Sonntag, 13. August 2017

Neuer deutscher Rekord? - Heilige Messe am Sonntag in nur 28 Minuten gefeiert!

Ich scheue mich in diesem Zusammen-
hang vor der Vokabel "Messfeier".
Ist es wirklich eine Feier, wenn man einfach so "drüber-
huscht"
und mit Vollgas durch die einzelnen Teile der Heiligen Messe braust???

Sie liegt schon etwas zurück, die Schilderung eines Gastes bei uns im Haus: "Um Himmels wil-
len, verrate mich bloß nicht!"
- Die Angst steht ihm ins Gesicht geschrie-
ben, unserem Besucher. Noch nicht mal das Bistum soll ich verraten, geschweige denn die Pfarrei.
Der Mann ist pastoraler Mitarbeiter und hat seit einiger Zeit das mehr
oder weniger große Vergnügen der Zusammenarbeit mit einem neuen Pfarrer. 
Er sitzt sowieso zwischen sämtlichen Stühlen, der Mann, und
er nickt nur mit entsprechender Miene, als ich ihm einen Satz zitiere, den mir mal ein Mitarbeiter in einem bischöflichen Ordinariat anvertraute:
"Ich bekomme hier kein Gehalt, sondern Schmerzensgeld...!"

Was den Besucher z.B. konkret irritiert, ist die Eile bei der Feier der Heiligen Messe. Am Sonntag schafft es der Pfarrer in 28 bis 30 Minuten, selten auch fünf Minuten länger. Ob da auch schon mal ein Text unter den Tisch fällt? 

Und dann meint unser Gast: Das Schlimmste sei, dass "die Leute", die in der Pfarrei den Ton angeben, das auch noch toll fänden, das sei doch super, wenn der Gottesdienst so schnell zu Ende sei.
Der Pater aus...., der in der Pfarrei auch häufig im Einsatz ist, brauche dafür immer 50 bis 55 Minuten, und es gäbe deswegen schon Beschwerden.
Ich will das gar nicht weiter kommentieren; man sieht, wie sehr manche Leute an der Kirche, wie sie sich hier präsentiert, zu leiden haben.
Mir ist aber eingefallen, dass ich dazu mal was gereimt habe. 
Zum Nachlesen:
Wer bietet weniger?
oder: Die (H)eilige Messe…

Schnell ist die Zahl herausgefunden:
Die Woche hat 168 Stunden.
Was man in dieser Zeit so treibt,
was man sich geistig einverleibt,
wieviel von dieser Zeit verschwendet,
für die Glotze wird verwendet
und Allerlei zum Zeitvertreibe -
gut, dass ich hier davon nichts schreibe.
Pro Stunde sind schon 12 Minuten
allein für Fernsehwerbung zu vermuten.
Pro Woche sind das viele Stunden,
wo lockt man uns als gute Kunden.
Doch auch mit Warten, ob beim Doktor oder gar im Stau,
Stunden sind's, sind einfach weg, merk's dir genau!
Mit Kleinkram geht viel Zeit verloren,
Jahre sind's, seit wir geboren.
So ist es halt: wir nehmen's hin,
denn Meckern hat da keinen Sinn.

Doch schnell hört man aus manchem Munde
wenn einmal die Wochenstunde,
die unserem Gott, dem Herrn geweiht,
man Zeit und Ruhe kaum verzeiht.
Die Predigt dauert 11 Minuten -
das ist mir doch nicht zuzumuten!
Kürzer soll die Messe sein,
dann geh' ich gerne wieder rein.
Ein andrer Pfarrer - von mir nachgemessen,
der kürzt stets gern, kann auch vergessen,
der will sich jeden Sonntag sputen,
so spart er allen 10 Minuten.
Die Kirche ist dort früher aus,
so flitzt man dann auch schnell nach Haus.
Die schnelle Messe muss genügen
um sich beim Fernsehn zu vergnügen.
Doch kaum sitzt man, da kommt der Schock:
Es folgen 12 Minuten Werbeblock...!