Montag, 24. April 2017

Bistum Ausburg will seine 14.000 Mitarbeiter zwar nicht aktiv überwachen, aber...

... jeder bekam jüngst einen verbindlichen "Social Media Codex" zugestellt. "Die Zeiten sind vorbei, wo man das der Beliebigkeit anheimgestellt hat, was einer bei Facebook oder Googleplus macht", wird der Beauftragte des Bistums dazu zitiert.
Jetzt wird jedem auf die Finger geguckt, was die so auf der Tastatur machen - bzw. was die Bistumsangestellten im Internet schreiben, und notfalls werden dienstrechtliche Konsequenzen angedroht.
Damit will man Mitarbeitern zu Leibe rücken, die z.B. bei "Facebook" "ein Like für eine kirchenkritische Organisation" gegeben haben. Schließlich repräsentiere jeder Mitarbeiter auch die Kirche in der Öffentlichkeit.

Vom Ansatz her nicht falsch gedacht, aber auch nicht ganz ohne, fürchte ich...
Man lese ---> HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Eine heikle Angelegenheit, bei der man gespannt sein
    dürfte, wenn es vor Gericht geht.
    Kritiker werden einen "Maulkorberlass" darin sehen,
    der das Grundrecht auf Meinungsfreiheit unzulässig einengt.
    Ich rate zur Vorsicht!

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  2. Diözesaner Bürohengst24. April 2017 um 19:14

    Das Bistum Augsburg unterwegs in Richtung Mittelalter.
    So eine Art geistiges Kopftuchverbot.
    Ein "Like" für die Linke gibt dann zwei Minuspunkte in der
    Personalakte, ein Facebook-"Like" für die AfD selbstver-
    ständlich 10 Minuspunkte.
    Was heißt aber "aktive Überwachung" solle es nicht
    geben in der täglichen Praxis?
    Will man die Verdächtigen vielleicht durch Anschwärzen
    von Kollegen oder anonyme Hinweise herausfiltern?
    Ich fürchte, die Idee war nicht schlecht, aber die
    Ausführung wird es werden.

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  3. Wenn das wirklich so wichtig ist, was die Angestellten
    im Internet "liken", dann wäre es doch nur konsequent,
    wenn man für Kollegen, die andere "verpfeifen", einen
    Tag Extra-Urlaub oder eine Bonuszahlung in Aussicht
    stellen würde, denn schließlich will man das Ansehen
    des Bistums steigern oder sauber halten.
    Ich empfehle die Lektüre von George Orwell.

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  4. Domgucker, kirchlicher Angestellter...24. April 2017 um 19:55

    Es geht um das Image der katholischen Kirche,
    und da will man den Kasten sauber halten.
    Einverstanden.
    Dann müsste man allerdings auch konsequenterweise
    noch ganz andere Unsitten an den Pranger stellen,
    so z.B. übermäßigen Alkoholkonsum von Seelsorgern,
    protzige Fahrzeuge, Pfarrhäuser und Bischofssitze
    vom Feinsten, Rauchen in der Öffentlichkeit und
    vieles mehr.
    Man wolle der "Medienethik neuen Schwung geben",
    kann man da lesen. Naja, das ist ja gelungen, frei nach
    dem Motto: Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir
    schon einen Schritt weiter.

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  5. Soso, da soll also ein "Like" bei Facebook
    schon genügen, um jemanden mit einer Disziplinarmaßnahme
    zur Ordnung zu rufen.
    Man ahnt, was da für eine Verfolgungs- und Diskriminierungswelle ausgelöst werden könnte, und vor allem: Was für ein Misstrauen in die Belegschaften getragen wird.
    Angestellte werden sich fragen: Ist Abteilungsleiter XY vielleicht ein Informant, wird vielleicht gar mein Computer
    überwacht?
    Nein, wird man antworten, so ist es selbstverständlich nicht
    gemeint. Mag sein, aber genau so könnte es ankommen.
    Man will Leute von vorneherein abschrecken und einschüchtern,
    die eine kritische Meinung vertreten.
    Konsequenterweise müsste dann aber auch eine "schwarze Liste"
    erarbeitet werden (oder liegt sie insgeheim schon vor?), in der solche Organisationen, Parteien und Privatpersonen aufgeführt sind, die unerwünscht sind?!

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  6. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Dass der Kreuzknappe jetzt sogar offen antisemitische Kommentare freischaltet, zeigt, wohin inzwischen seine Reise und die seiner schreihalsigen wutbürgerlichen Gefolgsmänner geht. Gute Reise in die national befreiten Zonen!

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    2. Herzlichen Dank für Ihren Hinweis, Kein Tradi!
      Mit etwas Recherche werden Sie feststellen, dass ich
      eine ganze Reihe von Kommentaren dieses Lesers gelöscht habe. Der von Ihnen beanstandete ist grenzwertig, aber auch ich möchte so etwas in meinem Blog nicht haben und habe ihn deshalb gelöscht.
      Die frühere Freischaltung ist schlicht eine Panne.

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  7. Das Vertrauen zu den eigenen Mitarbeitern ist in der Kirche offenbar riesig. ;-)
    Mit diesem Maulkorb-Erlass vergrault man auch noch die allerletzten Gutwilligen, die einen kirchlichen Beruf ergreifen wollen. Justizminister Maas lässt grüßen.

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    1. Wenn man zuerst einmal die kircheneigenen Computernetzwerke entsprechend sichern würde, müsste man nicht zuwarten, bis die Staatsanwaltschaft mit grossem Tamtam im Ordinariat die Kinderpornosammlung konfisziert, so wie neulich in Limburg.

      Aber es ist natürlich wichtiger, die Meinungsfreiheit der Mitarbeiter (wieso nur hauptamtliche ?) einzuschränken als den Zugriff auf Kinderpornos. Das könnte vielleicht doch manche "Würdenträger" ernsthaft stören.

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