Dienstag, 10. April 2018

Das Heiligkeits-Lehrschreiben des Papstes: "Wir sind im Kampfe Tag und Nacht..."?

Kennen Sie es noch, das im alten "Gotteslob" enthaltene und ins neue Gesangbuch leider nicht mehr aufge-
nommene "Zieh an die Macht, du Arm des Herrn" (---> HIER und Musik HIER !)

Passte es nicht mehr zum "modernen" katholischen Lebensgefühl, das "Wir sind im Kampfe Tag und Nacht?"
Ein bisschen hat mich das gestern veröffentlichte Lehrschreiben "GAUDETE ET EXSULTATE" (---> mit Leseranmerkungen HIER !) von Papst Franziskus an dieses Lied erinnert.
Der Kampf gegen die Sünde und gegen den Teufel ist ein häufiges Thema bei Papst Franziskus, und so hat auch das neue Dokument einen der Schwerpunkte darin, dass "ein heiligmäßiges Le-
ben kein Vergnügen ist"
, wie ZDF-Rom-Korrespondent Jürgen Erbacher es auf den Punkt bringt. Das ganze Leben des Christen ist ein beständiger Kampf, denn gerade heutzutage ist die Versuchung groß, auch dank der zahlreichen Ablenkungen, Versuchungen und Manipulationen durch das Internet. ---> HIER !

Ist das Papstschreiben also eine Drohbotschaft statt einer Frohbot-
schaft?
- Nein, das sehe ich nicht, auch wenn die "Kampfesrethorik"  (Erbacher) ins Auge sticht und von manchen (---> HIER !) gerne auf-
gegriffen wird.

Man tut gut daran, solche Lehrschreiben nicht nur einmal im Hauruck durchzulesen, sondern sie mehrmals zu studieren und auf sich wirken zu lassen. Dann kommt auch eher die Kernaussage zum Tragen, dass die anzustrebende Heiligkeit keine Spezialität von irgendwelchen  frommen Superhelden ist, sondern ein Auftrag und Ziel eines jeden ernsthaften Christen; man schaue z.B. ---> HIER und HIER !
Das Problem der nicht immer ganz geglückten Formulierungen wird, wie auch mein Leser "Jorge" in seinem Kommentar (---> HIER !)  be-
merkt, wohl auch ein Ergebnis zu holpriger Übersetzung sein, ist aber bei Papst Franziskus öfter anzutreffen.  - So bemerkt Ulrich Nersinger im In-
terview mit dem Kölner "domradio", da könnten Theologen auch schon mal "ein bisschen Bauchweh bekommen" ---> HIER !

Suchen wir aber möglichst nicht in den Krümeln, meine ich, sondern nehmen wir das Schreiben einfach als eine gute Anregung,
über unser alltägliches Leben als Christ neu nachzudenken...

Kommentare:

  1. Eine wohltuend faire Kurzbesprechung. Vielen Dank!

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  2. Mir kommt die christliche Freude da etwas zu kurz,
    das ist mir alles etwas zu "duster".

    https://www.ojc.de/brennpunkt-seelsorge/2015/freude-glueck-glauben-gott/lebensfreude-glueck-christus/

    Wir Christen sind doch nicht in erster Linie verbissene
    Kämpfer, sondern wir sind erlöste, fröhliche Menschen.
    Das hoffe ich zumindest.

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  3. Kompliment, für einen "Tradi"-Blogger eine erstaunlich
    differenzierte Betrachtung und (fast) ohne Papstschelte.
    Ich stimme zu, dass solche Texte nicht zum bloßen schnellen Konsum gedacht sind, sondern es seelsorgerliche Anregungen
    gedacht sind, ähnlich einem Beichtspiegel.
    Dass da noch der eine oder andere Verbesserungwunsch ange-
    meldet wird, tut dem keinen Abbruch.

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