Freitag, 23. März 2018

Interessante "katholisch.de"-Schlagzeile: "Kardinal Lehmann ist nicht mehr da"

Der Artikel bei "katholisch.de" ist besser als seine Schlagzeile: "Kardinal Lehmann ist nicht mehr da." ---> HIER !
Das "geistliche Testament" des Kardinals ist kurz und bemerkenswert. Anderen ist ebenso wie mir besonders aufgefallen, dass er darin auch selbstkritisch ist, was den Zustand der katholischen Kirche in Deutschland betrifft, die er ja maßgeblich mitgeprägt hat "Wir haben uns alle... tief in die Welt und in das Diesseits vergraben und verkrallt, auch in der Kirche... Dies gilt auch für mich. Ich bitte Gott und die Menschen um Vergebung." - Echt stark, finde ich!
Man lese ---> HIER !

Wenn ich jetzt schreibe, dass ich es noch toller gefunden hätte, wenn er das während seiner langen Zeit als Vorsitzender und Lenker der Deutschen Bischofskonferenz deutlich gesagt und über entsprechende Konsequenzen nachgedacht hätte, dann empfinden das manche vermutlich schon wieder als Majestätsbeleidigung, obwohl es nicht so gemeint ist. Aber jeder liest halt "heraus", was er drinnen vermutet; ich jedenfalls bin kein Lehmann-Hasser.
.
Mein gesundheitlicher Zustand ist derzeit labil. In den nächsten Tagen wird den Leserbriefschreibern also noch Geduld abverlangt, was die Dauer bis zur Freischaltung von Kommentaren betrifft. I will do my
very best...!

Kommentare:

  1. Ja, das ist ein bisschen schade,
    dass Lehmann die beste Idee erst zum Schluss kam.
    Ich fürchte allerdings, dass sein Anliegen auch diesmal
    nur wie eine "Sonntagsrede" zur Kenntnis genommen und
    morgen schon vergessen ist, nach dem Motto: "Das hat er
    aber schön geschrieben..."
    Wer hätte gedacht, dass Kard. Lehmann und Papst Benedikt
    bezüglich der Kritik an der deutschen Kirche so nahe
    beieiander sind?

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  2. Wa der Kreuzknappe wohlweislich NICHT zitiert: dass in jenem geistliche Testament von Kardinal Lehmann auch das Bekenntnis enthalten ist:
    "Je älter ich werde, desto mehr weiß ich, dass ich letztlich einzig an Gott glaube, nicht an die Kirche oder das Christentum."

    Diese Aussage ist natürlich für jeden aufrechten Tradi ein Skandal.

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    1. Stimmt. Ich erinnere mich noch, wie die Konservativen aufschrien, als Kardinal Lehmann vor Jahren einmal formulierte: "Wir brauchen mehr Christus und weniger Kirche." Wie wahr.

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    2. @Michael
      Im Geistlichen Testament Lehmanns finde ich seine Aussage, dass er nicht AN die Kirche glaubt, aber nicht … Er hat sie allerdings 2007 mal gemacht bei der SWR-Talkshow „Quergedacht und da gesagt „Also, ich glaube nicht an die Kirche“. Hat als Begründung genannt, man könne im Blick auf die Kirche nicht so von Glauben reden, wie man vom Glauben an Gott rede.

      Damals habe manche Tradis getobt und ihn deshalb als Ketzer bezeichnet. Dabei hat er damit nur das gesagt, was sowohl im aktuellen „Katechismus der Katholischen Kirche“ steht als auch im „Catechismus Romanus“ (1566) des Trienter Konzils, auf den sich der aktuelle Katechismus bezieht:

      Aktueller Katechismus, Überschrift zu Artikel 9: „Ich glaube … die heilige katholische Kirche“, 749/750:

      „749 Der Artikel über die Kirche hängt auch gänzlich vom vorhergehenden Artikel über den Heiligen Geist ab. „Denn nachdem wir gezeigt haben, daß der Heilige Geist Quell und Spender aller Heiligkeit ist, bekennen wir jetzt, daß von ihm die Kirche mit Heiligkeit beschenkt wird“ (Catech. R. I,10,1). Wie die Väter sagen, ist die Kirche der Ort, „wo der Geist blüht“ (Hippolyt, trad. ap. 35).
      750 Der Glaube, daß die Kirche „heilig“ und „katholisch“ und (wie das Credo von Nizäa-Konstantinopel hinzufügt) „eine“ und „apostolisch“ ist, läßt sich vom Glauben an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geistnicht trennen. Im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir eine heilige Kirche („Credo ... Ecclesiam“), sagen aber nicht, daß wir an die Kirche glauben, damit wir nicht Gott und seine Werke miteinander verwechseln, sondern alle Gaben, die er in seine Kirche gelegt hat, klar der Güte Gottes zuschreiben [Vgl. Catech. R. I,10,22.].“

      Bezeichnenderweise leitet der hier referierte Catechismus Romanus die Erklärung zum 9. Glaubensartikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses genau in diesem Sinne ebenfalls nicht mit „Credo in“ („Ich glaube an“) ein, sondern lässt das „in“/das „an“ weg: „Credo sanctam Ecclesiam Catholicam“. Es soll, wie beim aktuellen Katechismus, schon in der Überschrift der Unterschied zwischen dem „Credo in Deum" und „Credo Ecclesiam“ zum Ausdruck gebracht werden. In der entsprechenden Erklärung von 1566 heißt es dann:

      „Das Bekenntnis also zur einen, heiligen, katholischen Kirche ist notwendig Sache des Glaubens. Während wir aber an [latein. „in“] die drei Personen der Dreifaltigkeit, den Vater, den Sohn und den Hl. Geist so glauben, dass wir auf sie [latein. „in“ eis] unsern Glauben gründen, ändern wir hier die sprachliche Form und bekennen unsern Glauben nicht an [latein. „in“] die heilige Kirche, sondern sagen einfach: „Ich glaube die heilige Kirche.“ Es soll schon durch diese Verschiedenheit in der Ausdrucksweise der Unterschied zwischen dem Schöpfer Gott und dem Geschaffenen hervorgehoben und zugleich angedeutet werden, dass wir all die großen Gnadengaben der Kirche nur der Güte Gottes zuschreiben.“

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  3. Veröffentlichen Sie Beiträge, wenn Sie sich fit genug
    fühlen und auch Freude daran haben.
    Und wenn es zu anderen Zeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht geht, ist das eben so und deshalb auch in Ordnung.
    Gute Besserung und Gottes reichen Segen - für Sie und auch Ihre große Familie.

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  4. Ordinariatsgeschädigter23. März 2018 um 13:15

    Ich weiß, dass einige sprungbereit aggressiv werden,
    wenn man zu "Karl dem Großen" etwas Kritisches anmerkt,
    aber für meine Begriffe und angesichts der Gelehrsamkeit
    dieses auch von mir sehr geschätzten Kirchenführers
    empfinde ich sein "Geistliches Testament" vom Umfang und
    der Thematik her eher bescheiden.
    Das "Testament" stammt vom 15. März 2009, ist also vor
    knapp 10 Jahren verfasst worden. Zu dieser Zeit war er
    noch sehr aktiv als Bischof und bekannt wie ein bunter Hund.
    So hätte er auch Möglichkeiten genug gehabt, seine Erkennt-
    nis der leider arg verweltlichten Kirche nicht nur mit
    einem persönlichen Schuldeingeständnis zu versehen, sondern
    er hätte auch zumindest in seinem Bistum die Konsequenzen
    daraus ziehen können. Das aber hat er nicht getan. Leider.

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    1. @ Ordinariatsgeschädigter

      Sie haben recht. Es war Zeit genug und es geschah nichts. Es lief weiter wie immer in die falsche Richtung.

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    2. Und Sie, werte Frau Bauer, wissen also besser als unsere Bischöfe, welche Richtung falsch und welche wahr ist?!?

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  5. Die sprungbereit Aggessiven sind hier nicht auf Seiten der Lehmann-Wertschätzer zu finden, sondern auf Seiten seiner Kritiker, wie die pietätlosen Postings des Pater Gregor und des Ordinariatsgeschädigten erneut zeigen.

    Es wäre zu schön, um wahr zu werden, wenn die Lehmann-Basher wenigstens angesichts seiner Taode einfach mal nur - geschwiegen hätten, statt ins Grab nachzutreten. ("Die beste Idee erst zum Schluss"; "Geistliches Testament... eher bescheiden" etc.)

    Karl Lehmann hatte mehr theologische Bildung und Glaubenstiefe in der Fingerkuppe als wir alle zusammen im Hirn. Wer seid ihr eigentlich, euch sogar post mortem noch os über einen ganz Großen im Reich Gottes zu erheben??

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  6. Wetten, dass bei den Linkskatholen das Lob des "Kreuzknappen" für das Testament Lehmanns überhaupt nicht ankommt?!
    So sehr ich diesen Blog schätze,
    manche Kommentatoren sind einfach unterirdisch,
    sowohl von rechts wie von links.
    Aber wo der "Kreuzknappe" recht hat, hat er recht,
    und insbesondere muss ich dem "Ordinariatsgeschädigten"
    zustimmmen: Kardinal Lehmann hätte es - zum Teil -
    selbst in der Hand gehabt, die Zustände, die er 2009
    im Testament so sehr bedauert, durch eigene Initiative
    abzuschaffen oder zumindest zu mildern.
    Dafür fehlte ihm offenbar der Mut, weil er selbst eben
    auch zu "weltlich" war, wie er in seiner Selbstanklage
    bekennt. Dafür bittet er ja auch um Vergebung.
    Wenn die deutschen Bischöfe etwas mehr Mumm hätten, dann
    würden sie jetzt wenigstens das Testament Lehmanns zum
    Anlass nehmen, um in die angeregte Richtung nachzudenken.
    Das Problem ist freilich, wie Insider wissen, die Zerrissen-
    heit in der DBK selbst, in der es widerstreitende Lager gibt.

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    1. De mortuis nil nisi male - jedenfalls solange es Kardinal Lehmann ist...

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  7. Die dummen Sprüche, die man zum Teil auch hier im Blog
    lesen kann, man dürfe über einen Toten nichts Schlechtes
    sagen, sind schlicht Quatsch.
    Indem man die Quasi-Heiligsprechung per Redeverbot für
    Kritiker einführt, betreibt man Geschichtsklitterung.
    Lehmann war ein großartiger Theologe, ein weltoffener Seel-
    sorger und ein humorvoller Mensch; ich durfte ihm auch
    öfter begegnen und war immer wieder beeindruckt.
    Das ändert aber nichts daran, dass auch er Schwächen und
    Fehler hatte, die er in seinem geistlichen Testament z.T.
    selbst benennt. Er empfindet es darin persönlich als Versa-
    gen und Schuld, dass auch er in die Verweltlichung der
    Kirche zu sehr verstrickt war.
    Das wird man wohl noch sagen dürfen.

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    1. Sehe ich wie Dr. Boer.
      Meines Erachtens darf man auch über einen frisch Verstorbenen alles sagen, was man auch zu seinen Lebzeiten unter Wahrung des Anstands und des gebotenen Respektes hätte sagen dürfen. Was man lassen sollte, sind gehässige Angriffe und neue Anschuldigungen, die man sich zu Lebzeiten nicht auszusprechen wagte und gegen die er sich jetzt nicht mehr wehren kann.

      Nun war Lehmann auch zu Lebzeiten eine Hassfigur der erzkonservativer Katholiken, und mit Anstand und Respekt war es in diesen Kreise nie weit her. Von daher sind die gehässigen Reaktionen einfach eine Fortsetzung des immer schon Dagewesenen.

      Was das Verweltlichungsthema angeht, nehmen die Kritiker da m.E. einfach eine Steilvorlage auf, um ihre Vorurteile gegen Kdl. Lehmann zu festigen. Inhaltlich ist dieser Begriff viel zu schwammig, um etwas Sinnvolles auszusagen. Bei Konservativen beliebte Prälaten (das Bsp. des jüngst verst. Kdl. Meisner drängt sich auf) sind oder waren ja mindestens genauso vergeistlicht oder verweltlicht wie Lehmann, das tut sich nichts.

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    2. "Das wird man wohl noch sagen dürfen"...

      Ja, dass der Führer auch seine guten Seiten hatte, zum Beispiel die Autobahnen: "das wird man wohl noch sagen dürfen". Diese Phrase schallt uns, seit die AfD stark geworden ist, täglich entgegen.

      Man "darf" hier in unserem freien Rechststaat alles sagen, auch den größten Unfug. Das weiß auch der Herr Dr. Boer, auch wenn er und seine Freunde offenbar der Überzeugung sind, wir lebten hier inzwischen in einer von Freimaurern und Linksgrünen gelenkten Diktatur.

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    3. @Elisabeth:
      "De mortuis nihil nisi bene" ist ein dummer Gutmenschspruch, von denen es auch bei den alten Römern schon welche gab. Der Tod ist nicht die Stunde der Lüge, sondern die Stunde der WAHRHEIT. Gerade wenn die Wahrheit unschön ist. Das gilt auch für "den Kardinal". Und ja, das wird man wohl noch sagen dürfen.

      Noch - bis die linksgrünen Maasmännchen den Bloggern, die noch die Wahrheit schreiben, den Saft abgedreht haben werden.

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  8. Der Hass der Rechtskathos auf den verewigten Kardinal ist offenbar unstillbar.

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