Freitag, 24. Februar 2017

Papst Franziskus: Es ist besser ein Atheist zu sein als ein heuchlerischer Christ...!?

Es gibt ja überall solche und solche.
Bei den Atheisten gibt's manche, die einen regelrechten Hass auf Christen haben
und dabei auch vor Schlägen unter die verbale Gürtellinie nicht zurückschrecken wie etwa "Jesus ist ein Idiot" und "das Christentum ist eine Krankheit"... ---> HIER !
Ich nehme mal an, dass Papst Franziskus in seiner gestrigen Predigt in der Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus "Santa Marta" diese heuchlerische Spezies der Atheisten eher nicht im Blick hatte.
In einigen Medien wird er, da die Originaltexte seiner Predigten meistens erst spät oder gar nicht veröffentlicht werden, missverständlich zitiert: Er habe auf Kritik an Katholiken so reagiert, dass er gesagt habe, es sei besser, ein Atheist zu sein als ein Katholik, der ein heuchlerisches Doppelleben führe... ---> HIER !
Fairerweise muss man sagen, dass er das soo nicht gesagt hat, sondern er macht es ganz schlau und legt diese Worte anderen Leuten in den Mund: Man höre öfter mal die Leute sagen, wenn dieser oder jene Person ein Katholik sei, dann sei es besser, ein Atheist zu sein...  ---> HIER und HIER !

Ich vermute mal, was er eigentlich sagen will, ist das: Katholiken, die sich nicht als wirkliche Katholiken benehmen, sondern nur fromm tun und im Alltag das Gegenteil machen, die sind schlimmer als Atheisten.
Pardon, aber das scheint mir mal wieder zu pauschal und populistisch argumentiert zu sein, wobei ich eingestehe, dass mir auch schon einige Superfromme mächtig auf den Keks gegangen sind, die im Alltag als Schlitzohren bekannt sind... 

Kommentare:

  1. Es ist besser, ein Atheist zu sein als
    ein heuchlerischer Papst!

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  2. Der Papst konstruiert mal wieder einen Gegensatz,
    der gar keine Rolle spielt.
    Die eigentliche Frage ist doch, ob man für oder gegen
    Jesus ist. Da hat der Atheist vermutlich die schlech-
    teren Karten, denn es heißt "Wer nicht für mich ist,
    der ist gegen mich".
    Der sündige Katholik kann immerhin noch durch das Saka-
    ment der Buße umkehren. Da versagen die meisten Seelsorger
    übrigens total, denn sie sollten ihrer Schäfchen kennen
    und ganz offensichtliches grobes Fehlverhalten im internen
    brüderlichen Gespräch thematisieren, um dem Sünder den
    Weg zur Umkehr überhaupt erst zu ermöglichen.
    Doch da schweigen sich unsere Priester lieber aus.
    Man will sich schließlich nicht unbeliebt machen!

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    1. Nun, als Atheist ist man, biblisch gesehen, immer auf der Gewinnerseite, denn laut Offenbarung 3,15f hat Gott ja nur was gegen Laue, die er ausspuckt, gegen "Heiße" UND "Kalte" dagegen nicht.
      Nebenbei sagt Jesus ja auch, "wer nicht gegen uns ist, ist für uns"(Markus 9,40) ...

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  3. Sieh mal an, wir sprachen doch gerade eben von Halik.
    Der sagt das ganz schön:
    https://www.youtube.com/watch?v=zPLEbI35ybI

    Heute gibt es keine "Katholiken" und "Nichtkatholiken" mehr, sondern "Seekers" und "Bewarers". Das geht über die Grenzen der katholischen Konfession natürlich hinaus (gibts auch in anderen Denominationen und Religionen).

    Die Kirche darf sich nicht nur auf die "Bewarers" kaprizieren, weil sie dann zu einer Sekte wird und ihre Universalität (theologisch ein Merkmal der Katholizität) verlieren würde.

    Das widerstrebt manchen "Bewarers" (in unserem Fall könnte man auch "Tradis" sagen), die einen "eliminatorischen Katholizismus" vertreten (d.h. Andersdenkende gehören nicht dazu und müssen rausgeworfen werden; der Ausdruck stammt von Rainer Bucher).
    Allerdings ist gerade auch dieses eliminatorische Verständnis ja ein typisches "Sektenmerkmal". Das Phänomen der aggressiven Kampfchristen gibt also Halik und dem Papst ganz Recht.

    Der Papst vertritt diese Sichtweise schon von Anfang an ziemlich dezidiert. Es geht beim Glauben nicht darum, irgendwelche Dinge für wahr zu halten oder gar besonders "überzeugt" zu sein, sondern zu Christus und seiner Kirche gehören zu wollen. Das umfasst natürlich auch massenweise Leute, die eher als "seekers" einzuordnen sind.

    Wenn der Papst sagt, es ist besser Atheist als ein Heuchler (man könnte auch sagen "Frömmler") zu sein, meint er svw.: Mitunter sind die "seekers" im Grunde bessere Katholiken als die "bewarers".

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    1. "Der Papst vertritt diese Sichtweise schon von Anfang an ziemlich dezidiert. Es geht beim Glauben nicht darum, irgendwelche Dinge für wahr zu halten..."

      @jorge, Das passt wunderbar zu einer Aussage des Jesuiten-Generals von Venezuela Arturo Sosa Abascal, die er in einem Interview für Rossoporpora und "Il Giornale del Popolo" in Lugano gegeben hat. Da heißt es, Zitat:"Dann müßte es eine Menge Überlegungen darüber geben, was Jesus wirklich gesagt hat, niemand hatte einen Recorder um seine Worte aufzunehmen."
      Ergo, nix Genaues weiß man nicht. Was hat Jesus gesagt? Warum hat er es gesagt? Hat er es überhaupt gesagt? Wenn man nicht genau weiß, was Jesus jetzt zu wem und in welchem Zusammenhang gesagt hat, dann KANN man auch nichts von dem was über Jesus geschrieben ist, für wahr halten. Man kann es nicht für wahr halten, dass er von einer Jungfrau geboren sein soll, niemand war nämlich mit dem Camcorder dabei. Man kann es nicht für wahr halten, dass er von den Toten auferstanden ist, weil ja, wir wissen es jetzt, kein Filmchen über die Auferstehung existiert. Eigentlich kann man den ganzen Schmarrn um das Papsttum auch gleich in die Tonne kloppen, von wegen Stellvertreter oder erster Sozialarbeiter des Herrn. Denn, Jesus hat natürlich nix über seine Kirche und das Petrusamt gesagt und wenn doch, dann hat er es wohl nicht so gemeint, weil wir ja keine Tonbandaufnahme haben. Dann ist es auch völlig egal, ob jemand Atheist, ein frommer Kampfchrist oder ein schwarzbeschuhter Papst ist, weil, nun wissen wir es endlich, dem General der Jesuiten aus Venezuela sei Dank: Jesus hat wohl nix definitiv Wahres gesagt, weil er die Frechheit besaß auf diese Welt zu kommen, als es noch keine Smartphones gab.

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  4. Ein Dorfpfarrer darf so argumentieren;
    vom Papst erwarte ich eine klare, differenzierte
    Aussage ohne scheinbare Vorbildlichkeit von
    Atheisten. Der Papst kann im NT mal nachlesen,
    was Jesus über diejenigen gesagt hat, die ihn
    bewusst ablehnen.

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  5. Immer wieder dasselbe Theater,
    dieser Papst drückt sich einfach zu schwammig aus,
    da passt alles rein oder gar nix.
    Und wie man im grün verlinkten Manuskript nachlesen
    kann, sind mal wieder die Reichen und die Unternehmer
    die Hauptübeltäter des Jesuiten aus Argentinien...

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  6. Es ist allemal besser,
    ein Atheist zu sein als ein Papst,
    der die Kirche bewusst oder unbewusst in die
    Irre führt. Er selbst hat ja schon geäußert,
    seine schlimmste Befürchtung sei die, dass er dem
    nächsten Konklave von der Hölle aus zusehen müsse.

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    1. Diese beeindruckende Aussage des Papstes zeigt vor allem eines: dass er ein demütiger, selbstkritischer Mensch und Christ ist, der sich seiner Heils nicht sicher ist. Sehr im Unterschied zu unseren Tradis, die sich als Großinquisitoren inszenieren und immer ganz genau wissen, was die Wahrheit ist - ihre Überzeugungen natürlich. Und gerne mit dem Finger auf "Häretiker" zeigen.

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  7. Was die Wahrheit ist - ihre Überzeugungen natürlich.

    Diesem Satz schließe ich mich vollinhaltlich an.

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