Montag, 11. September 2017

Kardinal Müller kritisiert den Papst: "Machtfragen haben heute Vorrang...!"

Selbstverständlich wird sich Kardinal Müller hüten, Papst Franziskus direkt anzugehen bzw. als Urheber des Kirchenproblems ausdrücklich beim Namen zu nen-
nen, aber jeder weiß auch so, wer Papst ist und damit für die Zustände im Vatikan verantwortlich. 

Bei einer Lesung in Mannheim gab es durch Vermittlung von Gloria von Thurn und Taxis eine prominente Besetzung:
Neben Kardinal Müller war noch Kurienerzbischof Georg Gänswein erschienen, und mit ihm der bekannte Prälat Wilhelm Imkamp.
Kardinal Müller sagte wenig, heißt es im diesbezüglichen Pressebericht der Zeitung "Mannheimer Morgen", aber was er sagte, war zwar ver-
klausuliert, aber deutlich: Die Theologie käme leider viel zu kurz im Vati-
kan, und "Diplomatie und Machtfragen haben heute leider Vorrang; das ist eine falsche Weichenstellung, die korrigiert werden muss"

Ich schätze mal, Papst Franziskus hat durch seinen demonstrativen Rauswurf dafür gesorgt, dass Kardinal Müller und die Konservativen keinerlei Gelegenheit mehr bekommen werden, die gewünschte Korrektur vorzunehmen...
Man lese ---> HIER !

Kommentare:

  1. Der Zug, den die Konservativen noch anhalten wollen,
    ist übrigens längst abgefahren. Null Chance, Papst Fran-
    ziskus noch zu stoppen, und das ist gut so!

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    1. Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf ...

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  2. Kardinal Müller bringt sich ab und zu in Erinnerung,
    aber das wars dann auch. Er ist abserviert und nahezu
    bedeutungslos geworden.
    Er hat die "Machtfragen" am eigenen Leib zu spüren bekommen.
    Mit Papst Franziskus ist nicht zu spaßen, der weiß wass er
    will und geht unbeirrt seinen Weg, und wenn sich dabei
    jemand in den Weg stellt, wird er zur Seite geschoben.
    In zehn Jahren ist die katholische Kirche nicht mehr wieder-
    zuerkennen. Und zumindest in Deutschland wird sie dann um
    mindestens weitere 10 - 15 % geschrumpft sein.

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  3. Sehr guter Witz, den Müller da bringt, gehört doch auch er samt Gänswein und allen anderen Erzkonservativen zu den ständigen Kritikern der Hochschultheologie. Deren Erkenntnisse passen solchen Leuten nämlich gar nicht, können sie noch so fundiert vorgetragen werden, denn sie stellen viele Traditionen infrage. Müller steht für ein "weiter wie immer", Theologie stört da nur.

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    1. Wie ich vor ein paar Tagen schonmal angemerkt habe, bin ich bzgl. Theologie bei G.L.Müller seit einiger Zeit äußerst skeptisch geworden. Als Theologen finde ich ihn nicht gut. Er hat keine Antworten, die irgendjemanden zufriedenstellen können, sondern zieht sich in der wichtigsten Frage von allen (Gottesfrage) auf ein gruseliges Autoritätsargument zurück. Das ist für Theologie tödlich und entzieht dem ganzen Berufsstand das Fundament. Ich sehe Müller da im Prinzip schon auf einer Stufe z.B. mit Lüdemann, der ja auch explizit die Abschaffung der Theologie fordert, weil sie "unwissenschaftlich" sei. Müller bestätigt das leider zu oft (sicher ungewollt, aber verhängnisvoll).

      Wie ich letztens sagte, bin ich deswegen froh, dass er diesen Posten aufgeben musste, und zwar ganz unabhängig von kirchenpolitischen Flügelkämpfen und auch losgelöst von seinem Charakter (die Tendenz, die Schuld für kirchliches Versagen auf nubinöse Mächte wie "die Medien" oder jetzt halt "Machtfragen" abzuschieben, hatte er immer).

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  4. Absolut coole Runde, Gänswein, Imkamp und Müller bei Prinzessin Gloria am Tisch. Allein die Vorstellung, dabei gewesen und Mäuschen gespielt haben zu können, macht einen ganz kribbelig. Leider kann ich nichtmal den Artikel im Morgen dazu lesen, wegen Abblockblocker :-(

    Von Prälat Imkamp gibt es aber ein schönes neues Interview mit Regina Einig von der Tagespost, das online offb. ohne Einschränkungen lesbar ist, über sein Verhältnis zur altrituellen Bewegung. Strotzt m.E. vor scheußlichen Verzeichnungen, ist aber für die Einschätzung Imkamps gut brauchbar.

    „Liturgie ist immer auch eine Sache des Gefühls“
    http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Liturgie-ist-immer-auch-eine-Sache-des-Gefuehls;art312,181478

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  5. Menschen können entlassen werden, die Wahrheit nicht.

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    1. Naturlich, Heldenkult darf nicht fehlen.

      Müller unmissverständlich: "Ich bleibe natürlich in Rom." Es habe in der Kirchengeschichte schon Präfekten der Glaubenskongregation gegeben, die drei Mal aus der Kurie entfernt worden seien.

      Ich weiß zzt. nicht, wen er da meint. Als entlassener Glaubenhüter fällt mir niemand ein. Leute, die aus kirchenpolitischen Gründen ins Hl. Offizium abgeschoben wurden und bis zu ihrem Tod einflusslos in Rom blieben, wären vielleicht Rampolla oder Merry del Val. Aber aus dem Hl. Offizium entlassen? Wer kann da helfen?

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  6. Gerade gefunden, hier ist noch ein schöner Artikel mit Foto.

    Es war wie ich sehe ein Empfang im Anschluss an eine Buchvorstellung von Kdl. Müllers Papstbuch während der Mannheimer Papstausstellung. Wie erwartet sucht Müller die Schuld für seine Entlassung (nein, kleiner Scherz, für die "Krise" natürlich) beim "wahllosen Relativismus", der die Menschen immer weiter von der "Wahrheit", also von Christus, entferne. Das sind die gewohnten nichtssagenden Floskeln des sprachlosen Theologen.

    Eher überraschend finde ich allerdings das Rezept, was er vorschlägt, nämlich - man höre und staune - mehr Ökumene. So müsse schnellstmöglich die Spaltung in Konfessionen überwunden werden. Aber bitte keine "Protestantisierung", sondern "Eucharistie". Etwas schwurbelig, man weiß ungefähr, worauf er abzielt, aber es bleibt unklar, wie er dahinkommen will.
    Also doch wieder nichtssagend. Oder war das vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass Müller sich Kaspers Forderungen nach einem baldigen gemeinsamen Abendmahl mit den Lutheranern anschließen oder jedenfalls nicht verschließen möchte?

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