Donnerstag, 15. März 2018

Schockierend, was für ein Buch der katholische ECHTER-Verlag über "Christliches in der AfD" herausgebracht hat!

Wenn Sie sich über Aussagen der AfD z.B. über Kirche und Christentum schlau machen wollen, liebe Leser, dann machen Sie es wahrscheinlich so: Sie "googeln" ein wenig, um vielleicht ein kluges Buch zum Thema zu finden.
Wenn Sie dann z.B. bei "Ama-
zon"
gelandet sind, finden Sie dort den Titel angekündigt "Christliches in der AfD".

Das nur 32 Seiten umfassende Taschenbuch aus dem ECHTER-Verlag, der für seine theologischen Bücher bekannt ist, ist unter der Kategorie "Religion und Glaube" registiert.
Angenommen, Sie haben das Buch, das angeblich 29 Euro kostet, schließ-
lich online bestellt, um sich schlau zu machen, dann werden Sie ver-
mutlich geschockt sein:
Sie erhalten, wenn man das Angebot mit dem direkt im Verlag Echter vergleicht, für diesen Preis nämlich nicht ein Buch, sondern gleich 10 Exemplare. Doch die Freude währt bei den Bildungshungrigen sicher nicht lange: 


        Das Buch verspricht Information über die AfD
Es wurde laut Verlagstext für die Kaufwilligen so angekündigt:
"Mit der Frage, wie die Partei zu ihren Mitgliedern am rechten Rand steht, ist die nach ihrer grundsätzlichen Ausrichtung, nach ihrer welt-
anschaulichen Fundierung gegeben. In diesem Band geht es speziell um die Frage nach dem Christlichen in der Partei „Alternative für Deutsch-
land“ – mit für so manchen überraschenden Erkenntnissen."

Sie schlagen dann voller Erwartung eines der 10 Büchlein auf und lesen darin... nichts!
Ja, liebe Leser, Ihre Augen sind in Ordnung: Laut mehreren Aussagen von Lesern und einer Buchbesprechung enthalten die verkauften Bücher genau nichts, oder anders formuliert: Darin befinden sich nur leere, unbe-
druckte Blätter!
Das sollte aus Sicht des Verlages wohl eine Art "Gag" sein, aber da dies nicht aus dem Werbetext für das Buch erkennbar ist, könnte ich Leute sogar verstehen, die da von arglistiger Täuschung sprechen würden.
Noch deutlicher wird eine Buchbesprechung auf der Internetseite "BILDUNGSETHIK". Dort hat man kein Verständnis für diese seltsame Art von Humor, die wohl aussagen will, es gäbe keinerlei Bezug von AfD-Aussagen zum christlichen Leben. 
Da "verkommt der politische Diskurs zum Boulevard", schreibt der Kritiker dem Echter-Verlag ins Stammbuch. Das kleine Bändchen zeige: "Wer aber nur mehr weiße Blätter zustande bringt, sollte sich am Ende nicht wundern..." -
Mit diesem Buch habe sich "der bekannte Würzburger Verlag ... aus der Reihe seriöser Publikationsorte verabschiedet".

.
                            Ist das Buch nur leerer Klamauk?
Auch beanstandet der Kritiker, dass der Verlag noch nicht einmal den Namen des Verantwortlichen verrät (von "Autor" kann man ja bei leeren Seiten wohl kaum sprechen).
Die Kirche spreche doch so viel von Dialog, meint der Kritiker zum Schluss, doch stattdessen produziere man "effektheischenden, inhalts-
leeren Klamauk..."

Es wird in der Zusammenfassung noch deftiger: Die weißen Blätter "demonstrieren auf schonungslose Weise", wie wenig man inhaltlich zur Diskussion beizutragen habe.
Das hat gesessen, und ich brauche dem nichts hinzuzufügen...
Man schaue ---> HIER und HIER und HIER und HIER

Kommentare:

  1. Ich bin mir nicht sicher,
    ob sich der Echter-Verlag damit im Falle des Falles
    juristisch einen Gefallen getan hat, um es mal ganz vorsichtig
    zu formulieren.
    Der zitierte Kritiker hat zum Inhaltlichen alles gesagt.
    Eine Rundum-Enttäuschung und eine verpasste Gelegenheit zur
    Information, stattdessen leere Blätter.
    Ich halte das für ein Armutszeugnis.

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  2. Das hätte ich beim ECHTER VERLAG nicht für möglich gehalten.
    Nichts gegen Satire und auch nichts gegen inhaltliche Attacken
    gegen die kritikwürdige AfD, die mir suspekt ist,
    aber von einem ausgewiesenen katholischen theologischen Verlag erwarte ich handfeste Information und keine billigen Gags.
    Ich kann nur hoffen, dass man das Buch schnellstens zurück-
    zieht und einstampft. Eine Entschuldigung wäre auch ange-
    bracht.

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  3. Ich hätte dem Echterverlag nicht solch Niveauloses
    zugetraut, das ist echt unter der Gürtellinie.
    Man kann nur hoffen, dass dieses nichtssagende Etwas nicht
    an irgendwelchen Schriftenständen der katholischen Kirche
    ausgelegt wird!

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  4. Dem Verlag sind wohl die Argumente abhanden gekommen.
    Wenn die Angelegenheit nicht so nichtig wäre, würde ich mir
    fast wünschen, dass die AfD dagegen wegen Verleumdung klagt.

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  5. Ach Kreuzknappe,
    wen interessiert schon solch ein Heftchen?
    Der Link zu Amazon verrät, dass es dort auch nur unter
    ferner liefen verkauft wird, siehe Verkaufsrang.
    Aber der Echter-Verlag kann sich bei Ihnen für die Gratis-
    Werbung bedanken!

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  6. Der Echter Verlag enttäuscht.
    Ich werde das beim nächsten Konveniat den Mitbrüdern
    erzählen, allerdings schmunzelnd, als abschreckendes Beispiel, wie man es besser nicht macht.
    Das Leerbuch kommt mir jedenfalls nicht in den Schriften-
    stand.
    Man führt Diskussionen mit Kirchengegnern (!) mit offenem
    Visier, aber ohne pauschal zu verletzen!

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  7. Bravo dem Echter Verlag! Das ist eine viel gelungenere Form der Auseinandersetzung mit den rechten Brüdern als "Argumente", mit denen diese Schreihälse sowieso nicht zu erreichen sind, wie ihre dauuernden Rüpeleien im Bundestag zeigen. S. gestern bei der Kanzlerwahl den AfD-Abgeordneten, der gesetzeswidrig in der Wahlkabine seinen Stimmzettel fotografierte und denin die Welt hinaus twitterte und vom Präsidium mit Geldstrafe und Sitzungsausschluss belegt wurde.

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    1. Die Demokratie lebt vom Diskurs,
      vom Dialog, vom Austausch der Argumente.
      Wenn man dagegen nur ein leeres Blatt präsentiert,
      dann ist die Prüfung nicht bestanden.
      Die wahren Demokratiefeinde sitzen in diesem Falle
      jedenfalls nicht bei der AfD. Eine Schande!

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  8. Ich bin mal gespannt, wann der erste online-Buchbesteller
    gegen den Echter-Verlag prozessiert.
    Meiner Meinung nach wird laut Beschreibung eine Ware ver-
    sprochen, die nicht geliefert wird.
    Es werden Argumente in Aussicht gestellt, und stattdessen
    erhält man leeres Papier, immerhin eine Hilfe, falls das
    Klopapier alle ist.

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  9. Selbst "katholisch.de" findet die Aktion des Echter Verlages
    nicht gut. Vielleicht aufgescheucht durch den Bericht des
    Kreuzknappen, liest man dort jetzt die Schlagzeile:
    "CHRISTLICHER VERLAG PROVOZIERT MIT FAKE-BUCH DIE AFD"
    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/christlicher-verlag-provoziert-mit-fake-buch-die-afd

    Wie man dort auch erfährt, prüft die AfD derzeit durch ihre
    Anwälte, ob sie juristisch gegen den Echter Verlag vorgeht.

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  10. Ich verstehe die Aufregung nicht, Titel und Inhalt des Buches stimmen doch passgenau überein. Ich denke, das ist so ernst gemeint, weil es eben der Wahrheit entspricht, das Christliche ist nur aufgeklebt und soll das Braune übertünchen.

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  11. Um mal die Größe des verlegerischen Wagemutes
    beim Echter Verlag einschätzen zu können:

    Die Auflage des seltsamen Bändchens betrug 1.500 Exemplare.
    Ja, Sie haben richtig gelesen.
    Das heißt, wenn immer 10 Stück zusammengepackt sind,
    erreicht man damit gerade mal 150 Abnehmer.
    So ganz überzeugt war der Verlag offenbar selbst nicht
    von dieser Idee...

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