eigentlich von den ach so toleranten Aktionisten Leserkommentare gelöscht würden. Manche greifen zu einer härteren Tonart, etwa wenn sie den Wirten be-
scheinigen, damit selber rassistisch zu sein.
Andere bescheinigen den Kölsch-Verbietern puren Populismus, da sie noch nicht mal erläutern könnten, wie sie denn die (angeblichen) Nazis unter ihren Gästen überhaupt herausfiltern wollten. Ein anderer fragt, wo denn da eigentlich die Logik bleibt, wenn man diesen Gästen zwar das "Kölsch" ( ---> HIER !) verweigert, nicht aber andere Sorten wie Pils oder Weizen-
bier. Und zwei im Umgang mit Wörtern offensichtlich eher sparsame Zeit-
genossen fassen sich kurz mit der Bemerkung "Eure Plörre könnt ihr euch sonst wohin stecken!"

Besonders knifflig dürfte der Fall eines Lesers sein, der bekennt, tatsächlich AfD-Wähler zu sein, dann aber hinzufügt, zum Teil auch jüdischer Ab-
stammung zu sein. - Was nun, ihr Wirte...?!
 
 

Kommentare:

  1. Ich schäme mich für diese Wirte!
    Wer andere unbesehen als "Rassisten" und "Nazis"
    beleidigt, verlässt unsere mühsam errungene Kultur
    der Toleranz und des friedlichen Miteinanders und
    begibt sich auf ideologischen Kriegspfad!

    AntwortenLöschen
  2. Die Wirte haben Hausrecht in ihren Räumen und
    können zulassen und ablehnen, wen sie wollen.
    Letztlich liefern sie mit solch einer populistischen
    Aktion der AfD aber nur neue Munition nach dem Motto:
    Schaut mal, wie gemein und ungerecht und voller
    Vorurteile man uns pauschal verdächtigt!
    Und was das "Kölsch" betrifft, so sollten die Kölner ihre
    Häupter lieber mit Asche bestreuen, denn meines Wissens
    haben die Brauereien vom Kartellamt eins übergebraten
    bekommen wegen unerlaubter Preisabsprachen zum Nachteil
    der Verbraucher.
    Also eher kein Vorbild an Ehrlichkeit!

    AntwortenLöschen
  3. Dank des oberen GRÜNEN Links des Kreuzknappen
    findet man auf der Homepage der Aktion auch eine
    Liste der Wirte, die bei dieser unsinnigen und
    diskriminierenden Maßnahme mitmachen.
    Das erleichtert bei kommenden Köln-Besuchen unseres
    Kegelclubs die Entscheidung, wo man dann nicht mehr
    einkehren wird...

    AntwortenLöschen
  4. Knäppchen, Knäppchen, es ist doch ganz einfach! Wenn im Dritten Reich die Masse nicht mitgelaufen wäre, wäre nix passiert. Jetzt frühzeitig vor Menschen zu warnen, die sich mit Rechtsextremen in einer Partei tummeln, ist völlig richtig und zielführend, zudem noch ne gute Werbung für ein tolerantes Köln. Die Aktion ist ein gutes Statement, das in der Kneipenrealität keine Konsequenzen hat, denn wie gesagt, den AfD-Menschen erkennt man ja nicht, außer er trägt wie Gauland hässliche Sakkos ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, die Aktion der Wirte ist ja auch deshalb
      so glaubwürdig, weil sie nach den massiven
      sexuellen Belästigungen an Silvester am Kölner
      Hauptbahnhof durch auswärtige Gäste zu einer
      Aktion aufgerufen haben "Kein Kölsch für
      Frauenbelästiger!"

      Löschen
    2. Muslime trinken ja kein Bier, wär ne völlig schwachsinnige Aktion gewesen.

      Löschen
    3. Na, das ist doch mal eine Aussage - Sie unterstellen
      also, dass alle Täter in Köln Muslime waren, das wollen
      wir doch mal festhalten, von wegen pauschaler Dis-
      kriminierung!
      Hinzu kommt, dass Sie offenbar über die Spielarten
      des Islams nicht sonderlich gut informiert sind.

      http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/muslim-report-erstaunlich-sie-trinken-alkohol_aid_533100.html

      https://www.welt.de/kultur/article144862531/Der-Alkohol-gehoert-zum-Islam.html

      Löschen
    4. Ja, es gibt auch Katholiken die wählen rechtsextrem, so ist die Welt nun einmal. Und dass die Täter in der großen Mehrheit aus Nordafrika waren muss man doch auch als guter Linker nicht leugnen. Trotzdem würde ich die Täter nicht alle in ein KZ sperren.

      Löschen
  5. Mal wieder so eine typische Aktion von
    Wichtigtuern, die in der Praxis überhaupt nicht
    realisierbar ist, weil man kaum jemand an der
    Nasenspitze ansehen kann, ob er ein Nazi ist.
    Ein befreundeter Chirurg aus Köln erzählte mir
    gestern kopfschüttelnd über die Aktion und
    meinte ironisch: Dann bringe ich bei mir am OP
    ein Schild an "Keine OP für Kölner Wirte!
    Mein OP muss sauber bleiben!"
    War natürlich spaßig gemeint, aber er sagte mir
    auch, dass die meisten Kölner Wirte sich ent-
    schieden haben, da NICHT mitzumachen. Gut so!

    AntwortenLöschen
  6. Ich rufe auf zur Aktion "Kein echtes Bier
    für die 150 Wirte aus Köln!"

    https://twitter.com/JoeyGerlach/status/846690755892645889/photo/1

    Heute Mittag gibt es jetzt extra ein bayerisches
    Hefeweizen naturtrüb. Prost!

    AntwortenLöschen
  7. Meine Oma sagte gerne, wenn es um die geistigen
    Kapazitäten von Mitmenschen ging: "Wer nichts wird,
    wird Wirt!" -- Ob sie da schon Kölner Wirtsleute
    kannte???

    AntwortenLöschen
  8. Wer als Nichtkölner jemals dieses schnell
    schal schmeckende Getränk probiert hat, der weiß,
    dass der Ausschluss davon keine Strafe,
    sondern eine Gnade ist.
    Da lobe ich mir mein Pils !!!

    AntwortenLöschen
  9. Wie erbärmlich, dass die einzige Reaktion auf die Aktion der Wirte das verteufeln des Kölschbieres ist. Gehen den Fundis die Argumente aus :-))))

    AntwortenLöschen
  10. Angesichts dessen, dass der Alkoholkonsum der AfD'ler ausweislich ihres Quartalsgebrülles deutlich über dem der anderen Parteien liegt, ist die Aktion der Wite v.a. eins: wirtschaftlich sehr riskant, also mutig. Was ihnen da an Einnahmen flöten gehen!

    Wie gut für die AfD-Schluckspechte, dass es noch genügend Kölner Wirte gibt, die ganz wild darauf sind, die Schreihälse abzufüllen.

    AntwortenLöschen
  11. Angesichts des großen Mediengeschreies über die
    Aktion der knapp 200 Wirte in Köln könnte man fast
    glauben, die Mehrheit der Gastronomen würde da mit-
    machen.
    Die Realität sieht in Köln ganz, ganz anders aus.
    Ich habe die IHK angerufen und um Auskunft gebeten,
    wieviele Gaststätten, Restaurants, Hotels usw. es
    gibt, die für den Bierausschank in Frage kommen.
    Antwort: 2015 waren es 19.564 in Köln.
    Davon machen ganze 200 mit,
    das ist ein Prozentsatz von 1,002 Prozent.
    Damit ist wohl alles gesagt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Googlekontenloser meint:
      Danke @ Zeitungsfrau für diese Info!
      Die Beteiligung unter der 5%-Hürde wird in unseren sonst immer sorgfältig recherchierenden Medien erstaunlicherweise unterschlagen.

      Löschen
    2. Werte Zeitungsfrau,

      was verbreiten Sie hier für Zahlen?

      Die Realität in Köln sieht ganz, ganz anders aus als von Ihnen geschildert.

      1.) Die Aktion wendet sich gezielt an Kneipen(-wirte) und Clubs, also an „getränkegeprägte Gastronomiebetriebe“, nicht an Hotels, nicht an Restaurants und andere „speisegeprägte Betriebe“.

      2.) Lt. „Kölner Statistische Nachrichten 2016“ gab es in Köln 2015:

      978 (!) „getränkegeprägte Gastronomiebetriebe“ (815 Schankwirtschaften, 34 Diskotheken/Tanzlokale, 51 Bars/Vergnügungslokale und 78 sonstige Lokalitäten).

      (Bis jetzt) 200 mitmachende Betriebe entsprechen demnach über 20 Prozent!

      (Und selbst wenn man die Restaurants hinzuzählen würde – es gibt nur 1.141 davon in Köln.)


      Nachzulesen unter

      http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/jahrbuecher/

      Dort unter dem als PDF downloadbaren Einzelkapitel „Kultur und Freizeit“, S. 236.



      Löschen
    3. Leser Pjotr,
      was verbreiten Sie hier für seltsame Zahlen?
      Die IHK, die es ja schließlich am besten wissen
      muss, weil die Betriebe ihr angeschlossen sind,
      hat "Branchenprofile" für Köln veröffentlicht,
      und da kann man die Zahlen für den Bereich
      Gastronomie nachlesen:
      Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafes
      insgesamt 13.227 Beschäftigte,
      da die Mehrzahl der Betriebe kleine Kneipen
      mit wenigen Mitarbeitgern sind, dürfte man
      auf ca. 3.000 Betriebe kommen,
      ohne die Gasthöfe, Clubs,Läden, usw.
      die von der Aktion ebenfalls zur Teilnahme
      aufgerufen sind, wie man auf deren Internetseite
      lesen kann.
      Ich vermute mal, die IHK hat der Zeitungsfrau
      die Zahl der Beschäftigten genannt, als diese
      nach der Zahl der Betriebe gefragt hat, möglicher-
      weise ein Kommunikationsproblem.
      Jedenfalls ergibt sich aus der Internetseite der
      Wirte nicht, dass nur Kneipen gemeint sind,
      da ausdrücklich auch Ladenbesitzer und sogar Clubs
      benannt sind.
      So gesehen hat jeder von Ihnen beiden ein Stück
      weit recht, und die 200 mitmachenden Betriebe
      (es sind wahrscheinlich nur 150)
      dürften etwa 5 #% der infrage kommenden Betriebe
      sein.
      Aber die wichtigste Botschaft verschweigen Sie
      natürlich, Pjotr, nämlich:
      DIE ÜBERWÄLTIGENDE MEHRHEIT DER WIRTE MACHT BEI
      DIESER FRAGWÜRDIGEN AKTION N I C H T MIT !!!

      Löschen
    4. 2015 waren es allein im Bereich Gaststätten,
      Cafes fast 16.000 Beschäftigte!

      https://www.ihk-koeln.de/Publi_Branchenprofile.AxCMS

      Löschen
  12. Die Initiatoren dieser Aktion verfolgen eine
    bestimmte Absicht. Die sich daran beteiligenden Wirte
    glauben womöglich, ein gutes Werk zu tun und sind dabei
    nichts weiter als willige Helfer und Ausführende.
    Obendrein verraten dadurch alle Beteiligten, dass sie
    einen erschreckenden Mangel an Demokratieverständnis
    haben.
    Nun, den etablierten Parteien kann es nur recht sein.
    Sie haben kein Interesse daran, eine unliebsame Kon-
    kurrenz wie die AfD hochkommen zu lassen.
    Macht man vielleicht lieber alles unter sich aus?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Diejenigen, die sich vor 1933 in Straßenschlachten gegen die SA-Horden wehrten, offenbarten einen erschreckenden Mängel an Demokratieverständnis. Da bin ich ganz bei Frau Paul.

      Löschen

Bitte beachten: DERZEIT KEINE KOMMENTARE MÖGLICH !
Anonyme und beleidigende Kommentare werden hier nicht akzeptiert. Da ich nur wenig online bin, kann die Freischaltung Ihres Leserkommentares auch mal einige Stunden dauern. Nach 19.45 Uhr geschriebene Kommentare werden am nächsten Morgen veröffentlicht.


Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.