Montag, 25. September 2017

"Süddeutsche Zeitung" behauptet: Kardinal Woelki "torpediert" Kardinal Marx wegen zu viel Ökumene!

Die "Süddeutsche Zeitung" macht es dramatisch: Ihr liege intern ein Dokument
vor, das belege, wie sehr der Kölner Kardinal Woelki als Quertreiber in Sachen Ökumene den Münchner Kardinal Marx "torpediert"

Sooo geheim ist das Dokument aber nicht, denn es handelt sich schlicht um einen Aufsatz aus der "Herder Korrespondenz", der ohnehin ganz planmäßig am morgigen Dienstag er-
scheint; da ist es völlig normal, dass man seitens der Verlage zur Ankurbelung des Le-
ser- und Kaufinteresses einigen dafür geeignet erscheinenden Redaktionen den Text vorab zukommen lässt.

Bei der "Süddeutschen Zeitung" klingt das jedoch ganz reißerisch: "Woelki will verhindern, dass sich die Konfessionen zu sehr annähern" - so lautet die (Er-)Schlagzeile. Tatsächlich geht es um nicht mehr und nicht weniger als um einen Fachartikel, wie er zu Dutzenden vorkommt, und hier ist es eben ein Kardinal, der das äußert, was andere Theologen auch äußern, dass nämlich eine Hauruck-Ökumene mit gegen-
seitigen Einladungen (unter Umständen auch zur Eucharistie) eigentlich wenig hilfreich ist, weil sie eine Einheit vorgaukeln, die es so (noch) nicht gibt.

Im Laufe des aufgeregten Artikels diagnostiert die "SZ" den Artikel von Woeki gar zur Sabotage des Reformationsjubiläums hoch - sein
Text sei "ein Missklang in der Harmonie des Reformations-
jahres"
. - Autsch, das klingt, als habe da jemand beim idyllischen Kaffeeklatsch der alten Tanten gestört!
Im Laufe des Artikels wird die "SZ" dann aber sanfter und kehrt zu nor-
malem Pulsschlag zurück. Sie räumt ein, Woelki fasse nur das zusammen, was auch andere Bischöfe denken. -

Also dann von mir aus auch einen Gruß an den Texter des Sturmes im Wasserglas! - Es wird sich schon noch bis zur "SZ" herumsprechen,
dass es in der katholischen Kirche erlaubterweise auch Meinungen gibt, die nicht zu 100 % identisch sind mit der von Kardinal Marx, da bin ich ganz zuversichtlich... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Vielleicht ist der Autor der "SZ" mit Kardinal Marx befreundet?
    Es ist schon seltsam, dass dies derart aufgeblasen wird!
    Sind da im Hintergrund irgendwelche Strippenzieher im Gange,
    die Kardinal Woelki eins auswischen wollen, weil er sich in
    der Flüchtlingsfrage zu weit aus dem Fenster gelehnt hat,
    zum Ärger von einigen anderen Bischöfen?!

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  2. Die üblichen Spielchen, um die Klicks und die verkaufte
    Auflage zu erhöhen. Und wenn man nebenbei Kardinal Woelki
    noch eins auswischen kann, umso besser...!
    Wer hätte das aber auch gedacht - Kardinal Woelki ist nun
    schuld daran, dass die Harmonie des Reformationsjubiläums
    nachhaltig gestört wird.
    Vermutlich weinen die protestantischen Kirchenvertreter
    jetzt nur noch still in ihren Büros vor sich hin.

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  3. Oh,Alarm, da ist jemand anderer Meinung als Kardinal Marx!
    Da bewahre uns die Süddeutsche Zeitung davor,
    oder ist gar ein Exorzismus bei Kardinal Woelki notwendig?

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  4. Ordinariatsgeschädigter25. September 2017 um 15:49

    Kompliment an den Kreuzknappen; wieder einmal ein gelungener
    Angriff auf die Hysterie der Medienmacher!
    Was der Autor der "SZ" sich dabei aus den Fingern saugt,
    ist eher amüsant; so wird unterstellt, Ende des Jahres sei
    die gegenseitige Eucharistie "fallweise" geplant gewesen.
    Da war wieder einmal der Wunsch der Vater des Gedankens.

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  5. Jetzt berichtet übrigens auch "katholisch.de"
    in einem längeren Artikel darüber - übrigens ganz entspannt
    und ohne die Sensationsmache des vom "Kreuzknappen" oben
    verlinkten Blattes.
    Man lese zum Vergleich:
    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/woelki-sieht-keine-grundlage-fur-interkommunion

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  6. "In Rom schien die Sache geklärt", glaubt die "SZ",
    und zitiert als Beleg Kardinal Kasper.
    Nun weiß natürlich jeder Insider, dass Kasper längst nicht
    mehr zum direkten Umfeld von Papst Franziskus zählt; da haben
    ihn seine Jesuiten-Freunde und Ghostwriter längst des Platzes
    verwiesen. Ab und zu hält Kasper noch einen Vortrag, aber das
    war's dann auch.

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