Mittwoch, 28. Juni 2017

"Radio Vatikan": Papst Franziskus war vor ca. 25 Jahren "ein abservierter Jesuit" aus der Provinz...

Herzlichen Glückwunsch! 
Papst Franziskus feierte gestern sein 25-jähriges Bischofsjubiläum, und darüber berichtet natürlich auch und erst recht "Radio Vatikan". Dabei schweift der journalistische Blick in die Vergangenheit, wozu auch sein Scheitern als Jesuitenführer in Argentinien gehört, das nur dezent mit
der Bemerkung angedeutet wird, vor ca. 25 Jahren sei er in der argentinischen Provinz abserviert gewesen und vermeintlich ohne Zukunft, was seine Kirchenkarriere betrifft. ---> HIER !

Der ZDF-Rom-Korrespondent Jürgen Erbacher wird da schon etwas deutlicher in seinem Blog "Papstgeflüster".
So schreibt er unter anderem, der jetzige Papst sei damals "nach internen Auseinandersetzungen" außer Landes geschickt worden, nach Deutsch-

land.
Wieder zurückgekehrt, habe er eine Zeit der "Läuterung" durchgemacht, denn er sei vorher in seinem Urteil über andere oft nicht gerade milde gewesen.
Erbacher verweist dann auf das erste Interview, das Papst Franziskus 2013 gab. Darin bekannte er: „Meine autoritäre und schnelle Art, Ent-
scheidungen zu treffen, hat mir ernste Probleme und die Beschuldigung eingebracht, ultrakonservativ zu sein. Ich habe eine Zeit einer großen inneren Krise durchgemacht, als ich in Córdoba lebte...Es war meine autoritäre Art, Entscheidungen zu treffen, die Probleme verursachte.“

Nachdem er bei den Jesuiten gescheitert war, bekam er überraschend
seine zweite Chance als Bischof.
Erbacher formuliert mit Blick auf die derzeitigen Führungsprobleme des Papstes ziemlich deutlich: "Ob er in den 25 Jahren wirklich alle seine als schlecht erkannten Eigenschaften der „ersten Karriere“ abgelegt hat, werden Historiker einst bewerten müssen. Als ein Defizit hatte er in dem bereits zitierten Interview die mangelnden Konsultationen vor Entschei-
dungen bezeichnet.
Hier dürfte er durchaus einiges dazu gelernt haben. Wenn er aber im Sommer 2013 sagt, dass er seine Entscheidungen „schroff und eigen-
mächtig“
getroffen habe, so kann man auch heute bisweilen den Eindruck haben, dass trotz Konsultationen an dieser Stelle der alte Bergoglio zum Vorschein kommt"
. ---> HIER !

Wir alle kennen das, allerdings sind wir zum Glück nicht Papst: Es ist schon so, dass einem viel zu oft die eigenen schlechten Eigenschaften (bei mir z.B. die Ungeduld) im Wege stehen. -- Mit anderen Worten: Ob Führung in der Weltkirche gut gelingt oder eben nicht, das muss nicht an den anderen liegen...