Samstag, 8. April 2017

Ist das nicht ein bisschen ballaballa? - Berliner Lehrerin darf kein Kreuz tragen!

Für die Jüngsten unter uns: Den Begriff "ballaballa" gibt's tatsächlich. --> HIER
So, und nun zur Sache:
Weil die Lehrer in Berlin keine "religiöse Kleidung" tragen dürfen, wurde einer evangeli-
schen Lehrerin per Dienstan-
weisung verboten, ein Kreuz-
kettchen um den Hals zu tragen. Nun gehen die Wogen hoch in den Leserbriefspalten.   ---> HIER und HIER !

Dass eine Schülerin voll verschleiert zur Schule kommen darf, trotz Verbots, gehört zu den Kuriositäten Deutschlands, denn hier bei uns kann jedes Bundesland seine eigenen Vorschriften erlassen - und auch inter-
pretieren, wie großzügig man damit im Einzelfall umgeht... ---> HIER !

Kommentare:

  1. Der Kreuzknappe verwendet hier einen kleinen Kunstgriff,
    vermutlich um zu provozieren: Was einer Schülerin erlaubt
    ist, muss noch lange nicht für eine Lehrkraft erlaubt sein,
    dennn diese vertritt im Dienst den Staat. Deshalb darf sich
    eine Lehrkraft auch nicht z.B. durch extreme piercings oder
    Tatoos "verschönern".
    Das kleine Kreuzkettchen als "religiöse Kleidung" zu defi-
    nieren und damit mit einer Vollverschleierung gleichzu-
    setzen, ist allerdings ein starkes Stück, oder um genauer
    zu sein - ein starkes Stück juristischer Unfug!

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  2. Wie verblödet sind wir eigentlich schon?
    Interessant, dass man darüber in der Mainstream-Presse
    kaum was findet, und wenn dann nur knapp, ohne großen
    Kommentar (von Ausnahmen abgesehen).
    Und wir Deutschen lassen uns mal wieder alles gefallen,
    von der GEZ-Zwangsgebühr (auch wenn man überhaupt keinen
    Fernseher hat) bis hin zum Verbot von Kreuzen.
    Das einzig Richtige wäre jetzt ein ziviler Ungehorsam,
    indem in Berlin eine Zeitlang ALLE Lehrer und ALLE Schüler
    Kreuzkettchen tragen, und ebenso in der Berliner Verwaltung.
    Aber dazu fehlt mal wieder der Mumm.
    Man guckt lieber wieder mal weg.
    Bis eines Tages die Kreuze auf dem Kirchturm auch verboten
    werden, weil dadurch ja die religiösen Gefühle anderer
    verletzt werden...

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  3. Kardinal Marx war da schon einen Schritt weiter:
    Er hat bei seinem Besuch in Jerusalem das Kreuz
    freiwillig abgenommen, aus Rücksicht auf die Gastgeber.
    Toleranz bis zur Selbstverleugnung.
    Deutschland wird immer bunter...!
    Ich vermute mal, das BUNDESVERDIENSTKREUZ müsste auch
    umgehend abgeschafft und bereits verteilte zurück-
    gegeben werden, denn das könnte als schlimmes religiöses
    Symbol missverstanden werden.
    Dass die Lehrerin ein kleines Kreuzkettchen getragen hat,
    war natürlich - Ironie eingeschaltet - eine ungeheure Ge-
    fährdung der Jugendlichen an der Schule:
    Ganz bestimmt haben sie sich durch den Anblick (falls man
    es auf die Entfernung überhaupt sehen konnte) dermaßen
    gestört gefühlt, dass sie bleibende psychische Schäden da-
    vongetragen haben...

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  4. Die gedankliche Logik könnte man dann aber auch
    fortsetzen: Was ist mit pseudo-religiösen Symbolen,
    was ist mit Ansteckern und Kettchen, die provozieren
    könnten - so ist z.B. ein Ohrring eine Provokation
    für alle, die geschieden sind, denn durch den Ring
    werden sie schmerzlich an ihre misslungene Ehe erinnert.
    Und vor allen Dingen sollte man in Berlin unverzüglich
    die OSTERFERIEN abschaffen, denn das ist ja ein ganz
    krasses religiöses Symbol.
    Ich bitte auch darum, dass die Bürokraten, die das in
    Berlin so entschieden haben, zukünftig auch sonntags
    im Büro erscheinen, denn der christliche Sonntag ist
    eine Provokation für die Muslime!

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  5. Frage: Was ist mit Kreuzkettchen, die unter der
    Bluse getragen werden? - Findet jetzt morgens eine
    Leibesvisitation in Berliner Lehrerzimmern statt?
    Gibt es schon eine detaillierte, bebilderte
    Ausführungsbestimmung des Berliner Senats, welche
    Kreuzformen - und größen als religiöses Symbol gelten
    - und welche lediglich ein Schmuckstück sind?
    Und dann bitte die ROTE-KREUZ-AUTOS dringend alle um-
    lackieren und statt des großen Ärgernis erregenden Kreuzes
    überall eine Spritze und einen Verband aufmalen!

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  6. @Studiosus

    Das hat doch nichts mit fehlendem Mumm zu tun, wieso sollten in einer Stadt, in der es kaum Christen gibt, plötzlich alle christliche Symbole spazieren tragen ?

    @Mister XY

    Provozierendes, wie z.B. Anstecker von Parteien etc sind ohnehin für Beamte und angestellte Lehrer verboten und das in ganz Deutschland.

    Was die Osterferien betrifft: kein Problem, gibt es halt anderweitig Urlaub, ist ja z.b. an den Hochschulen so, da gibt es, zumindest in Bayern, keine Osterferien, dafür sind dann halt die Semesterferien um so länger.


    Grundsätzlich ist die Rechtsprechung in Deutschland so, dass der Staat politisch und weltanschaulich neutral zu sein hat und das gilt besonders für Lehrer. Also setzt Berlin da nur aktuelles Recht um, wozu viele andere Bundesländer immer erst per Klage gezwungen werden müssen.

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  7. Alles hat zwei Seiten:
    Durch die strikte Neutralitäts-Verpflichtung
    für den öffentlichen Dienst vermeidet der Berliner Senat
    schwierige Situationen und Streitigkeiten vor Gericht,
    denn nur so kann man auch gegen kopftuchtragende Muslime
    vorgehen. Ich finde die Regelung also angesichts der
    starken Präsenz von Muslimen nur vernünftig.

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