Mittwoch, 11. April 2018

Lecker essen in der Kirche? - Vor der hl. Messe kommt der Party-Service?

Der bekannte deutsche Liturgie-Wissenschaftler Prof. Dr. Guido Fuchs hatte bereits 2014 die nicht ganz neue Idee, in Gottesdienste normale Sätti-
gungsmahlzeiten zu integrieren.
Wie könnte es auch anders sein:
Dazu veröffentlichte er ein Buch unter dem Titel "Ma(h)l anders". Solche echten Mahlzeiten im direkten Zu-
sammenhang mit der Heiligen Messe würden "mehr dem Handeln Jesu entsprechen"; so könne man "den Alltag in den Bereich des Heiligen hinein" bringen, verlautet es in der selbst der Öffentlichkeit präsentierten Erklärung.
Dass da viele begeistert zustimmen würden, kann man sich gerade hier-
zulande leicht ausrechnen, auch ohne die Gabe der Prophetie zu besitzen. Professor Fuchs untersuchte laut Presseerklärung vor allem, wie es an-
derswo zugeht und weiß so auch, dass z.B. Baptisten und Heilsarmee
damit gar keine Probleme haben.
Da gibt's ganz selbstverständlich was zu essen "in den Gottesdiensträumen" - der Unterschied zu einer katholischen Kirche ist ihm also doch bewusst.
Den bedauert er denn auch gleich: Katholiken seien bezüglich solcher Möglichkeiten "extrem stark eingeschränkt", denn schließlich gibt es klare Vorschriften, die dem definitiv entgegenstehen. Darauf verweist Guido Fuchs auch ausdrücklich, trauert aber deswegen: "Ein großer Verlust für uns".  -  Wie schön also, wenn man vor der Messe so richtig gemütlich zusammensitzt und ordentlich was isst und trinkt?! Dann noch schnell
den Mund abgewischt, die Zigarette ausgedrückt und das Bierglas geleert, und ab nach vorne zum Eingangslied der Messe?
Ja, es kann durchaus interessant sein, über den Tellerrand zu schauen und solche Gepflogenheiten zur Kenntnis zu nehmen, für knapp 25 Euro, was das Buch betrifft.
Es wundert mich aber auch nicht, dass es außer Lob auch heftige Kritik an der Veröffentlichung jenes Professors gab. In Rom würde man sich in der Wortwahl sicher anders orientieren als etwa bei "kath.net", aber bei der Instruktion "Redemptionis Sacramentum" gibt's auch nicht einen winzigen Millimenter Interpretationsspielraum. Die Heilige Messe darf nicht mit einem Sättigungsmahl kombiniert werden und auch nicht an einem Ort gefeiert werden, wo Mahlzeiten eingenommen werden.
Das hat sicher gute Gründe, man hat schließlich im Laufe der Jahre genügend Missbräuche miterlebt. ---> (pdf) KLICKEN !

Das Institut des Professors ---> KLICKEN
Ein Priester in Italien sorgte im August 2014 mit seinem "Aperitif" bzw. seiner "happy hour" vor der Heiligen Messe dafür, dass "seine" Kirche
sich zusehends füllt. Naja
... ---> KLICKEN !

Kommentare:

  1. Normalerweise ein absolutes Unding,
    aber wenn der Professor mir verspricht, dass er die von mir
    so geliebten Lachs-Brötchen besorgt, könnte ich mit mir reden
    lassen... ;-)

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  2. Hier ein Presseartikel mit der Ansicht des Professors.
    Er scheint Jesus persönlich zu kennen und ist sich
    sicher, auch Jesus hätte im Tempel liebend gerne Schnitzel
    mit Pommes und ein kühles Bierchen gehabt.
    So kommt es jedenfalls rüber:

    https://m.mainpost.de/regional/wuerzburg/Forschung-Katholizismus-Liturgiewissenschaftler-Mahlzeiten-Protestanten-Theologinnen-und-Theologen-amen;art735,8271615

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  3. Nun, da das Herrenmahl im Urchristentum selbstverständlich ein Sättigungsmahl war, keine schlechte Idee. Die Kirche mit ihrer Regelungswut ist selber Schuld, dass die Menschen wegbleiben. Man sollte solche Mahle daheim organisieren und der Show am Sonntag fernbleiben. Back to the roots.

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    1. Heidi sei ein Blick ins NT, insbesondere Apg,
      ans Herz gelegt.

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    2. Ein Blick nach (dem einstmal streng und flächendeckend katholischen) Lateinamerika, wo die Protestantischen Kirchen, die liturgisch viel weniger streng sind, boomen und Jahr für Jahr Hunderttausende Katholiken dorthin wechseln, genügt, um zu sehen, dass "Heidi" richtig und der "Studiosus" falsch liegt.

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    3. Der "Fragende" wäre auf einem guten Wege,
      wenn er sich mal wenigstens ansatzweise über die
      tatsächlichen Hintergründe der zahlreichen Konversio-
      nen in Lateinamerika informieren würde.
      Kleiner Tipp:
      An der Frage des Essens im Gottesdienst liegt es
      nicht.

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    4. Es hat aber, werter Jörg, auf jeden Fall damit zu tun, dass die Worships der protestantischen Kirchen dort viel lebendiger, fröhlicher, freier sind als die freudlosen und verdrucksten katholischen "Liturgien", wo das "Volk" gefälligst brav in den Bänken zu sitzen und dem klerikalen Gewese im "Chorraum" andächtig zu folgen hat.

      Mit solchen Riten von anno dunnemal wirkt man heute nicht mehr missionarisch.

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