Samstag, 1. Juli 2017

Nun ist es wohl amtlich: Kardinal Müller muss gehen!

Gestern Nachmittag war es noch ein Gerücht, gestern Abend wurde es schon von der Ka-
tholischen Nachrichtenagentur KNA
offiziell gemeldet: Es ist durchgesickert, dass Papst Franziskus die Amtszeit von Kardinal Müller als Präfekt der Glaubenskongregation nicht verlängern wird; die fünfjährige Amtsperiode läuft am Sonntag, 2. Juli aus.

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Wie ich gestern Abend in einem Artikel darüber schon andeutete: Es hat nie so recht harmoniert zwischen den beiden, und nun hat Papst Franziskus einen Schlussstrich gezogen, und zwar nicht mittendrin in einer spontanen Aktion, sondern er hat einfach die Amtszeit nicht verlängert. Das ist sein gutes Recht - ob es klug ist, wird man sehr verschieden beurteilen.
Ich kann mir vorstellen (aber man kann sich vieles vorstellen!), dass Kardinal Müller auch ein bisschen erleichtert sein könnte; die Kühle im Umgang des Papstes mit ihm, das Dazwischenfunken in Kompetenzen und ähnliches dürfte nicht spurlos an Müller vorüber gegangen sein. 
Die beiden eigentlichen Fragen lauten aber: Was macht Müller dann? Zieht er sich zurück und schreibt "nur" noch kluge theologische Bücher? Mischt er in der Kirchenpolitik mit, z.B. als Unterstützer der vier Kardinäle ("dubia")? - Und was am meisten interessieren dürfte:
Wer wird der Nachfolger für Müller - und was ist von dem zu erwarten?

Man darf wohl davon ausgehen, dass Papst Franziskus seine Linie zum Umbau der katholischen Kirche gezielt fortsetzen wird und den Posten Müllers jetzt mit jemand besetzen wird, der 100 % auf der Linie
des Papstes liegt.
Und das muss nicht unbedingt gut sein, denn wie man es aus wirtschaft-
lich arbeitenden Betrieben schon lange weiß: Nicht die Kopfnicker und Speichellecker bringen eine Firma voran, und auch nicht die Füße-Küsser beim Chef, sondern diejenigen, die zur rechten Zeit den Mund aufmachen und auf Probleme und Ärgernisse hinweisen.
Um es in einem Bild zu sagen (sowas ist natürlich immer ein bisschen "schief"): Wenn am Steuer eine großen Ozeandampfers jemand steht, der Probleme mit der Wahrnehmung  hat und deshalb immer ein bisschen zu weit nach links steuert, dann ist es für das Fortkommen des Schiffes nur von Vorteil, wenn ein anderer ihn darauf aufmerksam macht, dass man langsam aber sicher im Kreis fahren wird und das vom Eigner des Schiffes vorgegebene Ziel nie erreicht...