Donnerstag, 22. Juni 2017

"Unprofessionell" - Wieder mal eine Umfrage des Vatikans, diesmal an die Jugendlichen!

Am besten macht man erst mal eine Umfrage.
Das schafft Arbeits-
plätze und kommt nach außen gut an. Umfragen gibt es wie Sand am Meer, und diesem Trend will sich die katholische Kirche auch nicht entziehen.
Bereits zur weltwei-
ten Bischofssynode (jeweils drei Wochen lang im Herbst 2014 und 2015) zum Thema "Familie" gab es eine groß angelegte Umfrage, die in den Bistümern (mit sehr geringem Rücklauf!) und online beantwortet werden konnte. Auch "katholisch.de" räumte
im Bericht darüber ein, dass es viel "Kritik an Sprache und Umfang des Fragebogens" gegeben hat. ---> HIER !

Wer nun denkt, dass man daraus die entsprechenden Konsequenzen gezogen hat, gerade im Hinblick auf die besondere Situation und Sprache von Jugendlichen, der wird enttäuscht. Der seit kurzem vom Vatikan veröffentlichte Fragebogen zur Vorbereitung auf die Bischofs-
synode zum Thema "Jugend"
im Herbst 2018 ist sehr lang und zu-
dem wieder einmal in einer zum Teil schwer verständlichen Sprache. Kritiker beanstanden außerdem, dass der Fragebogen überhastet ver-
öffentlicht wurde, bevor überhaupt Übersetzungen in einige Sprachen
wie z.B. Deutsch vorhanden sind.
Nun muss in den jeweiligen Ländern irgendwie eine Übersetzung er-
stellt werden, wobei auch da Akzente gesetzt werden können, wie man
am Beispiel der Erzdiözese Köln sieht, die einfach noch ein paar
Fragen drangehängt hat - unter dem hochtrabenden Titel "Jugend macht Kirche"... - Von daher ist die Kritik, der Vatikan sei dabei "unprofessionell" vorgegangen, durchaus nachvollziehbar.
"Manche Fragen sind auch sehr privat",
liest man da z.B. bei "katho-
lisch.de"
, und es gäbe auch keine Möglichkeit, online eine Frage aus-
zulassen bzw. zu überspringen, und deshalb brauche man dafür etwa
eine halbe Stunde. Welche Jugendlichen werden die dafür investieren
bzw. haben die Geduld dafür? ---> HIER !

In welcher Art und wie intensiv die sicher weltweit bunt gemischten Ergebnisse der Befragung von jungen Leuten (jeder kann einmal oder mehrfach mitmachen, man muss nicht katholisch sein) 2018 für die Synodenväter von besonderer Bedeutung sein werden, ist meines Er-
achtens nicht erkennbar.
Das Synodensekretariat wird jedenfalls eine statistische Zusammen-
fassung aller Antworten erstellen, die den Bischöfen zeigen soll, wie Jugendliche denn so "ticken". - Ob das den gewaltigen Aufwand lohnt?

Man schaue --> HIER und Fragebogen Köln --> HIER !