Dienstag, 12. September 2017

Ist Jesus Christus also längst tot? - Kardinal: "Wenn ein Flüchtling stirbt, stirbt Christus"

Es ist alles so einfach, könnte man nach der Lektüre des Artikels bei "katholisch.de" meinen: Mit jedem Flüchtling, der im Mittelmeer ertrinkt, ertrinkt auch Jesus, hundertfach, tausendfach ist Christus tot.
Und wieder lebendig, um neu zu sterben.

Klar, ich habe hier bewusst heftig ironisiert. Der Kardinal ist ja auf der rich-
tigen Spur. Man lese das Original-Interview ---> HIER !

Und dennoch: Es ist der verengte Blick, der mich stutzig macht. Jesus hat gesagt "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan"
, das stimmt.
Aber ich fürchte, es ist ein bisschen komplizierter, als ein paar Kardinäle das schildern. Die Welt besteht eben nicht nur aus Flüchtlingen in Booten auf dem Mittelmeer. 

Die Welt, für die wir als Christen mitverantwortlich sind, besteht auch aus Menschen, die völlig grundlos bei Attentaten ermordet werden, und sie besteht aus alleinerziehenden Müttern, denen der Strom abgestellt wurde und aus Kindern, die im Mutterleib getötet wurden. Und und und...
Mit anderen Worten: Wer nur die Flüchtlinge sieht, der unterschlägt den Blick auf viele andere große Probleme. Gut gemeint ist eben nicht immer gut.
Man lese zum Weltgericht diese Predigt ---> HIER !

Kommentare:

  1. ein Münchner auf Erden12. September 2017 um 05:44

    Das hat er von Kardinal Woelki abgekupfert!
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kardinal-woelki-wer-menschen-im-mittelmeer-ertrinken-laesst-laesst-gott-ertrinken-14253966.html

    Und dessen allzu simples Schwarzweiß-Denken wurde schon
    des öfteren kritisiert:
    https://www.welt.de/regionales/nrw/article151359869/Das-Schwarzweiss-Denken-des-Kardinals-in-der-Asylkrise.html

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  2. Diese Hochwürden merken leider gar nicht,
    dass sie selbst die Ursache sind für den Zorn vieler
    Katholiken und Bürger.
    Die allermeisten Katholiken sind durchaus der Meinung,
    dass man Kriegsflüchtlingen helfen muss.
    Sie ärgern sich aber darüber, dass die hohen Herren
    geistig nicht in der Lage sind, zwischen wirklichen
    Flüchtlingen laut Asylrecht und bloßen Wohlstandsflücht-
    lingen zu unterscheiden.

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    1. Nach dieser Logik waren die nahezu 12 Millionen Ost-Flüchtlinge 1945, die einen Platz im angenehmen Westdeutschland kriegen wollten, auch nichts als "Wohlstandsflüchtlinge". Zynisch.

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    2. Bianca, sind Sie Neuntklässlerin?
      Mein Nachbar, Lehrer an einem Gymnasium,
      erzählte mir, dass die Neuntklässler fast alle
      behaupteten, noch nie etwas vom Zweiten Welt-
      krieg und der Vertreibung Deutscher gehört zu
      haben.

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  3. Mit jeder armen Rentnerin, die sich noch nicht einmal
    einen kurzen Urlaub leisten kann, hat auch Jesus Christus
    keine Chance auf Urlaub.
    Himmel, hilf, die Hochwürden sind los...!

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  4. Das ist bischöfliche Blasphemie.
    Christus kann nicht wieder sterben, er ist im Himmel
    beim Vater!

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  5. Ein typischen Tradireflex, wenn gar nichts mehr hilft, um die eigenen Vorurteile zu kaschieren, müssen die ungeborenen Kinder gleichsam einer Auschwitzkeule herhalten. Wie hat Franziskus gestern die Fremdenfeindlichkeit des auch bei Tradis hoch im Kurs stehenden Herrn Trump gesagt: Ich dachte er sei pro life, wie kann man da unschuldige Kinder des Landes verweisen? Und hier liegt auch schon die Antwort, die man dem Knappen geben muss: Wären Tradis aufrichtig pro life, könnten sie nicht so über Flüchtlinge herziehen. Wenn ein Kardinal auf Flüchtlinge fokussiert, dann sicherlich deshalb, weil viele angeblich gute Katholiken hier auf völligen Abwegen sind. Lebensschutz muss nach draußen propagiert werden, Flüchtlingsschutz nach drinnen. Wie nötig das ist, zeigen die Reaktionen der Leser des Kreuzknappen!

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    1. Wie nötrig der Marsch für das Leben ist,
      zeigt Ihre Reaktion, Kulli!
      Ihre Vorurteile sind ja so massiv, dass Sie schon
      diesen geringfügigen Anlass nehmen, um über die
      Tradis reflexartig herzuziehen. Unterste Schublade!

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    2. Sie haben mich leider nicht verstanden, ich spreche mich ja gerade für den Lebensschutz aus, deshalb kann ich nicht gegen Flüchtlingshilfe sein. Tradis versuchen aber die ungeborenen Kinder gegen Flüchtlinge in Stellung zu bringen. Widerwärtig!

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  6. So sind sie halt, die Zeitgeist-Katholiken
    und Zeitgeist-Bischöfe:
    Für die Rettung aller Flüchtlinge, die auf eigenes Risiko
    und unter Bezahlung von manchmal tausender Euro und unter
    Zurücklassung ihrer alten Eltern und Familie den Weg ins
    gelobte Land suchen, ist jede Rede recht.
    Hat jemand genau von diesem Kardinal jemals etwas über
    Lebensschutz und Abtreibung gehört?
    Um nicht missverstanden zu werden, weil ja die Links-
    katholiken hier im Blog mit sprungbereiter Feindseligkeit
    lauern: Ich engagiere mich mit meiner Familie in der
    Flüchtlingshilfe durch die Betreuung einer afghanischen
    Familie, die bei uns im nicht mehr benötigten Pfarrhaus
    wohnt.

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    1. Sie wissen genau, dass die vielen jungen Flüchtlinge keineswegs "unter Zurücklassung ihrer Familien" abhauen, sondern von diesen regelrecht nach Europa geschickt werden, nachdem die ganze Sippe mühsam Geld zusammengesammelt hat. In der Hoffung, die Familie später von Europa aus unterstützen zu können, wie es ja auch die meisten tun, die es "geschafft" haben.
      Es ist eine perfide AfD-Unwahrheit, die Sie hier sicherlich unwillentlich verbreiten.

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  7. Der bekannte, bei den Rechtskatholiken gerne verlinkte Journalist Michael Klonovksy, mittlerweile AfD-Sprecher im Stuttgarter Landtag, hat auf seiner Facebook-Seite ein "Merkelunser" veröffentlicht:

    http://www.kathtube.com/player.php?id=43910

    Sehr demaskierend: die ach so frommen kath.net-Leser finden die "Umdichtung" des Vaterunser mehrheitlich gut.
    Das wird hier nicht anders sein.

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    1. Mir gefällt diese Umdichtung sehr gut. Bravo, Herr Klonovsky, das ist Mannesmut vor dem linksgrünen Mainstream.

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