Mittwoch, 19. April 2017

Löscht das Bistum Trier "unangenehme" Seite im eigenen Internetauftritt?

Meine aufmerksamen Leser erinnern sich an meinen gestrigen Artikel über einen Trierer Priesterkandidaten,
der sich lieber anderswo wei-
hen lassen will.

Respekt - das dachte ich über den Kandidaten und auch über das Bistum Trier, das damit Größe gezeigt hat. - Ja, so dachte ich, denn das wäre doch ein gutes und eigentlich selbstverständliches christliches Miteinander, wenn man allerseits froh ist, dass der junge Mann überhaupt Priester wird, letztlich egal wo. Es ist doch wirklich kein Beinbruch, wenn man früh genug zu Erkenntnissen kommt wie eben der "Wir passen nicht so wirklich zueinander" - das gilt für Paare vor der Ehe, die das noch rechtzeitig merken, aber eben auch für angehende Seelsorger.
Doch ein Leser, der den Namen "Trierer Insider" für seinen Leser-
kommentar gewählt hat, schrieb gestern als Zuschrift zu meinem Artikel, das Bistum Trier habe "diesen Seminaristen von seiner Bistumsseite, wo
er heute früh noch lesbar war mit einer Beschreibung seiner Person und seines Glaubensweges, ratzfatz gelöscht!"

Ich habe Hinweise darauf, dass die Verantwortlichen im Bistum Trier meinen gestrigen Artikel gelesen haben; da haben vielleicht ein paar Telefondrähte geglüht - und tatsächlich: Die betreffende Seite
ist derzeit verschwunden!

Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich mich absichere: Zum einen "verschwindet" nichts wirklich im Internet, und die Seite ist mit einem kleinen Kniff nach wie vor aufrufbar, wie Internetprofis wissen, und zum anderen speichere ich mir grundsätzlich mit einem Spezialprogramm für journalistische Recherche alle Internetseiten komplett mit Datum, über
die ich einen Artikel schreibe, sodass ich im juristischen Falle eines Falles immer reichlich Beweise habe. 

Ihr enttäuscht mich jetzt aber, liebe Verantwortliche in Trier! - Was bringt das denn, eine Seite zu löschen? - Das kommt doch bei einigen Lesern womöglich eventuell und nur beinahe so rüber wie "Der ist für uns jetzt gestorben! Den gibt es für uns nicht mehr!"
Sorry, aber das macht mich nur traurig...
Aber womöglich ist alles ganz, ganz anders, und die Internetseite in Trier wurde nur völlig versehentlich gelöscht, weil einem Praktikanten die PC-
Maus verrutscht ist...?!

Kommentare:

  1. Nicht nur in der Bistumsführung in Trier liest man
    die stets interessante Seite des KREUZKNAPPEN,
    sondern auch in anderen Bistümern und auch im Vatikan,
    wie ich zuverlässig weiß.
    Dort wird man über diese Posse nur den Kopf schütteln.
    Ich teile die Trauer des Blogschreibers,
    denn ich stamme aus der ehemaligen DDR und habe selbst
    leidvoll miterlebt, wie Unangenehmes unter den Teppich
    gekehrt und verheimlicht wurde.
    Dem Bistum kann man nur den Rat geben, die Seite möglichst
    schnell wiederherzustellen, um den Imageschaden noch zu
    begrenzen.
    Ohne speziellen Bezug zum aktuellen Trierer Fall:
    Es ist eine Unsitte geworden, vermeintlich "Unpassendes"
    aus dem Internet zu löschen. Das geht nicht nur gegen
    das Recht auf Information und Meinungsbildung, sondern
    es ist auch schlicht unchristlich, wie man da mit
    Menschen und deren Ansichten umgeht.

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  2. Diözesaner Bürohengst19. April 2017 um 08:11

    Vom Standpunkt eines Öffentlichkeitsarbeiters
    her ein blutiger Anfängerfehler der Trierer,
    die betreffende Seite zu löschen, die natürlich
    im google-cache noch aufrufbar ist.
    Erst durch die Löschung hat man unglücklicherweise
    weitere Aufmerksamkeit auf sich gelenkt; klüger
    wäre es gewesen, das kleine Problem einfach auszu-
    sitzen, denn in drei, vier Tagen spricht keiner mehr
    darüber.
    Ist da für den Zuständigen an der Bistumsspitze eine
    Nachschulung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit fällig???

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  3. Ein völlig normaler Vorgang, ein Priester, der nichts mit Trier zu tun haben möchte, den darf man auch auf der Trierseite löschen. Keine Heldengeschichte des Knappen, auch wenn er es gerne hätte.

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  4. Was das Bistum Trier da gerade bietet,
    ist für mich Kindergarten-Niveau. Punkt.
    Der Kreuzknappe hat den Nagel auf den Kopf getroffen:
    Die Löschung der Seite macht einfach nur betroffen
    und traurig.
    Aber immerhin ist das Bistum mal wieder bundesweit
    bekannt - negativ, versteht sich.

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  5. Sorry, aber es ist doch völlig wurstegal,
    ob Trier diese Personenbeschreibung im Internet
    stehen lässt oder nicht.
    Die wirklich entscheidende Frage ist, wie man mit
    Mitarbeitern und mit (angehenden) Priestern umgeht.
    Und da gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf
    in der Art und Weise, wie man z.B. Konflikte auf-
    arbeitet.
    Ich denke da nur an die üble Geschichte in Beckingen,
    wo man erst einen engagierten Pfarrer mit dem Aufbau
    eines Pfarrverbandes beauftragte, um ihn dann nach
    weniger als zwei Jahren unter fadenscheinigen Be-
    gründungen wieder abzuziehen, da ging ja damals bis
    nach Rom, weil der Priester sich gegen seine Zwangs-
    versetzung gewehrt hat.
    Hätte sich der Bischof oder sein damaliger Generalvikar
    (der jetzt Bischof von Limburg ist) mal ins Auto gesetzt
    und hätte mit den erzürnten Gläubigen und mit dem Priester
    gesprochen, hätte der Konflikt sicher entschärft werden
    können.

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  6. So, zwischenzeitlich hat der Kreuzknappe fairerweise bekannt gegeben, dass alles ganz anders war. Die angebliche "Zensur" ist auf ausdrückliche Bitte des "gläubigen" Priesteramtskandidaten erfolgt. Wieder einmal sieht man, wie sehr die Rechtskatholiken Fake News lieben. Hauptsache, man kann wieder auf einen ungeliebten "linken" Bischof einschlagen. Mit solchen Praktiken bleiben die Tradis immer in ihrem sektiererischen Ghetto.

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