Mittwoch, 31. August 2016

Herr Prof. Sternberg (ZdK), ist Papst Franziskus Ihrer Meinung nach ein Import-Papst...?!

Am Montag schrieb ich schon über die neuesten Äußerungen des ZdK-Präsidenten Prof. Sternberg, der zum x-ten Male die Lockerung des Pflicht-
zölibates forderte. --> HIER !
Dabei etwas untergegangen ist eine Formulierung, die man als etwas abfällig ansehen könnte: Sternberg erklärte, "Import-Priester" seien "auf Dauer keine Lösung". ---> HIER !
Halten wir also fest: Für das ZdK existiert keine weltweite Kirchen-
gemeinschaft, sondern wer aus dem Ausland zu uns kommt, der ist genau so "Import" wie irgend eine nach Deutschland eingeführte Ware. Lieber will man alle möglichen Konstruktionen basteln, als dass man auf Dauer Priester aus anderen Herkunftsländern in Deutschland die Liturgie feiern lässt. Es dürfte Leute geben, denen dazu vor allem die Begriffe "Diskrimi-
nierung" und "Spießbürger-Kirche" einfallen...

Eine Antwort, die sich gewaschen hat, gab darauf der Augsburger Domvikar Dr. Alessandro Perego: Er sei gerne Import-Priester, erklärte er. Aber nicht nur das: Beim deutschen Fußball bejuble man Profifußballer, die aus aller Herren Länder eingekauft werden, damit sie für Deutschland spielen. Würde das ZdK sich auch dagegen aussprechen?
Und dann kommt der Clou: Der Domvikar fragt, ob dem ZdK eigentlich schon aufgefallen ist, dass wir derzeit einen Papst haben, der demnach auch ein Import ist, ein Import-Papst also?! - Das hat gesessen, finde ich. ---> HIER !

Kommentare:

  1. Nö, hat nicht gesessen, weil die Position weder Franziskus noch Sternberg gerecht wird. Gerade der Papst hat auf der Familiensynode deutlich gemacht, wie sehr die Kulturen sich doch voneinander unterscheiden und dass man in der Kirche auch durchaus zu lokalen Regelungen auf Bischofskonferenzebene kommen kann, weil nicht alles in Rom entscheiden werden kann. Natürlich kann man von Priestern aus anderen Kulturen lernen, die Probleme vor Ort können sie aber nicht lösen, weil sie sie evtl nicht kennen oder nachvollziehen können..

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    1. So,so "Nönö",
      ein indischer Priester, der jahrelang in einer
      deutschen Pfarrei eingesetzt istm, kann die
      deutschen Probleme nicht nachvollziehen.
      Das glaubt Ihnen ja noch nicht mal Ihre Oma!
      Bei uns ist ein afrikanischer Pater seit nunmehr
      neun Jahren in der Pfarrei tätig, der blickt
      überall besser durch und kennt mehr Leute hier
      als unser neuer Pfarrer, den wir seit zwei Jahren
      haben. Und sehr beliebt ist er aufgrund seines
      fröhlichen Wesens auch!

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    2. Den indischen Priester, den ich kenne, den versteht auch nach zwei Jahren noch kein Mensch. Ob es umgekehrt besser aussieht, wage ich zu bezweifeln, zumal die Priester ja eh schon in ihrer eigenen Welt leben.

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    3. Nönö,
      das hatte ich auch nicht anders erwartet,
      dass Sie nur solche Priester kennen.

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    4. Folgende eigene Erfahrungen in unserem pastoralen Raum:
      1.)Ein indischer Priester wurde unserem Pfarrer zugeteilt, um ihn zu unterstützen u. praktische Erfahrungen in Gemeinde zu sammeln.
      Ein sehr sympathischer, offener und freundlicher Mann aber leider sind die Deutschkenntnisse des Priesters so miserabel, dass selbst das von ihm verlesene Evangelium kaum zu verstehen ist. Bis zum Ende des Praktikums wird aber offenbar von Bistumsseite daran nichts geändert (Sprachkurs...), und der Priester wird so schließlich in die tiefste Diaspora nach Nordostdeutschland gesandt. Mir tut er leid und auch die dortigen Gemeinden, denn sprachliche Verständigung ist in diesem Beruf von grundlegender Bedeutung.
      2.)Ein schwarzafrikanischer Priesteramtskandidat wird ebenfalls unserem Pfarrer zugeteilt zwecks Gemeindepraktikum. Er spricht sehr gut verständlich deutsch wenngleich mit Akzent und ist bei den Menschen sehr beliebt. Bald erhält er die Diakonenweihe und darf nun als Diakon u.a. auch predigen, taufen, trauen und beerdigen. Auch besucht er Kranke und Alte und bringt ihnen die hl. Kommunion. Er ist allerdings "konservativ", kommt deshalb mit dem Regens in Konflikt und in der Gemeinde arbeitet eine liberal eingestellte Gemeindereferentin gegen ihn.
      So wird seine Priesterweihe weit über die Zeit (über ein Jahr) hinausgezögert und es gelingt den "liberalen" Kräften in der Gemeinde, den Pfarrer zu beeinflussen, dass man ihn nicht mehr predigen lässt - unter haarsträubenden Begründungen. Erst mit monatelangen Verzögerungen und erst nachdem sich nicht allein mehrere Gemeindemitglieder sondern auch mehrere Pfarrer für ihn persönlich beim Bischof eingesetzt haben und zwischenzeitlich auch ein neuer Regens eingesetzt wurde, wird dieser Mann endlich zum Priester geweiht. Die betr. Gemeindereferentin verlässt übrigens kurz darauf das Bistum, mit dem Pfarrer gibt es eine Aussöhnung und der Neupriester ist jetzt in einer Gemeinde im Norden als Kaplan.

      Die beiden Beispiele zeigen einerseits Diletantismus in der Ausbildung aber auch im Umgang mit neuen bzw. angehenden Klerikern mit Migrationshintergrund - ich möchte es z.T. sogar als Diskriminierung bewerten.

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  2. Kardinal Woelki hat ihm ja auch eine unmiss-
    verständliche Antwort gegeben:

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/woelki-kritisiert-sternberg-in-zolibatsdebatte

    Diejenigen protestantischen "Kirchen", die meinen,
    auf den Zölibat verzichten zu können, haben im übrigen
    ebenfalls auffallende Probleme mit dem Pfarrernachwuchs.

    Gestern hatte der Knappe ja schon auf einen guten
    Leserbrief aufmerksam gemacht:
    http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/katholiken-stellen-zoelibat-in-frage-aid-1.6223694
    (ggf. dort alle Leserbriefe aufrufen)

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