Donnerstag, 4. Januar 2018

Wenn Journalisten über die "Spackos von der AfD" und über "Arschlöcher" schreiben...

Die Verrohung der Sprache, die wir im Internet beklagen, ist keine Spezialität von Leuten, die zu Recht oder zu Unrecht bei "Facebook" und "Twitter" fleißig gelöscht werden; es ist zu meinem großen Bedauern auch zuweilen in den Leserkommentaren in meinem Blog zu finden (hier gleich noch mal der Appell, sich "zivilisiert" auszudrücken; danke!) - und leider auch bei den Profis, bei den Journalisten, die gerne so tun, als seien Pöbeleien ausschließlich eine Angelegenheit
von rechten Fanatikern.

Wenn etwa ein Redakteur der "Süddeut-
schen Zeitung"
schreibt "Lieber eine konservative FDP als die Spackos von der AfD", dann ringe ich um Fassung, oder wenn der ehemalige Chef vom Dienst bei "katholisch.de" über die AfD-Wähler schreibt "Diese hasserfüllte Frust-Truppe soll eine Alternative sein? Vielleicht für Arschlöcher. Aber nicht für Deutsch-
land"
, dann finde ich das nur sehr begrenzt lustig.

Klar, beide Zitate sind nicht in den letzten Tagen oder Wochen gefallen, und ich nehme jetzt einfach mal höflicherweise an, die betreffenden Her-
ren würden das nicht nochmal so formulieren, aber das wurde genau so geäußert, und das von Leuten, die als Journalisten eine besondere Ver-
antwortung tragen.

Herzliche Bitte daher an alle, hier und außerhalb meines Blogs:
Liebe Leute, deutliche Kritik geht völlig in Ordnung, aber achtet bitte auf eure Wortwahl, denn die Nachahmer nehmen sich an euch ein Beispiel, so oder so...!

Man schaue ---> HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Gegen den Hass-Sprech der AfD-Schreihalse ist der Ausdruck "Spacko" geradezu liebevoll.

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    1. @Norbert

      Zustimmung.

      (Nebenbei: Schon sehr auffällig – der Kreuzknappe steht immer wieder gern auf der Matte, um AfD(-Leute) gegen Kritik aus anderer politischer/gesellschaftlicher Richtung in Schutz zu nehmen …)

      Zur Sache: Der SZ-Korrespondent Thorsten Denkler twitterte im September 2017 als Antwort auf Renate Künast:

      „Können aber doch nicht alle links sein. Lieber eine konservative FDP als die Spackos von der AfD im Parlament, oder?“

      https://twitter.com/thodenk/status/906177315629039616

      Ja, Spacko ist ein derbes Schimpfwort, im Sinne von „Dummkopf“ oder „Trottel“. Aber da braucht man doch nicht gleich „mit der Fassung zu ringen“ (Kreuzknappe), das ist doch auch geradezu Kinderkram im Vergleich zu dem, was seitens der AfD z. B. der mecklenburg-vorpommerische (ehemalige) AfD-Landtagsabgeordnete Holger Arppe, der nach eigener Rücknahme seines zunächst erfolgten Parteiaustritts immer noch AfD-Mitglied ist (wiewohl bei laufendem Parteiausschlussverfahren) auf Facebook an exzessiven Gewaltfantasien und Vergewaltigungs-Perversionen chattete. Von „Das rot-grüne Geschmeiß aufs Schafott und Fallbeil runter, dass die Schwarte kracht“ bis hin, im Blick auf AfD-Abweichler, zur Befürwortung von pränataler Diagnostik, „damit so was rechtzeitig abgetrieben werden kann.“

      Hier das „Protokoll der Perversionen“:

      http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Protokoll-der-Perversionen-das-steht-in-Arppes-Chats

      DA kann man, gelinge ausgedrückt, mit der Fassung ringen.

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    2. Sehr auffällig ist vor allem
      der Unsinn, den Leser "TACHELES" da mal wieder verzapft.
      Möchten Sie etwa, dass Ihr Kind oder Sie selbst
      als "Spacko" tituliert werden,
      dazu noch von einem Journalisten?!
      Der typisch linke Trick, jetzt zu krähen "Aber
      schaut doch mal, die von der AfD haben auch ein
      paar Knallköppe, die auch was Böses gesagt haben,
      vielleicht sogar noch etwas schlimmer!"
      erlebt man oft vor Gericht,
      wenn der Angeklagte sich rauszureden versucht und
      dann sagt: "Ja, aber, Herr Richter, andere haben
      doch auch...!"
      Sorry, Tacheles, aber das ist in etwa so,
      wie wenn ein Temposünder, der mit 80 in der Ortschaft
      geblitzt wurde, der Polizei gegenüber argumentiert,
      er denke ja gar nicht daran zu bezahlen, denn es gäbe
      schließlich Leute, die sogar mit 85 durchgebrettert
      seien.

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    3. Tacheles,
      ja das ist mir auch schon aufgefallen,
      dass er sich wie die AfD-Leute sehr kritisch mit
      der politisch-journalistischen Elite auseinandersetzt.
      Für einen AfD-Sympathisanten halte ich ihn aber trotz-
      dem nicht, sondern eher für einen, der weiß, wie man
      gewisse Leute provoziert und aus der Reserve lockt.
      In der Geheimdienstsprache nennt man das "Honigtöpfe
      auslegen" - weil ganz sicher jemand darin klebenbleibt
      und für Aufsehen sorgt.
      Die aktuellen Zahlen verrät er uns ja leider nicht,
      aber vor etwa einem Jahr verkündete der "Knappe",
      dass er zeitweise mehr als 100.000 Klicks im Monat
      bekommt, das wäre dann der meistbesuchte kath.
      Blogger im deutschen Sprachraum.
      Er scheint mir ein cleveres Marketing zu betreiben,
      indem er in Wespennester sticht.
      Die ungewöhnlich hohe Zahl der Leserkommentare
      bestätigt sein Konzept ebenfalls.
      Und ganz nebenbei: Ich lese ihn gerne, weil er
      sich nicht um heiße Eisen drückt - und auch, weil
      er fair ist und möglichst alle zu Wort kommen lässt.

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  2. Ob "Spacko" juristisch gesehen für eine Strafanzeige
    wegen Beleidigung ausreichend ist, kommt auf den Einzelfall
    drauf an.
    http://facto24.de/2010/05/20/schimpfworterliste-beleidigungen-konnen-teuer-sein-liste-der-teuersten-schimpfworter-und-gesten-liste/

    http://www.wortbedeutung.info/Spacko/

    Ich denke dabei allerdings vor allem an die Herabwürdigung
    von behinderten Mitmenschen, und dass ein Journalist so
    etwas von sich gibt, ist mehr als bedauerlich.

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  3. Für solche Journalisten ist Fremdschämen angesagt!
    Für manche AfD-Aussprüche allerdings auch...

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  4. Herr Denkler von der "SZ" ist ja ein Wiederholungstäter,
    wie man sieht:

    http://www.suedwatch.de/blog/?p=7638

    https://www.cicero.de/innenpolitik/christian-wulff-und-die-medien-eine-neuauflage-des-investiturstreits/56879

    https://hpd.de/artikel/politik-und-islamvertreter-verharmlosen-islamismus-13212

    http://www.huffingtonpost.de/hans-durrer/die-bedeutung-eines-worte_b_14914422.html

    Manche verraten mehr über ihre Kinderstube,
    als ihnen lieb sein dürfte.

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  5. ein Priester (76 Jahre)4. Januar 2018 um 17:39

    Ich vermute mal, mit diesen "Arschlöchern"
    hat sich Herr Zimmermann bezüglich seiner Karriere bei
    "katholisch.de" selbst ein Bein gestellt...

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    1. Das glaube ich eher weniger, wenn man daran denkt, dass AfD-Heroine von Storch mal getönt hat, man müsse "die christlichen Gutmenschen mit Mistgabeln aus ihren Kirchen treiben".

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    2. Günter,
      netter Versuch - aber dummerweise hat sie
      das nicht gesagt.
      Vielleicht sollten Sie nächstens vorher mal googeln,
      bevor Sie wieder mal Gerüchte verbreiten.

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    3. Aber sicher hat sie das gesagt, vor zwei Jahren schon. Es ist interessant, dass die Traditionalisten, die sonst überall "Kirchenkritik" und "antikatholische Umtriebe" wittern, bei wüster Kirchenkritik die Urheber derselben verteidigen - solange diese von rechts kommt.

      Was einmal mehr belegt, dass es den Nationalkatholiken weniger um die Kirche als um die recht Polit-Agenda geht.

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    4. Na, dann her mit dem Beweis-Link, Günter!

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  6. Günter,
    ich weiß, wer's wirklich gesagt hat,
    aber Beatrix von Storch war es eben nicht.
    Ich gebe Günter mal einen kleinen Tipp:
    Surfen Sie mal nach "Festerling" und
    "Journalistenverband"...

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  7. Übrigens: Das neue Maas-Internetgesetz entwickelt
    sich zur Katastrophe für das Ansehen der BRD
    und wird mittlerweile zur Lachnummer:
    Es genügt, wenn jemand aus Jux und Dollerei, weil ihm lang-
    weilig ist oder weil er jemand eine reinwürgen will, eine
    Meldung bei Facebook Twitter macht, und schon läuft die
    Zensur an.
    Man lese den neuesten Artikel in der "WELT":
    https://www.welt.de/kultur/article172179137/NetzDG-Wie-ein-gut-gemeintes-Gesetz-den-Hass-im-Netz-verstaerkt.html

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  8. Es ist bezeichnend, dass das Gekeife gegen das Gesetz, wie auch hier zu sehen, fast nur von den Rechten kommt. Woran man sieht, aus welcher Richtung der Hate-Speach vor allem kommt.

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    1. Ja, ja, der Journalistenverband und der linke Blogger
      Sascha Lobo sind ja seit Jahren als Rechte bekannt.
      Schenkelklopfer!

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