Mittwoch, 12. April 2017

Wirtschaftlich erfolgreichere Protestanten? - Sind Katholiken also faule Säcke...?

Wenn man an katholische Lebensart denkt, fällt einem vermutlich bald der Kölner Karneval ein, und überhaupt die entspannte Lebens-
philosophie "Leben und leben lassen".
Immer mal wieder wird daraus dann geschlossen, dass Protestanten und ganze überwiegend protestantische Länder wirtschaftlich erfolgreicher seien als eben katholische. Die Evangelischen fürchteten eben den strengen Gott und hielten Müßiggang für unentschuldbar, während die Katholiken mehr die Genießer-Typen sind, heißt es dann oft. 

Aber stimmt das überhaupt?  Dem geht gerade ein Artikel nach, mit ergänzenden Leserzuschriften... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Der verlinkte Blogbeitrag stellt klar,
    was einem schon die Erfahrung sagt:
    Solche Thesen sind Unfug - es gibt fleißige und
    faule Protestanten, und bei den Katholiken ist das
    nicht anders.
    Bestes Beispiel ist Papst Franziskus, der wie sein
    Vorgänger mit prallvollem Terminkalender bis ins hohe
    Alter tagtäglich einen Berg von Arbeit erledigt.

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  2. Christoph Gärtner12. April 2017 um 12:24

    Bei allem Respekt vor der gewaltigen Arbeitsleistung des Papstes, aber natürlich ist an diesem Artikel etwas dran. Es ist in Wahrheit ein ganz alter Hut, diese These: bereits vor 100 Jahren hat der berühmte Soziologe Max Weber in seinen epochalen Untersuchungen über die "Protestantische Ethik" den Zusammenhang von protestantischen Glauben und besonderer Anstrengung und wirtschaftlichem Erfolg herausgearbeitet.

    Man muss nicht "vom Fach" sein, um das plausibel zu finden. Ein Blick auf die EU genügt! Die Staaten, die in schwere wirtschaftliche Krisen geraten sind, über denen tw. "Rettungsschirme" ausgespannt werden mussten - Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Irland - sind ja allesamt alles andere als protestantisch geprägt...
    Die überwiegend protestantisch geprägten Staaten wiederum, mehr nördlich gelegen, stehen allesamt vergleichsweise gut da.

    Korrespondierend dazu auch die Verteilung der beiden Konfessionen über die sozialen Bildungsschichtungen. Je bildungsreicher die Schicht, desto höher der Protestantenanteil, und umgekehrt.

    Etwa salopp gesagt: Protestanten leben um zu arbeiten, Katholiken arbeiten um zu leben. Was die Protestanten erfolgreicher macht, die Katholiken aber sympathischer. :-)

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  3. Ein Aspekt wäre dazu noch zu erwähnen: Ja, im Protestantismus, und dabei besonders im Rahmen des Calvinismus gibt es eine größere "Arbeitsethik". Der Grund ist die calvinistische Lehre von der "doppelten Prädestination",soll heißen, Gott bestimmt von vorherein, wer zum Heil und wer zur Verdammnis bestimmt ist. Letztere haben laut Calvin keine Chance, überhaupt keine. So, und jetzt ergibt sich die Frage: Wie weiß ich denn überhaupt, ob ich zum Heil oder zur Verdammnis bestimmt bin? Antwort: Wenn du fleißig und wirtschaftlich erfolgreich bist, dann heißt das, dass du im Zustand der Gnade bist. Na, was bleibt denn dann so einem armen Calvinisten anderes übrig, als zu malochen und auf diese Art reich zu werden, damit er ganz sicher weiß, dass er von Gott für den Himmel und nicht für die Hölle bestimmt ist?
    Zum Glück ist das im Katholizismus und in der Orthodoxie anders. Deshalb können wir auch das irdische Leben genießen.

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    1. Ja, das können wir - solange die wirtschaftlich intakten protestantische Länder ihre Euro-Rettungsschirme über uns ausspannen...

      Also, bitte weiter schuften, ihr lieben Protestanten, damit wir weiter einen auf lau machen und gut katholisch das Leben genießen köbnnen!

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    2. @Franzl! Nur so zur Information: Ich lebe nicht in Griechenland, sondern in einem Netto-Zahler-EU-Staat, welcher mehrheitlich katholisch ist.
      Es scheint, Sie haben nicht kapiert, worum es in meinem Beitrag tatsächlich gegangen ist. Also bitte nochmals sorgfältig lesen und scharf nachdenken. Vielleicht geht Ihnen dann doch noch ein Licht auf.
      Kann natürlich auch sein, dass Sie wieder mal nur trollen wollten.

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    3. Ich gehe mal davon aus, dass Sie Österreicher sind. Ja, die sind katholisch geprägt und Nettozahler in der EU. Eine große Ausnahme. Da wird die katholische Neigung zur Beschaulichkeit und zur vita passiva heilsam kompensiert durch die eben nicht romanische Laumänner-Mentalität, sondern die deutsche (protestantisch geprägte) Schaffens- und Organisationsmentalität.

      Aber angesichts der allesamt katholisch (oder im Fall Griechenlands: orthodox, wobei die konservativen Katholiken ja immer sagen, dass die Orthodoxen uns sehr wesensverwandt sind, im Unterschied zu den Protestanten) geprägten wirtschaftlichen Failed States in Südeuropa ist "Österreich" kein Argument für angebliche katholische Tüchtigkeit.

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