Samstag, 4. November 2017

Jugendsynode-Umfrage deutscher Bischöfe: Ist der Zug längst vom anderen Gleis abgefahren?

Nun kann man also eine Zusammenfassung der Antworten einsehen, die die deutschen Bischöfe zusam-
mengetragen haben. Selbstkritsch sei die Bestands-
aufnahme, heißt es. Neben viel Engagement z.B. bei Sonder-
aktionen und in den Verbänden gibt es auch viel Ernüchterung: Der vom Schwung von Papst Franziskus erhoffte Aufschwung ist ausge-
blieben - nach wie vor wendet sich die große Mehrheit der Jugend leise
von der Kirche ab.

Darf man aber gleich so pessismistisch sein wie z.B. diese Zeitung, die
da titelt "Die Jugend erbittet von der Kirche einfach - nichts!"       Der Autor ahnt, mit neuen pastoralen Angeboten und Events kann man zwar die jugendlichen Konsumenten kurzfristig beeindrucken, aber eben nicht auf Dauer.

Und ich halte es so, wie ich das schon öfter getan habe: Bevor ich mich zur Jugendsynode ausführlich äußere, lasse ich sie erst mal stattfinden -
im Herbst 2018 in Rom. Um ehrlich zu sein: Ein Wunder wird da nicht passieren, nehme ich an...!

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Christian Kruschow4. November 2017 um 16:27

    Eines ist sicher: Man wird wochenlang Materialien wälzen,
    debattieren, Vorträge hören und jede Menge Papier drucken.
    Die Hoffnung, dass da etwas konkret für die Jugendpastoral
    rauskommt, habe ich nicht mehr.
    Es wird das übliche sein, mehr Events, neue Firmkonzepte,
    laute Jugendgottesdienste - aber der Glaube wird kaum wachsen.
    Was nämlich fehlt, das sind heilige Vorbilder in den
    Diözesen, Pfarreien und Familien!

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  2. ein Priester (76 Jahre)4. November 2017 um 16:33

    Was die Jugend betrifft, so schwanke ich zwischen Hoffnung und Resignation. Es gibt einige gute Ansätze, aber wenn man genau hinschaut, dann steht und fällt das mit viel, viel persönlichem und instituionellen Einsatz, und das geht auf Dauer bei manchem über die Kräfte und Möglichkeiten.
    Ohne nun auf den abgedroschenen "heiligen Rest" zu sprechen zu kommen: Wir werden wohl davon ausgehen müssen, dass 80 % der Jugend in den verwöhnten reichen Ländern der Kirche entfremdet sind, und daran wird auch die Synode nichts ändern.
    Kleine Gruppen werden weiterleben, das glaube ich allerdings auch.

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  3. Die Jugendlichen, und zwar die einheimischen Jugendlichen,
    fühlen sich von der Kirche im Stich gelassen.
    Die kümmert sich fast nur noch um Flüchtlinge, um Politik
    und um Ökumene, alles andere ist nur zweitrangig.
    Was hat die Kirche denn in den letzten Jahren ganz konkret
    getan (außer Sonntagsreden und Hochglanzbroschüren), um z.B.
    schwangeren Mädchen eine Existenz aufzubauen und diese zu
    unterstützen - und was hat sie getan, um Jugendliche Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen?

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    1. Ach wo. Wenigstens "die Jugendlichen" brauchen Sie mal nicht auch noch für die rechte Polit-Agenda zu instrumentalisieren.

      Die "einheimischen Jugendlichen" fühlen sich überhaupt nicht "von der Kirche im Stich gelassen". Die einheimischen Jugendlichen interessiert die Kiche nämlich schlicht nicht mehr. Null. That's it.

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    2. Der "Kenner der Lage" verwechselt Ursache und Wirkung.
      Richtig: Die Jugend interessiert sich nicht mehr für
      die Kirche.
      Aber der GRUND DAFÜR ist, dass man sich im Stich ge-
      lassen fühlt, dass man von der Kirche nichts Hilf-reiches erfahren hat.

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    3. Wieder ach wo! Im Stich gelassen von jemand fühle ich mich nur, wenn ich mal gehofft hatte, dass jemand sich mir zuwendet. Die "heutige Jugendlichen" sind komplett asozialisiert, was Kirche betrifft, die haben nie etwas von der Kirche erwartet. Also gibt es auch keine Enttäuschung und Im-Stich-gelassen-Fühlen.

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    4. Ergo: Die Kirche hat die Jugend im Stich gelassen,
      und als Ergebnis interessiert die sich nicht dafür.
      Schönstes Gegenbeispiel sind sehr aktive Kinder- und
      Jugendgruppen und geistliche Gemeinschaften:
      Da ist die Jugend aktiv, weil sie angesprochen und
      angeleitet wird, weil dort Vorbilder sind.

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    5. Dort ist nicht "die" Jugend aktiv, sondern überwiegend Kinder aus katholischen Adelsfamilien, die sowieso von daheim auf Elite und Gegnerschaft zur Demokratie eingemottet sind.

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  4. Ich frage mich, was das soll - wir haben ja doch die
    Familiensynode 2014/15 noch nicht verarbeitet, es fehlen immer
    noch pastorale Umsetzungen, und dann wollen wir schon die
    nächste Sau durch's Dorf treiben?!
    Hört endlich auf zu konferieren und verwendet die gewonnene
    Zeit für konkrete Seelsorge -und spendet die Millionen, die
    solch ein Treffen kostet, an alleinerziehende Mütter!

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  5. Man kann natürlich alles von vorneherein schlechtmachen
    und schwarzmalen. Tendenziell stimme ich dem "KREUZKNAPPEN"
    da zu: Nicht zu viel erwarten, und nicht schon vorher urteilen.
    Ich gehe ja auch nicht in ein Restaurant und erkläre dem
    Kellner bei der Bestellung, dass mir das Essen nicht ge-
    schmeckt hat...!

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  6. Wer ist eigentlich mit "Die Jugendlichen" gemeint? In der gestrigen Vorabendmesse waren genau vier Gottesdienstbesucher unter 60. Sind das die Jugendlichen, um die es geht?

    Nebenbemerkung:
    Zu Beginn dieses Gottesdienstes (in einer Nachbargemeinde) hatte ich mich gefragt, was hier wohl schiefgelaufen ist, was die wohl die Jungen und Mittelalten aus den Gottesdiensten vertreibt. Die Antwort ergaben sich aus den Textbeiträgen des Priesters, die nicht durch das Missale festgelegt sind: Der geeignetere Ort für seine Eigenschöpfungen wäre ein Parteitag der Grünen gewesen.
    Mich sieht der auch nie wieder.

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    1. Klar, und wenn die Priester den Kirchensprech aus den Missale textgetreu rezitieren, den ja jeder super versteht, werden "die Jugendlichen" in Scharen in die Kirche zurückströmen, gelle?

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