Dienstag, 6. Februar 2018

Medien fragen: Hat Papst Franziskus doch vom Missbrauch in Chile gewusst?

"Alles ist Verleumdung.
Ist das klar!?"
- so herrschte Papst Franziskus einen Journa-
listen in Chile an, der ihn mit seiner Frage nach Vorwürfen nervte, ein chilenischer Bischof habe von Missbrauchs-Vorfäl-
len gewusst.

Wie wir wissen, hat Papst Franziskus nachträglich dafür um Entschuldigung gebeten,
als ihm klar wurde, dass er die Missbrauchsopfer damit sehr enttäuscht hatte und auch aus seiner Umgebung Gegenwind kam. ---> HIER und HIER !
Er schickte einen seiner besten Ermittler nach Chile, um weitere Nach-

forschungen anzustellen. - Doch offenbar geben die Medien keine Ruhe. Jetzt tauchen Informationen auf, nach denen Papst Franziskus sehr wohl schon 2015 von entsprechenden Vorwürfen gewusst haben soll, da ihm
ein entsprechendes Schreiben vorlag - so die Behauptung. ---> HIER
und HIER und HIER !

Wieder mal nur ein Gerücht - oder doch mehr...?


Kommentare:

  1. Sie brauchen da gar nicht so papstfreundlich rumzueiern,
    werter Kreuzknappe:
    Der besagte Brief von 2015 ist ein Faktum, und sogar
    "katholisch.de" titelt heute: "VATIKAN IN ERKLÄRUNGSNOT" !!!

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/brief-von-missbrauchopfer-vatikan-in-erklarungsnot

    AntwortenLöschen
  2. Höchste Zeit, dass dieser Papst zurücktritt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Diesen Herzenswunsch seiner traditionalistischen Feinde wird der Papst bis auf weiteres nicht erfüllen.

      Löschen
  3. Ein "Gerücht" ist das nicht, die Frage ist nur, inwiefern das wirklich neu ist und ob man es gegen den Papst in Stellung bringen kann.

    Juan Carlos Cruz ist (zus. mit James Hamilton, José Andrés Murillo und Fernando Batlle) Hauptzeuge gegen Karadima und hat von Anfang an gegen die Ernennung von dessen Ex-Mitarbeiter Juan Barros zum Diözesanbf. Stellung bezogen. Die Vorwürfe, Barros sei bei Missbräuchen anwesend gewesen, waren schon lange bekannt und wurden öffentlich geäußert. Dass er selber Karadima ebfs. "geküsst" haben soll, ist m.W. ein neuer Vorwurf, sowas wurde aber auch früher schon gemunkelt. Jedenfalls wird er nicht erst seit gestern von den Zeugen als ältester "Schüler" Karadimas dargestellt, der über dessen Aktivitäten mit den jüngeren "Schülern" (also den Zeugen selbst) voll im Bilde war.

    Hamilton (im Jahr 2011) und Cruz (im Sept. 2015) traten in der Talkshow Tolerancia Cero im chil. Fernsehen auf, was damals viel Aufsehen auslöste, und griffen insbesondere auch die Kardinäle Errázuriz (Sendung 2011) und Ezzati (Sendung 2015) scharf an und warfen ihnen Vertuschung vor. Weitere Zeugen, die sich (wohl auch aus polit. Gründen) gegen Cruz positionierten, kamen auch 2017 in derselben Talkshow zu Wort.
    Im Hintergrund ging es dabei stets auch um den Schutz der politischen und wirtschaftlichen Elite in der Hauptstadt (nationalkonservative Kreise, zu denen auch der gerade erneut zum Präsidenten gewählten Sebastián Piñera gehört), die dem privaten Seelsorge-Zentrum von Karadima vor dessen Enttarnung als Missbrauchstäter nahestanden.

    Die Linie von Kdl. Ezzati, der besonders von Cruz der Mitwisserschaft beschuldigt wurde, ging offb. von Anfang an dahin, die Anschuldigungen von Cruz und Hamilton als haltlos, unbewiesen und unbrauchbar hinzustellen und das Zeugnis dieser Opfergruppe unglaubwürdig zu machen.
    Der Vatikan und auch der Papst haben diesen Kurs miitgetragen, soviel ist klar. Inwieweit der Papst (oder Kdl. Müller) tats. der Meinung waren, die Anschuldigungen von Cruz und Hamilton seien haltlos und "unbewiesen", ist angesichts des beim letzten Papstbesuch in Chile aufgetauchten Schreibens von Franziskus, wo er 2015 zunächst ein Sabbatjahr für Barros vorschlug, zweifelhaft geworden. Kritiker gehen eher davon aus, dass sie sich dem von Ezzati vorgegebenen Kurs unter Druck anschlossen, um dessen Untersützung nicht zu verlieren und schlimmere Enthüllungen zu vermeiden. Der Rücktritt von Marie Collins aus der päpstlichen Missbrauchskommission im Frühjahr 2017 hatte wohl ebfs. mit der vatikanischen Reaktion auf diese Opferbriefe zu tun.

    Fakt ist natürlich auch, dass hinsichtlich der Rolle Bf. Barros' im System Karadima und seiner Beteiligung an Missbräuchen Aussage gegen Aussage steht. Und dass sein Rücktritt von maßgeblichen Vertretern des chil. Episkopats (etwa Bischof Alejandro Goic von Rancagua) schon ganz offen gefordert wurde, weil er dem Ansehen der Kirche massiv schadet.

    AntwortenLöschen
  4. Ausgesprochen komisch ist allerdings, dass ausgerechnet CNA (Nachfolgeagentur von ACIPrensa) diese Vorgänge (jetzt) in dieser papstkritischen Form aufgreift. Das Sodalitium (das wegen dem seit 2011 bekannten Missbrauchssystem der Gründer in Peru gerade selbst komplett abbgewickelt wird) stand ja eher zu Karadima. Und auch im November 2015 bei der Chilereise Kdl. Müllers waren m.W. keinerlei romkritische Töne bei CNA zu finden, obwohl die innerchilenische Diskussion damals ebenso hochkochte wie heute.

    AntwortenLöschen
  5. Es wird immer peinlicher.

    AntwortenLöschen
  6. Ja, es wird wirklich immer peinlicher, wie die Tradis, die ansonsten bei jedem klerikalen Missbrauch reflexhaft die Beschuldigten verteidigen und sie zu wehrlosen Opfern "linksgrüner Kirchenfeinde" stilisieren, hier sprungbereit fendselig dem Papst einen Strick drehen wollen.

    AntwortenLöschen

Bitte beachten: DERZEIT versuchsweise wieder Leserkommentare möglich. Anonyme oder beleidigende Zuschriften haben keine Chance! Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bis zur Freischaltung Ihres Leserbeitrages kann es einige Stunden dauern!
Zuschriften, die nach 19.45 Uhr eintreffen, können zumeist erst am
nächsten Morgen online sein!
=================================================================================