Freitag, 2. Februar 2018

Vatikan-Journalisten fragen: Wie gut ist Papst Franziskus überhaupt informiert?

Eingefleischte Papstkritiker behaupten das
seit Jahren, insbesondere ein paar italienische Journalisten, aber ich habe das (im Gegensatz etwa zum Tradi-Blog "Beiboot Petri") nur selten zum Thema gemacht: Papst Franziskus steht seit langem im Verdacht, sich nur ein-

seitig zu informieren.
Neue Nahrung haben entsprechende Gerüchte durch seinen Patzer bezüglich Missbrauch in Chile und die sehr konträren Diskussionen über geplante staatstreue Bischöfe in China bekom-
men. Im Falle von Chile wird dem Papst auch von wohlwollenden Korrespondenten Versagen und "kein glückliches Händchen" bescheinigt, aber immerhin hat er nachträglich den Fehler erkannt und schickt einen seiner besten Prüfer nach Chile.
Was die Lage in China betrifft, so wirft ihm vor allem Kardinal Zen vor, die romtreuen Bischöfe durch einen faulen Kompromiss quasi zu verrraten; weil es gar so heftig in der Gerüchteküche brodelte, sah sich Papstsprecher Burke sogar zu einer Stellungnahme genötigt, der Papst sei "entgegen be-
dauerlichen"
Berichten durchaus informiert.

Auch in der Weltpresse wird das Thema jetzt hochgespült, und so verweist z.B. aktuell die "Washington Post" in einem langen Artikel  darauf,  was italienische Journalisten schon länger schreiben:
Der Papst sei das "Opfer des Santa-Marta-Syndroms", will sagen:
Er hält sich von der Kurie und ihren Informationen weitgehend fern,
greift gerne auf inoffizielle Informanten aus seinem früheren argenti-
nischen Freundeskreis zurück und informiert sich nur aus wenigen Medien; so seien die Infos, die man ihm übermittle, mitunter einseitig gefärbt...

Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Ja nee, is klar:
    Wenn der Chef das gewußt hätte, ...
    Wenn die Merkel das gewußt hätte, ...
    Wenn der große Vorsitzende das gewußt hätte, ...

    Wenn es um die Verantwortung geht, ist die obere Etage immer das Opfer der intriganten Mitarbeiter. Nur wenn es um die Ehre geht, dann sind sie immer ganz weit vorne.

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  2. Realsatire auf einem Tradiblog: Einseitige Information, das Spezialgebiet der Tradis, möchte man nun dem Papst vorwerfen, unglaublich :-)))

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  3. Dass ausgerechnet die "Washington Post" jetzt den
    Reigen der internationalen Zeitungen mit diesem Thema
    eröffnet, lässt nichts Gutes erwarten, denn die sind für
    ihren gründlichen investigativen Journalismus bekannt und
    gefürchtet, siehe ihre Attacken und Enthüllungen bezüglich
    Donald Trump!

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  4. Was die verlinkte "Washington Post" da als großartigen
    Artikel anpreist, ist eigentlicvh nicht viel mehr als eine
    Zusammenfassung dessen, was man ohne allzu große Mühe in
    den bekannten italienischen Blogs und Zeitungen finden kann,
    wie ja auch der Hinweis auf den "Corriere della Sera" an-
    deutet.
    "Beiboot Petri" wird m.E. beim Informationsgehalt noch
    von "katholisches.info" überboten, so z.B. der Bericht
    über den kritischen Vatikanjournalisten Antonio Socci:

    https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:e3I28uSFru8J:https://www.katholisches.info/2016/08/der-fall-socci-papst-kritiker-mit-zuspruch/+&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de

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  5. "DER PAPST KNICKT VOR CHINA EIN"
    http://www.tagesspiegel.de/politik/bischofsernennungen-der-vatikan-knickt-vor-china-ein/20907722.html

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    1. Der heldenhafte Sebastian würde sich gewiß vor aller Welt mit dem chinesischen Regime und den "patriotischen Bischöfen" anlegen - mutig, wie es Pius XII. bekanntlich auch mit den Nazis getan hat.

      (Ironiemodus aus!)

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