Freitag, 10. März 2017

Deutsche Bischöfe auf ganz dünnem Eis? - Dürfen Nichtkatholiken bald auch die Kommunion empfangen?

Man findet die brisante Aussage fast ein wenig versteckt in der Presse-
erklärung der deutschen Bischöfe (in der pdf-Datei
auf S.8)
: Angesichts des
hohen Anteils von kon-
fessionsverschiedenen Ehen
in Deutschland sehe
man die Frage der gemein-
samen Teilnahme der Eheleute an der Eucharistie als "dringende pasto-
rale Aufgabe"

Und wie wir das von den Interpretationen von "Amoris Laetitia" schon zur Genüge kennen, wird auch diesmal wieder eine verantwortbare Ent-
scheidung nach Gesprächen mit den Betroffenen in Aussicht gestellt, so-
dass auch der Nichtkatholik, der möglicherweise gar nicht das katholische Eucharistieverständnis befürwortet, den Leib Christi empfangen darf. 

Mal wieder geht es "um bestimmte Voraussetzungen", die nicht näher erläutert werden, und man wolle auf keinen Fall "kasuistische Lösungen", sondern nachvollziehbare Kriterien. Die habe man aber noch nicht gefun-
den, man sei aber diesbezüglich "auf einem guten Weg".

Das wird spannend - unsere Generation zumindest hat noch gelernt, wie es auch in den Richtlinien steht, dass Nichtkatholiken die Kommunion nicht empfangen dürfen.
Mal vielleicht etwas naiv gefragt: Wenn ein nichtkatholischer Ehepartner schon das ganz dringende Bedürfnis verspürt, an der Heiligen Messe teil-
zunehmen und sogar die Eucharistie zu empfangen, wäre es dann nicht naheliegend, dass er/sie mal intensiver über das Thema des Übertritts zum katholischen Glauben nachdenkt? - Das würde uns auch alle gedanklichen Konstruktionen von Bischöfen ersparen...

Man schaue ergänzend die nachfolgenden Quellen (u.a. auch pdf)
---> HIER
und HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Der Kreuzknappe hat es mal wieder
    auf den Punkt gebracht.
    Die Bischöfe reden da über maximal 1.000 Leute
    in Deutschland. Bei den meisten Ehepaaren ist es
    doch so - bei uns war es auch so! -, dass einer
    der beiden Partner die Konfession im Zusammen-
    hang mit der Eheschließung wechselt.
    Es wird doch immer betont, dass evangelisch und
    katholisch gar nicht mehr so verschieden seien,
    da dürfte das doch zumutbar sein, dass der evange-
    lische Partner, wenn er schon zur Heiligen Messe
    geht, auch katholisch wird.
    Oder warum geht er sonst in einen katholischen
    Gottesdienst?

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    1. Dasselbe natürlich auch vice versa: es sollte normal sein, dass der katholische Ehepartner evangelisch wird, wenn er schon am Abendmahl teilnimmt.

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  2. Es hat schon immer ganz, ganz seltene Ausnahmen
    gegeben, z.B. wenn es einem (Ehepartner) aus
    dringendem Grund nicht möglich ist, katholisch zu
    werden.
    Ansonsten müssen wir festhalten, dass kein Priester
    befugt ist, die Kommunion an Nichtkatholiken auszu-
    teilen.

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  3. Als ich das von den Bischöfen las,
    musste ich sofort an die katastrophale Lage
    der Kirche in Deutschland denken,
    die sogar Papst Franziskus den Bischöfen
    vorgehalten hat.
    Meine Mutter pflegte immer zu sagen, so als
    ob sie unsere Bischöfe schon kannte:
    "Der Fisch stinkt vom Kopf her!"

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  4. Was für ein Unsinn!
    Wenn der Ehepartner schon darauf besteht,
    dass er seinen evangelischen Glauben behält und
    sich weigert zu konvertieren,
    demonstriert er damit doch auch, dass er ein
    ganz anderes Glaubensverständnis hat als die
    Katholiken.
    Dann hat er an der Kommunionband auch nichts
    zu suchen!!!

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  5. eine Frauenkreisvorsitzende10. März 2017 um 16:44

    Der Grund, warum die Bischöfe jetzt erst mal
    zögern, den nächsten Schritt zu tun, ist klar:
    Sie wollen erst mal die Reaktionen aus Rom
    austesten, insbesondere die von Kardinal Müller,
    Glaubenskongregation.
    Fakt ist, dass zu einem würdigen Kommunionempfang,
    wenn man sich nicht das Gericht essen will,
    die entsprechende Disposition gehört, meistens
    sogar die Beichte.
    Wie das ein evangelischer Ehepartner bewerkstelligen
    soll, ist mir nicht klar.
    Vor allem leuchtet theologisch nicht ein, dass man
    für Ehepartner eine Ausnahme machen will.
    Dann ist es doch nur konsequent, wenn nächstens auch
    andere, z.B. nur aus finanziellen Gründen Ausgetretene,
    wieder zum Tisch des Herrn hinzutreten dürfen.
    Auch das Argument einer vorliegenden Notsituation
    kann man seitens der Bischöfe nicht geltend machen.
    Das Ganze ist ein weiteres Manöver
    der Zeitgeistkirche auf dem Wege zum Schisma.

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  6. ein Priester (75 Jahre)10. März 2017 um 16:57

    Im GELBEN Link des Kreuzknappen geht der Kirchen-
    rechtler Dr. Gero P. Weishaupt ausführlich auf
    die Problematik ein und stellt klar:
    "EINE KONFESSIONSVERSCHIEDENE EHE IST KEINE NOT-
    SITATION", daher gibt es keinen Ermessensspielraum
    für den Kommunionspender.
    Sein Fazit: "Ein Protestant, der zwar den katho-
    lischen Glauben in bezug auf die Eucharistie bejaht,
    aber nicht in einer Notsituation um den Empfang der
    Heiligen Kommunion bittet, kann diese nicht empfangen."
    Im übrigen verweist der Kirchenrechtler
    in diesem Zusammenhang delikaterweise ausgerechnet auf
    eine Erklärung, die die deutschen Bischöfe 2004 abge-
    geben haben. Dort schreiben die Bischöfe selbst als
    Mahnung an die Priester und Gemeinden:
    "... um der wirklichen Einheit der Kirche willen...
    (müssen) die Bestimmungen der Kirche hinsichtlich
    ... der Eucharistie... exakt beobachtet werden."
    Und wörtlich weiter die deutschen Bischöfe:
    "Jede Gefahr einer möglichen Relativierung des
    eucharistischen Geheimnisses oder des kirchlichen
    Selbstverständnisses muss vermieden werden."
    Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Bischöfe, haltet euch an eure eigenen Worte!

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  7. Tradi's Liebling10. März 2017 um 18:22

    Immer locker bleiben, liebe Tradis:
    Die Fakten, die ihr insgeheim auch kennt,
    sind doch die, dass heute JEDER zur Kommunion
    geht, egal ob gebeichtet oder nicht.
    Das hat sich halt so eingebürgert, und wer
    NICHT GEHEN WÜRDE, der macht sich gleich ver-
    dächtig - das muss ein ganz schlimmer Sünder sein.
    Also gehen wir auch mit der kompletten Familie,
    und meine evangelische Ehepartnerin wird ohne
    jeden Kommentar ganz selbstverständlich mit der
    Hostie mitversorgt.
    So wird es in vielen deutschen Pfarreien prakti-
    ziert, kein Pfarrer traut sich, einen abzuweisen.
    Und das ist auch gut so.
    Das muss jeder mit seinem Gewissen ausmachen,
    ob er zur Kommunion gehen kann oder nicht.

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  8. Danke, "Tradi's Liebling", für Ihren Kommentar, der die Tradis mal wieder von ihrem Wolkenkuckucksheim auf den Boden der Wirklichkeit zurückholt. Bei deren Wortmeldungen hat man ja den Eindruck, dass ihr Lieblingsvokabular aus den Woten "dürfen". "nicht erlaubt", "ungehorsam" und "Hölle" besteht.

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  9. Früher kümmerten sich die Bischöfe darum,
    dass ihren Schäfchen der Weg aufgezeigt wurde,
    wie man (hoffentlich) in den Himmel kommt.
    Heute kümmern sich unsere Oberhirten darum,
    dass ihren Schäfchen das richtige Kreuzchen
    auf dem Stimmzettel eingeprägt wird.
    Aalkönig Marx,
    der nicht in einer Sozialwöhnung lebt,
    zeigt wo's lang geht.

    http://www.honnef-heute.de/autsch-auch-aalkoenig-kardinal-marx-hat-seinen-palazzo/

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    1. Herr Becher, früher haben sich die Bischöfe noch viel heftiger darum gekümmert, dass die Schäfchen ihr Kreuz an der rechten Stelle gemacht haben. Da wurde vor jeder Wahl der fällige Hirtenbrief verlesen, der stets damit endete, dass das "gläubige Volk" um seines Seelenheiles Willen die Union wählen muss. Schon vergessen? Nein, sicher nicht - aber diese Einflussnahme war ja Recht und gut katholisch, weil gegen "links".

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  10. Nun ja, das liegt doch im Trend. Wenn "Ehe für alle", warum nicht "Kommunion für alle"? Wozu brauchen wir eigentlich noch Bischöfe? Mit Verkündigung oder Verteidigung des Glaubens hat das doch alles nichts mehr zu tun.

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  11. Da habe ich doch deutlich andere Hoffnungen
    als Kardinal Marx,
    der übrigens beim "Facebook"-Auftritt von
    "katholisch.de" viel Ablehnung dafür bekam:

    http://www.katholisch.de/video/20262-kardinal-marx-da-habe-ich-hoffnung?utm_content=buffer2d63f&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

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