Samstag, 10. März 2018

Überraschendes Ergebnis der Seelsorgestudie: Den deutschen Priestern geht's prima!

Dieser Artikel ist erstmals am 16. April 2015 erschienen, aber durchaus noch aktuell: 
Heute um 17 Uhr wurde sie der Presse vorgestellt, die brandneue und mit etwa 8.600 Teilnehmern aus 22 deutschen Bistümern sogar international größte Seelsorgestudie.
Im Gespräch mit dem Kölner "domradio" äußerte sich Prof. Dr. Christoph Jacobs selbst überrascht vom unerwartet positiven Ergebnis.
Die befragten Seelsorger (etwa die Hälfte der Befragten ist Priester) seien ganz überwiegend sehr zufrieden mit ihrem Beruf; der Wert liege deutlich über dem Normalwert der Bevölkerung. 

Man könne auch nicht generell von einer besonderen burnout-Gefährdung sprechen. Es habe sich sogar gezeigt, dass selbst große pastorale Räume nicht per se mehr an Belastung erzeugen als kleine Pfarreien. Ein wesent-
licher Punkt für die Berufszufriedenheit sei dabei die eigene Spiritualität, die persönliche Gottesbeziehung.
Nähere Einzelheiten erfährt man z.B. ---> HIER und HIER und HIER !

Es dürfte sich für die Verantwortlichen in den Diözesen, in der Priester-
ausbildung usw. also lohnen, die Studie im Detail zu analysieren. Allzu schnell kommt in der Regel durch Pressemeldungen und ausgeschiedene Seelsorger ein Bild an die Öffentlichkeit, nach dem man annehmen könnte, dass die Arbeit in der Seelsorge als Berufswunsch kaum zu empfehlen ist. Die Studie belehrt uns eines Besseren...

Kommentare:

  1. Diözesaner Bürohengst10. März 2018 um 19:55

    Wie man bei den angebenen Links nachlesen kann,
    wurden ca. 20.000 Seelsorger mit der Bitte um Teilnahme
    angeschrieben. Davon haben ca. 8.600 geantwortet.
    Jeder Statistiker und Sozialwissenschaftler wird Ihnen
    sagen, dass dies eine schon fast merkwürdig hohe Rück-
    laufquote von über 40 % ist. Üblich sind 10-20 Prozent.
    Wie es zu dieser hohen Teilnahmebereitschaft kam,
    würde mich schon interessieren, und auch die Frage,
    wie man in Zeiten des Datenschutzes an die Adressen
    gekommen ist...
    Jedenfalls kann man aus Erfahrung (auch mit Leserbriefen
    usw.) davon ausgehen, dass man eher geneigt ist, eine
    Antwort zu geben, wenn man unzufrieden ist.
    Alles in allem halte ich das Ergebnis für aussagekräftig,
    mit ein paar Fragezeichen.

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  2. Das Internet ist eine Fundgrube, so auch zu diesem Thema.
    Die Studie selbst bestätigt die allgemeine Jammerei nicht,
    die in Deutschland Mode geworden ist.
    Nachzulesen bei "kirchensite" aus Münster:
    http://kirchensite.de/aktuelles/news-aktuelles/datum/2015/04/16/priester-zufrieden-aber-mit-anerkennungs-defizit/

    Wörtliches Zitat aus obigem Artikel:
    "Maßgeblich für die Lebenszufriedenheit der Priester sei auch der Zölibat. Zwei von drei Priestern berichteten von positiven Erfahrungen damit. Ein Viertel würde sich jedoch nicht wieder für diese Lebensform entscheiden. Jeder achte Priester wird nach eigenen Angaben nicht oder nicht gut mit den Problemen fertig, die sich aus der Ehelosigkeit ergeben. Priester, die zusammen mit anderen in einer Wohngemeinschaft oder mit einer Haushälterin leben, seien zufriedener als allein lebende."

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  3. Die Zufriedenheit ist eine ziemlich subjektive Angelegenheit.
    Es gibt Millionäre, die mit ihrem Leben so unzufrieden waren, dass sie Selbstmord begingen.
    Und daneben gibt es, wie man auch aus Fernsehreportagen weiß,
    ganz arme Menschen, die glücklich und zufrieden mit dem Wenigen leben, das sie haben.
    Für die Priester gilt: Wer sich als von Gott beauftragt und in seiner Hand weiß, der kann viel mehr und oft sogar mit Leichtigkeit ertragen als jemand, bei dem als Priester Geld und Ansehen wichtig sind.

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