Freitag, 6. April 2018

Woelki-Brief nach Rom: Never ending story beim "Kölner Stadt Anzeiger"?

Nicht immer freut man sich, wenn man mit einer Vermu-
tung genau richtig
liegt:
In meinem Artikel von heute Nacht über das, was der Zeitungsredakteur Joachim Frank (---> HIER !) seinen Lesern verschweigt, sagte ich voraus, dass es beim "Kölner Stadt Anzeiger" weitere Auf-
güsse der Woelki-Story geben wird.  --  Und siehe da:  Durch den mir von einem Leser (danke
für alle, die mich auf diese Weise unterstützen!)
zugeschickten Link geht die vielleicht never ending story des "KSTA" in die nächste Runde:
Unter der Schlagzeile "Rückkehr zu Meisner-Dogma...?"  bietet Joachim Frank in seinem heutigen zweiseitigen Artikel einige Infos, einige Vermutungen, einige Statements von Leuten aus Köln, die er im Zweifelsfalle als "Insider" bezeichnet.  ---> HIER !

Was er da bringt, wird nicht für alle wirklich neu sein, zumal es Ähn-
liches bereits bei der Zeitungkonkurrenz zu lesen gab---> HIER !
Aber interessant ist es auf jeden Fall:  Ich weiß nicht, wie es meinen Lesern geht, aber ich lese da vor allem eine große Enttäuschung heraus, eine Enttäuschung, dass Kardinal Woelki nicht der ist, für den man ihn bei manchen Kölner Katholiken anfangs gehalten hat.
Und nun erfährt Joachim Frank, wenn er nur die "richtigen" Leute fragt, dass es heute in Köln "schlimmer als unter Meisner" ist.  Es fehle "der mutige Aufbruch", den man von ihm erwartet habe.

Und natürlich sind mal wieder die Frauen an allem schuld, und zwar
in Form der beiden Woelki-Vertrauten (oder heißt es korrekt: Vertrau-
tinnen?)
Vera Krause und Gerlinde Schlüter, die offenbar als die großen Woelki-Einflüsterinnen gesehen werden. Überall dürften die beiden mit reinreden, scheinen einige Frank-Einflüsterer diesem "gesteckt" zu haben, und ein bisschen klingt da vielleicht sogar dienstliche Eifersucht mit, wer den besseren Draht zum Kardinal hat...

Und zur Ergänzung und Abrundung:  So ganz groß war die An-
fangsbegeisterung in Köln über Kardinal Woelki als Meisner-Nachfolger vielleicht auch nicht. Im Vorfeld der anstehenden Bischofsernennung  versuchten gewisse Leute mit ihren Initiativen Druck zu machen, wie
wir uns erinnern... ---> HIER und HIER !
Aber wir sollten vielleicht auch nicht zu sehr auf die Strategie des "KSTA" eingehen, vom eigentlichen Thema geschickt abzulenken.
Es geht nämlich in der Hauptsache (siehe den Brief der sieben Bischöfe) um ganz etwas anderes, falls sich noch jemand daran erinnert!

Kommentare:

  1. Kann es sein, dass es sich in Köln um einen (privaten)
    Feldzug gegen Kardinal Woelki handelt?

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  2. ein Kirchenmann6. April 2018 um 18:19

    Offenbar sieht der "Kreuzknappe" sich aufgrund der erkennbar
    einseitigen Sichtweise des Redakteurs Joachim Frank vom KSTA
    in der Pflicht, fast den "Advocatus Diaboli" zu spielen,
    denn bislang ist er mir eigentlich nicht wirklich als großer
    Fan von Kard. Woelki aufgefallen.
    Man lernt doch nie aus...!
    Aber Kompliment - der Artikel ist gut geschrieben und rela-
    tiviert die Aussagen Franks, und das ist auch gut so!

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  3. Schon merkwürdig, dass Joachim Frank hier zur
    Generalabrechnung mit Woelki bläst
    und Marx, der nicht unschuldig an den neuen Verwicklungen
    ist, ganz ungeschoren davonkommen lässt.
    Ist der Begriff "Lückenpresse" da ganz von der Hand zu weisen?

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  4. CHRISTUS ZUERST6. April 2018 um 18:37

    Die Artikelserie der Kölner Zeitung wächst sich
    allmählich zu einem KRIEG GEGEN KARDINAL WOELKI aus.
    Gibt es da bei Autor Frank etwas, was wir nicht
    wissen, mal abgesehen davon, dass er selbst ein ehema-
    liger Priester ist, der das Handtuch geworfen hat...?!

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  5. Die auffällig starke Hetze gegen die beiden Frauen
    in der Führungsriege Woelkis lässt ahnen, wie auch der
    "Kreuzknappe" vermutet, dass es heftige Eifersüchteleien
    im Kölner Ordinariat gibt, zum Vorteil von Reporter Frank,
    der die Auskunftsfreudigkeit ausnutzt.

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  6. ein Münchner auf Erden6. April 2018 um 18:55

    Ist doch sonnenklar,
    um was es im Hintergrund wirklich geht:
    Vermutlich - kann ich natürlich nicht beweisen! -
    wurden die geheimen Dokumente dem Herrn Franke aus
    der nächsten Umgebung von Kardinal Marx zugespielt.
    Marx ist sauer, dass Woelki und die andern 6 Bischöfe
    ihn nicht in ihren Plan eingeweiht haben, den Vatikan
    wegen der Kommunionfrage für Nichtkatholiken anzuschreiben.
    Dann könnte es so gewesen sein, dass Marx sich überlegt
    hat, wie er sich am besten an Woelki rächen kann.
    Und da er wusste, dass Herr Franke ein Gegner Woelkis ist,
    ließ er dem die internen Unterlagen zuschicken,
    damit dieser dann seine Arbeit macht und sich erwartungs-
    gemäß über Woelki aufregt.
    Wie gesagt, eine Vermutung, aber sicher nicht abwegig!

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  7. Warum lässt Joachim Frank Kardinal Marx so auffallend
    ungeschoren?
    Immerhin wäre über den auch so einiges zu sagen, denn es
    ist schon "stark", wenn sich die anderen bayerischen
    Bischöfe mit dem Brief an Rom so demonstrativ von Marx
    abwenden.
    Der Artikel von Frank ist durchaus informativ, leidet
    aber erheblich unter seiner beabsichtigten Einseitigkeit.
    Schade!

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    1. Stimmt übrigens gar nicht, dass J. Frank in diesem Zshg. nicht auch was gegen Kdl. Marx sagen würde, dessen "barocker Führungsstil" im Parallelartikel in der Rundschau ausdrücklich vorkommt.
      https://www.rundschau-online.de/politik/brief-von-bischoefen-an-den-papst--ein-unschoenes-zeichen-fuer-die-oekumene--29975674

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    2. Mal wieder die üblichen Tricks, Jorge.
      Erst mal geht es um den KSTA und nicht um andere
      Zeitungen, und zweitens wurde der von Ihnen
      verlinkte Artikel gar nicht von J. Frank geschrieben!

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    3. Oh stimmt, danke. Das hatte ich falsch interpretiert und die Autoren verwechselt.

      A propos, übrigens verstehe ich das Gejaule gegen den Stadtanzeiger hier absolut nicht. Gibt wenige Blätter, die sich einen so kompetenten Kirchenberichterstatter wie Frank leisten oder leisten können. Ganz egal wie passend oder unpassend man Franks derzeitigen Kreuzzug gegen Woelki findet, der Stadtanzeiger als Qualitätsmedium kann damit nur gewinnen und ist eine absolute Bereicherung im kirchenpolitischen Spektrum. Stellt euch vor, in Köln wären wir nur auf gleichgeschaltete Kirchenmedien angewiesen.

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  8. Köstlich, wie hier die, die Kardinal Woelki seit Jahren gebasht haben, jetzt eilfertig ihn verteidigen.
    Da wird der Kardinal sich denken: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr...

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  9. Wenig verwunderlich, dass sich Joachim Frank nun in alter Manier gegen den neuen Erzbischof stellt, nachdem dieser die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Beidauerlich ist, dass es offenbar in der Bischofskonferenz möglich ist, dem Mitbruder in seinem Bistum die Pistole der Lokalpresse auf die Brust setzen zu lassen. Anders kann ich mir die exklusiven Informationen des KSTA nicht erklären, die angereichert sind durch die mittlerweile weitverbreiteten Dönekes aus dem Umfeld des Erzbischöflichen Hauses und des Generalvikariates.

    Warum aber gerade jetzt fast täglich seitenslange Artikel erscheinen, wo bereits seit Jahren klar ist, dass der Kardinal "zweigleisig" fährt, erschließt sich mir nicht ganz. Die Personalpolitik ist auf den ersten Blick nicht ganz schlüssig, auf den Zweiten wird aber deutlich, dass die wichtigen Positionen bereits seit Amtsantritt nicht mit Personen der gewünschten Ausrichtung des liberalen Establishment besetzt werden.

    Allerdings: Allein daraus lässt sich keine Linie der Politik ableiten, die es griffig zu formulieren gäbe. Die Episonden um Vera Krause und den befreiungstheologisch aufgeladenen Geistlichen Prozess, die Bestellung des Generalvikars, die Ausrichtung der Priesterausbildung wie die Rolle von Gruppen wie den NEOS und anderen geistlichen Gemeinschaften sind voll von Widersprüchen. Insofern kann man mit Joachim Frank berechtigt fragen: Was will Woelki?

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  10. Gut geschrieben hat er das, der Volkskirchen-Räterepublikaner Frank.
    Und doch liegt er ganz daneben.

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  11. Joachim was machst du nur?7. April 2018 um 05:27

    Joachim Frank gräbt olle Kamellen aus.
    Das sollen Insider-Informationen sein? Das weiß in Köln
    jedes Kind!

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  12. Was Mister Frank übersieht: Soziologisch ist die Kirche ohnehin längst überflüssig.
    Und die gute Nachricht ist: Ohne Macht kommt die Kirche - wie schon immer - bestens zurecht. Freiwillig glaubt man, oder man läßt es.
    Gewaltmenschen wie Frank und seine modernen Kumpane werden das noch lernen - oder verschwinden. Dann besser für für immer.

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  13. Also ich finde Kdl. Woelki nach dem neuerlichen Artikel von Frank eigtl. sympathischer als vorher. Jemand, der "ein tiefes Grundmisstrauen gegen den Apparat" hegt und mithilfe von zwei Frauen an diesem vorbeiregiert, der seine Aktionen für Ausgegrenzte ernst meint, unter keinen Umständen zum "Establishment" gehören will und wegen seiner eher spontanen Anwandlungen für die untergebenen Karrieristen, Priester- und Laiengremien schwer berechenbar bleibt ... Erinnert doch alles frappant an Papst Franziskus. Weiß nicht, warum sich die "Tradis" hier so über Franks Analyse aufregen.

    Bleibt als einziges Manko die spürbare Ökumenefeindlichkeit in dieser Interkommunionfrage (wie Frank feststellt und auch ich das schon gesagt hatte, ein glasklares Meisner-Erbe) und die Ausgrenzung von Donum Vitae sowie ein paar andere "Rückwärtstrends" und Meisner-Reminiszenzen, auch was die taktischen Tricks angeht (etwa der "Brandbrief").

    Alles in allem nicht weiter schlimm.

    Was mich zur besseren Einordnung noch interessieren würde, wo Frank aber keinerlei Aufschlüsse liefert, wäre allein, welche Verbindungen Krause und Schlüter zum Opus Dei oder einer anderen Untercoverbewegung haben.

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