Dienstag, 4. April 2017

Stimmt das, was dieser Professor über Kardinal Sarah und die "Geheimnis" bei der Liturgie schreibt?

Bei "katholisch.de" und dessen Facebook-Account
läuft heute eine interessante Diskussion über katholische Geheimniskrämerei.
Theologie-Professor Dr. Hans-Joachim Höhn passt es nicht, dass Kardinal Sarah jüngst bei seinem Referat
( ---> HIER !)
unter anderem auch davon ausgeht, dass in
der Liturgie auch ein Teil "Mysterium" ist und bleiben wird, da nicht wir allein die Messe feiern, sondern Gott selbst mit im Spiel ist.

Während der Kardinal davon ausgeht, dass man z.B. das Mysterium der Eucharistie nie ganz begreifen kann (auch Augustinus musste laut Legende begreifen lernen, dass wir kleinen Menschen nicht das ganz "Meer" Gottes in ein gebuddeltes Loch am Strand unseres begrenzten Verstandes  um-
füllen können)
, meint der Professor, es diene dem Glauben der Katholiken nicht, wenn man wie in der Heiligen Messe etwas "vollzieht", was man nicht ganz versteht: "Niemand vermag etwas zu glauben, von dem er nicht vorher eingesehen hat, es könne geglaubt werden".

Dass Kardinal Sarah im Zweifelsfall rät, auch mal einfach den Mund zu halten angesichts der Größe Gottes und stattdessen anbetend zu schweigen, bringt den Professor vollends in Rage: Die aktive Teilnahme der Gläubigen am Gottesdienst solle nach Sarah wohl darin bestehen, dass sie den Mund halten..
Kann es sein, dass der Professor da etwas völlig missverstanden hat über das Wesen der Liturgie und über die Größe Gottes? - Die Leserdiskussion dort ist jedenfalls munter, und viele widersprechen dem Theologen ganz energisch. - Man schaue ---> HIER und HIER !
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass der Herr Professor Probleme hat mit Menschen, denen die Anbetung wichtig ist.. ---> HIER !

Kommentare:

  1. Vielleicht haben beide ein bisschen recht?
    Anbetung und Mysterium sind richtig, aber so weit es
    uns möglich ist, sollen wir versuchen, in die Geheimnisse
    und Lehren unseres Glaubens einzudringen.
    Ein großer Rest an Geheimnis wird bleiben, ob es dem
    Professor nun gefällt oder nicht. Er selbst muss ja kein
    Freund der Anbetung sein, aber er sollte Respekt zeigen
    vor denen, die es können.
    Ein Professorenkollege von ihm, Prof. Dr. Splett aus
    Frankfurt, formulierte es in einem Vortrag über die
    Hl. Dreifaltigkeit etwas salopp so:
    "Ich kann ja oft genug meine Frau noch nicht mal ver-
    stehen, wie soll ich da Gott verstehen...?"

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  2. In meinen Augen ist dieser Text des Theologieprofessors
    nur eine Polemik. Wenn man nur das glauben kann, was man
    auch wirklich mit dem Verstand kapiert hat, dann gäbe es
    einige Probleme mehr auf dieser Welt.
    Mir fehlt beim Professor der Begriff des gläubigen Ver-
    trauens, wie er auch in vielen biblischen Geschichten zum
    Tragen kommt. Nicht das Glaubenswissen ist entscheidend,
    sondern das Vertrauen auf Gott und darauf, dass er Wort
    hält mit seiner Heilszusage an uns.
    Wer das Mysterium der Hl. Messe leugnet, begibt sich selbst
    außerhalb der ernstzunehmenden Diskussion.

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  3. "Niemand vermag etwas zu glauben, von dem er nicht vorher eingesehen hat, es könne geglaubt werden".

    Oha! Das erklärt dann auch die Legionen von aufgeklärten Gläubigen, die jeden Sonntag hierzulande in die hl. Messen strömen. Kaum zu glauben.

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  4. Ordinariatsgeschädigter4. April 2017 um 14:05

    Ich bin der Meinung, dass ein altes Mütterchen,
    das jeden Tag fromm und ehrlich vor dem Tabernakel
    betet, mehr von der Messe verstanden hat als einige
    Theologen, deren Namen ich hier nicht nennen möchte...

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  5. Darf man bei Veröffentlichungen von Professoren
    auch von Populismus ausgehen?
    Das läuft doch nur darauf hinaus, dass die Kirche
    mal wieder Schuld sein soll, wenn die Gläubigen zu
    faul sind, um sonntags in die Kirche zu kommen.
    Die verstehen ja nicht, was da gemacht wird...!
    Ob die Professoren-Kollegen wohl über ihn schmunzeln
    werden, wenn sie seinen Text lesen?

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  6. Mit dem Glauben an einen Gott, der größer ist als er, wird der Herr Professor wohl ebenfalls seine Probleme haben.

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  7. "Niemand vermag etwas zu glauben, von dem er nicht vorher eingesehen hat, es könne geglaubt werden" - falsch! Da hat der Herr Professor aber keine Ahnung von der katholischen Lehre. Hätte er mal den Akt des Glaubens gelesen....

    Der Katholik glaubt, was er glaubt, nicht, weil er vorher den Glaubensinhalt prüft und dann recht nett findet, sondern, weil die göttliche Autorität und die göttliche Wahrhaftigkeit hinter dem Geoffenbarten steht und es dadurch 100% glaubwürdig macht. Wir glauben, weil Gott es geoffenbart hat und weil Seine Kirche es als soches lehrt. Wer aus irgendeinem anderen Grund glaubt, glaubt aus dem falschen Grund und glaubt daher, im eigentlichen Sinne des Wortes "glauben", überhaupt nicht.

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  8. Vielleicht sollte man Kardinal Sarah und seinen Befürwortern das 14. Kapitel des Briefes an die Korinther nahe bringen, da spricht Paulus sich klar für die prophetische Rede mit Verstand aus, der Gläubige wie Ungläubige folgen können. Das soll die Sprache des Gottesdienstes sein!

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  9. Nun ja. Laut einem gewissen Professor Ratzinger, auch Benedikt genannt, muss jede Glaubensaussage vernünftig sein, sonst ist sie irrational und falsch. Also kein Grund den Professor zu bashen.

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    1. Selbstverständlich ist jede Glaubenswahrheit per se vernünftig, denn sie kommt ja vom all-vernünftigen Gott. Aber der Professor hat ja den Schwerpunkt etwas anders gesetzt: Er behauptete, ein jeder müsse zuerst "einsehen", daß eine Glaubenswahrheit vernünftig ist, ehe er glauben kann, und das it falsch. Denn dann glaubt man nicht mehr der autoritären Offenbarung Gottes wegen, sondern der eigenen Einsicht wegen. Man verläßt sich dann also nicht auf Gott, sondern auf sich selbst. Die Tugend des Glaubens aber besteht darin, das Geoffenbarte der Autorität Gottes wegen anzunehmen. "Denn im Glauben wandeln wir und nicht im Schauen" (2. Kor. 5,7).

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  10. Kalte Universitätstheologie,
    die niemanden berührt!

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    1. Ist vollkommen irrelevant, denn das macht ja das, was ich schrieb, nicht weniger richtig. Die Theologie ist eben per se eine Sache des Verstandes und der Offenbarung und nicht des Gefühls. Daß Sie das nicht berührt, sagt aber vielleicht etwas mehr über Sie aus als über die Theologie.

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