Montag, 13. November 2017

Religionssoziologe Pollack fordert: Die Kirchen sollten nur kurze Gottesdienste anbieten!

Es liege nicht hauptsächlich
an der Predigt, wenn die Leute nicht mehr in die Kirche kä-
men, meint der Religionssozio-
loge Prof. Dr. Detlef Pollack aus Münster.
Die Hauptursache sei, dass sie am Sonntagmorgen was Besseres zu tun hätten, das ihnen wichtiger sei; daher habe die Kirche nur eine Chance auf entsprechende Besucherzahlen, wenn die Gottesdienste kurz seien, maximal 50 bis 60 Minuten. - Ein kurzer Gottesdienst käme den Leuten da entgegen.  ---> HIER !

Nun ist es ja so, dass Professoren eine ganze Menge sagen, mal dieses und mal jenes. Und so fand ich von ihm bei anderer Gelegenheit den Hinweis, die Kirche solle sich nicht von Mehrheitsmeinungen abhängig machen: "Wenn die Kirche sich davon abhängig macht, was Mehrheitsmeinung ist, gibt sie Theologie und Offenbarung als eigene Erkenntnisquelle preis" - Mit anderen Worten: Die Kirche soll nicht fragen, was die Mehrheit der Leute so denkt... ---> HIER !
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Leute entscheiden,
was ihnen wirklich wichtig ist, und wenn ihnen Kirche wichtig ist, dann ist es ihnen auch relativ egal, ob sie nun 50 oder 70 Minuten für den Gottesdienst einplanen.
Und noch etwas habe ich erfahren: Gemeckert wird immer, so oder so: Wenn der Gottesdienst kurz ist (ich kenne einen Priester, der sonntags mit der Hl. Messe in 35 bis maximal 40 Minuten "durch" ist), kommen viele auch nicht mehr, weil sie dann sagen, da gehe ich nicht hin, wir sind doch nicht auf der Rennbahn...  ---> HIER !

 

Kommentare:

  1. Ja, aber die Leute, "dene Kirche wichtig ist", sind ja die "Hochverbundenen", also die, die eh schon dabei sind. Die Kirchen wollen aber sich auf die ausrichten, die eben noch nicht dabei sind. Insofern sind die Überlegungen von Prof. Pollack bedenkenswert.
    An der Predigt sollte zeitlich aber am wenigsten eingespart werden, denn diese ist es, nach der die meisten heutzutage die "Qualität" eines Gottesdienstes beurteilen.

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  2. Sorry, aber das ist vom Soziologen falsch herum gedacht:
    Wenn es so ist, dass die Leute am Sonntag das machen,
    was sie besonders interessiert, dann sind NICHT kurze Gottesdienste die Lösung, sondern das Wecken von Interesse
    an Jesus Christus.
    Dann werden die auch kommen, wenn es mehr als 70 Minuten
    dauert!

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  3. Wenn man sich einmal auf solche Spielchen eingelassen hat,
    dann gibt's in 10 Jahren nur noch den Instant-Gottesdienst
    in 20 Minuten. Und dann werden die Gläubigen zu Recht sagen,
    dafür machen ich nicht am Sonntagmorgen den Aufwand, da kann
    ich auch gleich im Bett liegen bleiben.
    Die Kirche ist gut beraten, dem Zeitgeist nicht ständig
    hinterherzulaufen und Gottesdienste wie sauer Bier anzupreisen.

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  4. Auch ein Gottesdienst von 30 Minuten kann lang
    und langweilig wirken. Für eine Sonntagsmesse sind 55 bis
    60 MInuten völlig in Ordnung, für eine Werktagsmesse eher
    35 bis 40 Minuten.
    Was einem wichtig ist, dafür hat man auch Zeit.
    Oder wirft man einen Freund raus, der einen besucht,
    weil gerade 50 Minuten um sind?

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  5. Wenn nach Professor Pollack, die Leute am Sonntagmorgen was Besseres zu tun haben als in den Gottesdienst zu gehen, warum sollen sie dann maximal 50-60 Minuten etwas Schlechteres machen? Versteht jemand die Logik?

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  6. Und wenn die Gottesdienste dann hinreichend kurz sind, kann man sie auch gleich weglassen.

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