Donnerstag, 11. Januar 2018

Die Gerüchte-Küche über Papst Franziskus brodelt im Vatikan mal wieder, aber die meisten Angestellten stehen hinter ihm!

Man kennt ja nicht die Hintergründe, warum ein Artikel geschrieben wurde - und warum gerade jetzt.
Auf "katholisch.de" liest
man derzeit einen Text von Gudrun Sailer über die "brodelnde Gerüchteküche",
die es offenbar mal wieder gibt im Vatikan.
Doch die Schreiberin gibt gleich Entwarnung: Klar, es wird schon mal genörgelt, aber wir wollen doch festhalten, dass die meisten Angestell-
ten hinter Papst Franziskus stehen. - Nun ist das ja nicht wirklich aus-
schlaggebend, ob sämtliche Sekretärinnen, Raumpfleger und Apotheke-
rinnen hinter diesem Papst stehen oder eher skeptisch sind, aber schön, dass es so ist.
Oder ist es eher so wie beim berühmten Pfeifen im dunklen Wald? - Jedenfalls fällt mir auf, dass man vor drei Jahren noch ganz andere Töne bei "katholisch.de" lesen konnte; da hieß es z.B. aufgrund eines zitierten Berichtes des Rom-Korrespondenten Albert Link, "die vatikanischen Mit-
arbeiter haben unter Franziskus Schwierigkeiten, die gleiche Motivation
zu entwickeln wie unter Benedikt XVI. Die kleinen Angestellten haben den Eindruck, dass durch ... eine Abschaffung der Altersvorsorge an ihnen das Beispiel der Kirche der Armen statuiert werden soll."

Aber offenbar ist mittlerweile alles prima. So heißt es zumindest... 
Man lese ---> HIER und HIER und HIER

Kommentare:

  1. Ja gewiss: Wenn ich weiß, dass mein oberster Chef schon
    mehrere Leute ruckzuck rausgeschmissen hat, dann wäre
    ich vorsichtshalber auch (zumindest nach außen) auf jeden
    Fall für ihn und stände hinter ihm so viel wie er will,
    denn ich weiß, dass in Rom die Jobs rar und die Arbeitslosen
    viele sind...!

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  2. So wie Timotheus sehe ich das auch:
    Natürlich stehen fast alle hinter Papst Franziskus,
    denn ihnen wird immer mal wieder vorgeführt, wie es denen
    ergeht, die öffentlich gegen ihn sind.

    Da wird z.B. ein Priester kaltgestellt:
    http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/priester-muss-nach-papst-kritik-auszeit-nehmen

    Das werden führende Mitarbeiter als VERRÄTER tituliert:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/vatikan-papst-franziskus-kritisiert-verraeter-in-der-roemischen-kurie-a-1184483.html

    Da wird der Umgangston immer ruppiger:
    http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/papst-franziskus-vatikan-kritik100.html

    Also, wenn ich im Vatikan arbeiten würde,
    ich würde unbedingt den Mund halten und Dienst nach
    Vorschrift machen. Und auf Wunsch auch Beifall klatschen.

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  3. Diözesaner Bürohengst11. Januar 2018 um 17:40

    Jedenfalls scheint das Thema für die "katholisch.de"-Redaktion wichtig zu sein, obwohl man eigentlich gar keinen Anlass erkennen kann. Zumindest mir sind in der letzten Woche keine neuen Gerüchte zu Ohren gekommen.
    Läuft da also was im Hintergrund - oder war das einfach nur eine Art Verlegenheitsartikel, weil noch Platz auf der Internetseite leer war?

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  4. Ein gutes Dementi zur rechten Zeit ist die beste Bestätigung.

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  5. Die schlechte menschliche und fachliche Qualität des Kurienpersonals hat unter anderem auch mit dem Priestermangel zu tun, über den wir heute Morgen sprachen. Dieses Phänomen hat Politi in "Franziskus unter Wölfen" besprochen (S. 181 f.).

    Es gibt eine soziologische Erklärung für die sinkende Qualität des Kurienpersonals: den Rückgang der Berufungen. In der Vergangenheit, als die Berufungen noch zahlreich waren, schickte ein Bischof die besten Priester in den Vatikan und hatte noch immer genug hervorragende Leute für seine Diözese. Heute, in Zeiten des Priestermangels, neigt ein Bischof dazu, die begabtesten der jungen Priester als seine engsten Mitarbeiter an sich zu binden.

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    1. Als seit Jahren in einem großen deutschen Ordinariat Arbeitender kann ich das nur bestätigen. Unser Bischof hat mal zu vorgerückter Stunde ganz offen gesagt: 'Der Zustand unseres Klerus ist so unterirdisch, dass ich die zwei, drei Gescheiten dringend hier brauche!"
      Von den jüngeren Priestern kann ja kaum einer mehr ordentlich Latein. Von den biblischen Sprachen ganz zu schweigen.

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    2. Das muss man sich mal auf der Zunge
      zergehen lassen: Da gibt ein Bischof also offen zu,
      dass der Zustand seines eigenen Priester-Teams extrem
      miserabel ist. Dazu muss man wissen, dass der Bischof
      auch letztverantwortlich für die Priesterausbildung
      in seinem Bistum ist.

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    3. Sicher. Für die Qualität der Arbeit von Herrn Becher, der, wie er uns gelegentlich wissen lässt, Polizist ist, ist "letztverantwortlich" die Bundeskanzlerin. Wenn Herr Becher also Kriminelle nicht dingfest macht, ist Frau Merkel dran schuld!

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    4. Logo. "Mutti" ist für unsere Tradis an allem schuld, was schlecht läuft. Also an der ganzen bösen Welt von heute.

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  6. Man sollte wissen, dass es zwei Sorten von Bediensteten
    im Vatikan gibt: Die normalen Angestellten, die täglich
    sechs Stunden ihren Dienst tun,
    und dann die Geistlichen, die zu einem großen Teil aus
    Karrieregründen an den Vatikan gelangt oder weiterempfohlen
    sind. Die wären ja bescheuert, wenn sie Kritik äußern würden!

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