Freitag, 31. März 2017

Aufreger oder nicht? - Katholische Pfarrei und Moschee gemeinsam mit Tag der offenen Tür!

In der Schweiz, in St. Gallen, laden die katholische Pfarrei St. Otmar und die wenige hundert Meter entfernte Paradies-Moschee gemeinsam zu einem Tag der offenen Tür ein. An diesem Samstag, dem 1. April, gibt's am Vormittag dazu Programm-Angebote in der Kirche, und am Nachmittag lädt die Moschee zu Führungen ein. Mittags ist eine gemeinsame fleisch-
lose Suppe im Angebot.
Ich gestehe, dass ich zuerst mal leicht zusammengezuckt bin: Muss das sein? Haben wir nicht genug damit zu tun,  unsere eigenen
Leute zu motivieren? Wertet man damit nicht sogar den Islam unnötig auf?

Die perfekte Antwort darauf habe ich nicht, aber ich habe mir den in der katholischen Kirche neuerdings so oft beschworenen Einzelfall mal etwas näher betrachtet: Wenn man Zeitungsartikel dazu liest, fällt einem sofort auf, dass der dortige Imam ein sehr aufgeschlossener junger Mann ist, der einen klaren Integrationskurs fährt und als moderat moderner Moslem erklärtermaßen mit den Funktionären der konservativen Islam-
verbände
nichts am Hut hat.
In der Presse kritisiert er z.B. die Imam-Ausbildung und fordert von seinen Leuten mehr Integrationswillen. So gesehen dient die gelegentliche Zusam-
menarbeit zwischen Kirche und Moschee speziell  in St. Gallen (anderswo mag das ähnlich oder auch ganz anders aussehen!) nicht nur den Men-
schen vor Ort, sondern sie stärkt auch einen fortschrittlicheren Islam.
So sehe ich das zumindest nach heutigem Wissensstand, was auch bei mir Lernprozesse bei veränderter Lage nicht ausschließt...

Zur konkreten Situation in St. Gallen studiere man diese Artikel
---> HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Ordinariatsgeschädigter31. März 2017 um 12:47

    Die Zusammenarbeit der Pfarrei geschieht ja nicht
    ständig und auch nicht ausschließlich mit den Muslimen.
    So lange man die eigene Identität nicht zu Markte trägt,
    geht das in Ordnung - aber es sollte von Zeit und Umfang
    her schon überschaubar bleiben.
    Verallgemeinern wird man das ohnehin nicht können, denn
    es gibt bekanntlich auch muslimische Gemeinden, mit denen
    man auch punktuell besser nicht gemeinsame Sache macht!

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  2. Wie man den verlinkten Artikeln entnehmen kann,
    profitieren beide davon. Die Jugendlichen nehmen
    ohnehin schon die Veranstaltungsangebote der
    anderen an. Sollte der Imam allerdings gegen einen
    rückständigen Kollegen ausgetauscht werden, sollte
    die Zusammenarbeit abgesagt werden!

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  3. In seinem Fastenhirtenbrief hat Kardinal Marx
    dazu aufgerufen, man solle Muslime achten und
    keinen Hass gegen sie verbreiten.
    Er selbst hat das vorbildlich praktiziert durch
    das Ablegen seines Brustkreuzes in Jerusalem.

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