Mittwoch, 15. November 2017

Selbstmord nicht verhindert? - Belgischer Priester wegen Beichtgeheimnis vor Gericht!

Wie das jetzt im Endeffekt ausgehen wird, muss man abwarten: Ein Gericht im belgischen Brügge be-
schäftigt sich mit dem Fall eines Priesters, der sich ganz selbstverständlich an das Beichtgeheimnis gebun-
den
fühlt und deshalb vor zwei Jahren die Polizei nicht über Selbstmordgedanken eines Anrufers informierte.
Die Witwe des tatsächlich später durch Selbstmord Ver-
storbenen hat nun den Priester vor Gericht gezerrt, weil er nichts unter-
nommen habe. - Der Priester selbst und das Bistum sehen das natürlich anders - das Beichtgeheimnis gilt in jedem Falle. 

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Kommentare:

  1. Was ist das für eine merkwürdige Frage?
    Das Beichtgeheimnis hat oberste Priorität, daran gibt es
    nichts zu rütteln. Dafür sind schon einige Priester getötet
    oder ins Gefängnis geworfen worden.

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  2. Die Verschwiegenheitspflicht gilt nicht nur für
    die sakramentale Beichte, sondern auch für beichtähnliche
    Seelsorgegespräche!
    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:4FhScO5E6scJ:ksa-offenbach.de/wp-content/uploads/2012/04/Merkblatt-zu-Fragen-des-Seelsorgegeheimnisses-etc..pdf+&cd=5&hl=de&ct=clnk&gl=de

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  3. Schwer zu beurteilen, ob der Seelsorger hier etwas hätte tun konnte oder ob diese Klage nur eine verzweifelte Schuldzuweisungsaktion der Hinterbliebenen ist.

    Fakt ist natürlich, dass er am Telefon nicht an das Beichtgeheimnis gebunden ist, sondern nur an das allgemeine Seelsorge- und Berufsgeheimnis. Andererseits hatte der Mann in seinem Gespräch ausdrücklich verlangt, der Priester solle das Beichtgeheimnis beachten und, dieser hatte ihm das offenbar auch versprochen.
    Der Anrufer war offensichtlich krank. Das heißt, man kann auch nicht unbedingt damit rechnen, dass der Priester offen mit ihm reden und ihm an einem bestimmten Punkt sagen konnte, dass ihm nichts anderes mehr übrig bleibt, als fremde Hilfe einzuschalten. Damit wäre womöglich der Kontakt beendet gewesen, dessen Aufrechterhaltung bei Selbstmordgefährdeten höchste Priorität hat.
    Und gegen den Willen des Betroffenen Hilfe einzuschalten, kam dem Priester vielleicht als ein zu großer Vertrauensbruch vor, der das seelsorgliche Verhältnis zu stark beschädigt und dem Mann damit evtl. geschadet hätte.
    In solchen Lagen am Telefon kann man das als Helfer oft selbst schwer einschätzen und muss sich sehr schnell und aus dem Bauch heraus entscheiden.

    Das Beichtgeheimnis als Rechtfertigung, im Nachhinein keine Hilfe organisiert zu haben, als der Seelsorgekontakt schon beendet war, ist hier sicher nicht möglich. Ein Beichtgeheimnis im strengen Sinn gab es nicht. Allerdings ist es wie gesagt nicht ganz klar, denn vielleicht hoffte der Priester, der Mann werde sich wieder melden, und wollte das Vertrauensverhältnis nicht durch vorschnelles Agieren am Betroffenen vorbei aufs Spiel setzen.

    Wenn das nicht so war und der Priester die Sache einfach abgehakt und auf Hilfeleistung dennoch verzichtet hat, weil er meinte, er sei an das Beichtgeheimnis gebunden, wäre es hingg. kritischer zu beurteilen.
    Schwierig, denn dass der Priester das leichtfertig so gemacht und einfach unter "hat halt nicht geklappt" abgehakt haben soll und den Mann wissend in den Tod gehen ließ, ist ja eher unwahrscheinlich.

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