Donnerstag, 2. März 2017

Armut und Leid: Manche Menschen haben immer Fastenzeit...!

Manchmal bin ich zu ironisch, da bitte ich um Verzeihung - ich möchte niemanden persönlich verletzen!
Immerhin ist mir bewusst,
dass auch ich so meine ganz bestimmte katholische Brille trage, und dass ich mich mit manchem schwer tue, was mir so in Kirche und Welt begegnet.
Gestern erzählte mir eine ältere, fromme und sehr wohlhabende Dame nach dem Aschermittwochsgottesdienst, dass sie sich als Fastenopfer
"für den Herrn Jesus" auferlegt habe, auf die tägliche Portion Edel-
Pralinen zu verzichten, die sie so liebe.
Ich habe mich sehr gebremst, aber im liebsten hätte ich gesagt: Liebe Frau, Ihre Sorgen möchte ich haben, und andere erst recht! - Da kam z.B. gestern Abend eine halbe Stunde danach eine vertrauliche E-Mail eines jahrelangen Lesers rein. So viel nur für die Öffentlichkeit: Seit fünf Jahren hat er unheilbaren Krebs, seit vier Jahren ist er mit Schmerzen ans Bett gefesselt - und beschenkt mich mit Grüßen für die Fastenzeit... - Da kullern bei mir ein paar Tränen, ich gebe es zu.
Oder da sind die Millionen von Menschen, die sich seit Jahren oder
gar Jahrzehnten kaum noch was gönnen können: Etwa 16 % seien ak-
tuell in Deutschland von Armut bedroht, liest man in den Zeitungen, und 330.000 Familien (auch solchen mit kleinen Kindern!) wurde sogar der Strom abgestellt.
Wenn ich sowas lese, werde ich ganz still - und wenn ich zum "Lästern" aufgelegt bin, denke ich kurz mal an die Ordensschwestern (nur als Bei-
spiel, ist nicht böse gemeint!)
, die öffentlich erklären, sie hätten sich als Fastenopfer auferlegt, auf den Nachtisch zu verzichten...

Armuts-Artikel in der "FAZ" ---> HIER !

Kommentare:

  1. Das kann ich Ihnen nachfühlen, denn mir geht
    es ähnlich. Meine Mutter ist schwer erkrankt
    und seit zwei Jahren bettlägerig und ein Pflegefall.
    Sie erträgt alles mit einer Engelsgeduld.
    Aber ab und zu seufzt sie auch und sagt genau das:
    "Deren Sorgen möchte ich haben!"
    Wenn sie z.B. alberne Streitigkeiten von irgend-
    welchen abgedrehten Leuten sieht.
    Wir fasten auch schon seit Jahren...
    Liebe Grüße!

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  2. Herzlichen Dank für Ihren einfühlsamen Artikel,
    werter Kreuzknappe!
    Das hat mir gut getan, denn ich denke ähnlich.
    Mir gehen die "Gottprotze" auf die Nerven, die
    einerseits vermutlich täglich einen Liter Weihwasser
    trinken, aber andererseits, wenn's ans Spenden für
    Notleidende geht, ihren Geldbeutel als schwerbewach-
    te Festung betrachten.
    Zum Glück denkt auch der Papst ähnlich, der erst vor
    kurzem die Scheinheiligkeit vieler Katholiken auf's
    Korn genommen hat!

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  3. Den 16% in Deutschland, die an der Armutsgrenze oder darunter leben, kann geholfen werden - durch Martin Schulz. Nachdem fast 20 Jahre lang "Gerechtigkeit" kein Thema mehr war in der Politik, hat er es endlich wieder stark gemacht. So dass jetzt sogar die anderen Parteien auf diesen Zug aufspringen.

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    1. Falls es Günter noch nicht aufgefallen ist:
      Die SPD ist seit Jahrzehnten in einigen Bundes-
      ländern an der Regierung und auch im Bund an der
      Regierung beteiligt.

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    2. Soziale Gerechtigkeit ist Sache des Bundes, nicht der Länder. Und im Bund hat sich die SPD freiwillig in Muttis Würgegriff reinbegeben. Damit ist ab Herbst Schluss.

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    3. Ist natürlich Quatsch, Günter!

      https://books.google.de/books?id=9wYkBAAAQBAJ&pg=PA576&lpg=PA576&dq=sozialpolitik+bundesl%C3%A4nder+zust%C3%A4ndigkeit&source=bl&ots=vPXHHUzVrA&sig=q99ZLJwoDYGkJVxpVwxgpVNvOEY&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiknv-y7rfSAhVCFSwKHWs7ALcQ6AEIUDAJ#v=onepage&q=sozialpolitik%20bundesl%C3%A4nder%20zust%C3%A4ndigkeit&f=false

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  4. Mit einem herzlichen "DANKE"
    an die Machtelite im Lande und an die
    Regierungskoalition von CDU und SPD:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article162517428/Armutsbericht-zeichnet-schlimmstes-Bild-seit-25-Jahren.html

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