Dienstag, 10. April 2018

Gibt's bald verheiratete Priester? - Mainzer Bischof Kohlgraf sieht den Pflichtzölibat fallen: "Ziemlich sicher andere Zugangsformen"

Wird das Ende des Pflichtzölibats bewusst herbeigeredet? - Immer wieder und mit deutlich zunehmender Häufigkeit kommt
das Thema in den Medien auf den Tisch.
Jetzt hat sich auch der neue Mainzer Bischof Peter Kohlgraf dazu geäußert. Er ist "ziemlich sicher", dass es in absehbarer Zeit "andere Zugangsformen" zum Priesteramt geben wird.
Klar, dass der Begriff "verheiratete Priester" so direkt nicht fallen soll, aber gemeint ist es sicher. ---> HIER !

Wie das so ist bei kurzen Artikeln, erfährt man leider zu wenig zur Sache.
Dabei hätte viele Leser sicher brennend interessiert, warum verheiratete Priester angeblich notwendig sein sollen: Weil es in der Ostkirche auch möglich ist? Weil es zu wenige Kandidaten gibt?

Es ist und bleibt ein komplexes Thema. Um nur mal zwei Stichworte zu nennen: Die evangelische Kirche hat - ganz ohne Zölibat - genauso große Probleme mit der viel zu geringen Zahl an Interessenten für den Pfarrerberuf ---> HIER !
Der Zölibat wurde auch von Papst Franziskus, soweit ich das sehe, nicht in Frage gestellt, und Studien zeigen entgegen manchen Vorurteilen durchaus eine hohe Berufszufriedenheit, auch mit Zölibat ---> HIER !
Zum Zölibat allgemein... ---> HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Das fällt mir auch immer wieder auf,
    dass die Befürtworter verheirateter Priester so
    total verklausuliert sprechen.
    Warum sagt Bischof Kohlgraf nicht klipp und klar:
    Ja, ich bin im Gegensatz zu Papst Franziskus für den
    freiwilligen Zölibat!?

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  2. Helmut Schneider10. April 2018 um 11:43

    Es gilt der vielfach praktizierte Grundsatz
    für die "Salamitechnik":
    Man muss nur oft genug von etwas reden, dann gewöhnen sich
    die Leute daran und halten das für selbstverständlich.
    Deswegen werden ja auch dieselben Werbespots immer wieder
    gesendet.
    Katholiken wird jetzt eingetrichtert:
    Es ist halb so schlimm, wenn auch wir bald verheiratete
    Priester haben. Die anderen machen das doch auch,
    und es zeigt, wie fortschrittlich wir sind.
    Deutsche Bischöfe stellten sich schon immer gerne an die
    Spitze dieser Art von "Fortschritt".

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  3. Aus meiner Sicht ist das eigentliche Problem
    der nichtssagende Artikel bei "katholisch.de", denn der
    zitierte Bischof lässt eigentlich alles offen.
    Der Zölibat wird überhaupt nicht erwähnt, und
    "andere Zugangsformen" zum Priesteramt könnte ebenso gut
    bedeuten, dass der Bischof zum üblichen Weg über Abitur
    und Studium noch andere Wege hinzufügen will, wie es
    dies z.T. schon gibt, etwa "Spätberufene".
    Ungeachtet dessen ist es im Grunde absehbar, dass der ver-
    heiratete Priester kommen wird, mit wahrscheinlich etwas
    eingeschränkten Befugnissen und offiziell als Ausnahme
    deklariert.
    Nach der Amazonas-Synode 2019 wird es losgehen...

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  4. Und was, Ihr lieben Tradis, wäre denn soo schlimm, wenn der Pflichtzölibat als solcher fallen würde? Er ist kein Dogma, sondern historisch geworden, also kann man prinzipiell ihn ändern, ohne dass das eine Häresie wäre.

    Manche tun gerade so, als ob am Zölibat Himmel und Hölle hingen und seine Aufweichung den Untergang der Kirche bedeuten würde.

    Die Ostkirchen, die keinen Pflichtzölibat kennen, aber dann halt nur zölibatär Lebende für Bischofsämter weihen, fahren seit Jahrhunderten sehr gut mit dieser differenzierten Regelung.

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    1. Genau gesagt widerspricht der Pflichtzölibat ja der Bibel explizit, schließlich verlangt Paulus ja, dass Priester verheiratet sein und Kinder haben sollen, denn nur wer dem eigenen Haushalt gut vorsteht ist fähig sich um eine Gemeinde zu kümmern.
      DAS steht in der Bibel, von irgendeiner Form des Zölibat dagegen steht dort nichts.

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  5. In einem Interview mit der "ZEIT" hat Papst Franziskus
    übrigens erklärt, dass er in einem freiwlligen Zölibat
    keine Lösung für das Problem der wenigen Berufungen sieht.

    http://www.kathnews.de/papst-franziskus-freiwilliger-zoelibat-ist-keine-loesung

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  6. Offenbar wird unter katholischen Journalisten
    schon spaßeshalber spekuliert, ob der Mainzer Bischof
    vielleicht selbst heiraten will...

    https://twitter.com/RenardoJoachim/status/983324298751430656

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  7. Man muss einfach sehen, dass es "der Kardinal" in den unseligen Jahrzehnten seines Pontifikat als Mainzer Bischof geschafft hat, das Bistum total auf ihn hin einzunorden. Kohlgraf bleibt also gar nichts anderes übrig als sich bei seinem verstorbenen Vorgänger anzubiedern, will er in Mainz einen Fuß auf den Boden kriegen.

    So schaut's aus in der Kirche Deutschlands.

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