Freitag, 9. Februar 2018

Mittwoch, 14. Februar: Am VALENTINSTAG wird wieder kräftig gesegnet...

Am nächsten Mittwoch
(14. Februar)
ist mal wieder Valentinstag: dem einen schwillt schon der Kamm, wenn er das Wort auch nur hört, der andere nimmt den Tag als willkommenen Anlass für ei-
nen lieben Gruß.
Wie aber sollte es die Kirche
mit dem Valentinstag halten?

Ist es z.B. zu begrüßen, dass an die-
sem Tag in den Kirchen Segensfeiern für Liebende angeboten werden?
Oder ist das nur ein abzulehnendes Anbiedern an einen vom Kommerz geschürten Trend des Zeitgeistes?
Vielerorts wird dies in kirchlichen Gremien diskutiert.
Die österreichische Bischofskon-
ferenz hat im Februar 2005 gar Leitlinien für solche Segensfeiern heraus-
gegeben und zum Beispiel die Ehepaare unter den Teilnehmern eingeladen, bei dieser Gelegenheit ihr Eheversprechen zu erneuern.
Der Valentinstag biete sich für die Kirche als Chance an, der „Sehnsucht vieler Paare nach Gottes Schutz und Segen entgegen zu kommen“, heißt es wörtlich in den Leitlinien.
Erfahrungsgemäß steckt der Teufel aber immer im Detail, und so ist es auch hier. Wenn z.B. eine „Segensfeier für mancherlei Liebende“ oder eine „Segnung der Liebenden“ angeboten wird, verrät dies manchem noch nicht den „Sprengstoff“, den die Feier enthält: Ausdrücklich eingeladen und willkommen sind da z.B. auch homosexuelle Paare und geschiedene Wiederverheiratete. Man mag dazu stehen, wie man will, aber Gedanken sollte man sich schon darüber machen, bevor man solch eine Veranstaltung plant oder besucht.
So geschah es 2006 in Wien, dass ein schwules Paar ganz begeistert mit seinen Eindrücken von einer solchen Segensfeier im Stephansdom an die Öffentlichkeit ging: „Wir gehen nach vorne… Wir sind das erste schwule Paar, das vor die Stufen des Altars tritt. Der Priester lächelt uns an… Ich fühle mich dabei sehr an das Ritual der Vermählung erinnert…“
Damit wären wir mal wieder bei der Diskussion um Kirche und Homo-
sexualität angelangt. Papst Benedikt hatte nicht nur in seiner ersten Enzyklika „Deus caritas est“ klar Position bezogen, sondern immer wieder, z.B. in seinem Jahresrückblick 2008 vor der römischen Kurie: Homosexualität sei „Zerstörung von Gottes Werk“, die Kirche solle "die Menschen auch vor der Selbstzerstörung schützen“.
Wie bekannt, sind solche Äußerungen nie gegen den Menschen als Kind Gottes gerichtet, sondern gegen sein abzulehnendes Tun, wie die Kirche dies ja auch zum Beispiel beim Thema Schwangerschaftsabbruch macht. Aber es macht natürlich schon einen Unterschied, ob man z.B. am Ende eines Gottesdienstes den allgemeinen Segen empfängt oder ausdrücklich als Paar mit der Bitte um Segnung seiner Liebesbeziehung zum Altar tritt. 

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Was aber ist die Konsequenz daraus?
Soll eine Pfarrgemeinde „aus pastoralen Gründen“, wie das oft so schön heißt, jedem den Segen spenden, der diesen erbittet? Oder trägt dies zur Verwirrung der Gläubigen über Glaubensgrundsätze bei und wird von Gläubigen und Teilen der Öffentlichkeit nur als wohlwollende, augen-
zwinkernde Toleranz gegenüber Menschen verstanden, die sich mit ihrem oft öffentlich demonstriertem Verhalten schon lange außerhalb der Kirche gestellt haben?
Müssten also ggf. in den veröffentlichten Einladungen und/oder zu Beginn der Feier einige Klarstellungen erfolgen? Welche konkret? Oder stellt sich das Problem vor Ort vielleicht überhaupt nicht? 

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Andererseits: Sollte die Kirche nicht froh darüber sein, dass auch Menschen, die sich nun wirklich nicht zur „Kerngemeinde“ zählen, sich auf den Weg machen, vielleicht einer unausgesprochenen Sehnsucht folgend, das Christliche in ihrem Leben (wieder) zu entdecken?
Da gilt es, zum Pro und Contra reifliche Überlegungen anzu-
stellen,
aber auch im Falle einer solchen Feier, wie diese konkret gestaltet wird. - Ein Beispiel für etwas schwammige Formulierungen ist z.B. eine Führung für "Liebespaare" im Kölner Dom, ein "Gottesdienst für Paare am Dreikönigschrein" und ähnliches.

Aber vielleicht sehe ich das einfach zu eng?
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Kommentare:

  1. ist am 14.2. nicht zufällig Aschermittwoch?
    Gabriele

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  2. ein Priester (76 Jahre)10. Februar 2018 um 02:45

    Finde ich auch schlimm, was da teilweise abgeht.
    Doch DIESES JAHR haben wir ausgesprochenes Glück, denn
    der 14.Februar fällt auf den Aschermittwoch.
    und da traut sich kaum einer zu dieser Segens-Aktion.
    Aber das ASCHENKREUZ kann sich jeder abholen!!!

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    1. Sie irren, Hochwürden!
      Viele Pfarrgemeinden bieten auch dieses Jahr
      Segensfeiern an, zum Teil am Aschermittwoch,
      zum Teil vorher oder nachher!

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  3. Na klsr wird Valentin gefeiert, und zwar auch am
    Aschermittwoch - bei uns in einer Nachbarpfarrei laut
    öffentlicher Ankündigung mit einem "sinnlichen Abend"
    am Valentins-Aschermittwoch...
    Man kann garnicht genug essen, wie man kot... möchte!

    http://www.st-lukas.org/termindetails/calendar/2018/02/14/event/tx_cal_phpicalendar/segensfeier-zum-valentinstag/

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  4. Hmm. Mir ist das schwer begreiflich.
    Statt sich zu freuen, dass der Aschermittwoch dieses Jahr wegen des Valentinsfestes nicht ganz so traurig und düster ist, ärgern sich die Erzkatholiken darüber.

    Daran sieht man, was hyperreligiöse Menschen oft für eine negative Lebenseinstellung haben.
    Wenn Glauben zu so einer griesgrämigen Mentalität führt, sollte man lieber etwas weniger streng glauben. So ein missmutiger Glaube ist ungesund, für einen selber und für andere.

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