Freitag, 16. März 2018

Verlagsleiter des ECHTER Verlages: "Wir werden uns vielleicht irgendwann intensiv damit auseinandersetzen!"

Mein gestriger Artikel über ein merkwürdiges Büchlein aus dem katholischen ECHTER Verlag hat viel Staub (---> HIER !) aufgewirbelt. Ob das für den Verlag noch juristische Folgen hat, bleibt abzuwarten; immerhin hat man laut An-
kündigung Informationen über "Das Christliche in der AfD" versprochen, aber nicht geliefert. Ob man da von Betrug sprechen kann, weiß ich nicht und kann ich auch nicht beurteilen.

Inzwischen hat der Verlagsleiter in einem kurzen Interview des "Bayerischen Rundfunks" zu der Aufregung um das Büchlein Stellung bezogen, das übrigens nach Aussage eines Insiders (ob sie zutrifft, kann ich nicht kontrollieren) in einer Auflage von nur 1.500 Exemplaren gedruckt worden sein soll.
Der Verlagsleiter meint quasi entschuldigend, der Verlag werde sich "viel-
leicht irgendwann intensiv damit auseinandersetzen"
, welche Positionen die AfD vertritt, auf das Christliche bezogen.

Also alles bestens, wir brauchen nur ein paar Jahre zu warten, und dann dürfen wir vom ECHTER Verlag "vielleicht" sogar was Inhalt-
liches erwarten...  ---> HIER !

Kommentare:

  1. Klingt ziemlich schnarchnasig, der Verlagsleiter!

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  2. Ich will mal vornehm formulieren, so wie es
    der verlinkte Kritiker im vorigen Artikel des Kreuzknappen
    getan hat:
    Der Echter Verlag hat sich damit aus der Reihe der seriösen
    theologischen Verlage verabschiedet. Die Komik sollte man
    m.E. doch lieber Magazinen überlassen, bei denen klar er-
    kennbar ist, dass es sich um Satire handelt.

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  3. Karl-Heinz Büttner16. März 2018 um 14:49

    Ich habe mal bei Amazon geguckt,
    da ist beim Link jetzt die Inhaltsbeschreibung des
    Buches gelöscht, und es ist nicht mehr lieferbar.
    Das sieht aus wie ein Schuldeingeständnis.

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  4. Die Positionen, für die die AfD auf das Christliche bezogen steht, sind doch recht klar. AfD-Vertreter halten Christen für Gutmenschen, Bischöfe für Systemknechte und polemisieren gegen die Kirchen, weil die sich geschäftsmäßig an Flüchtlingen bereichern. Sie bekämpfen die christliche Idee, nach der alle Menschen gleich sind und Deutsche nicht bevorzugt werden dürfen, und sie verunglimpfen die christlichen Überzeugungen der Kanzlerin als "Gesinnungsethik". Sie gehen entgegen der Mahnung der Kanzlerin, über die sie sich sehr aufgeregt haben, sonntags nicht in die Kirche, kennen nichtmal die gängigen Weihnachtslieder, selbst wenn sie für das "christliche Abendland" demonstrieren. Das einzige was sie am Christentum gut finden, sind die Kreuzzüge. Deshalb wollen sie Kreuze in Schulen, Moscheen und Gerichtssälen aufhängen, möglichst in den Nationalfarben. Sie lehnen bekenntnisorientierten Religionsunterricht ab und wollen Äußerungen von Religion im öffentlichen Raum verbieten, insbesondere muslimische. Letzteres verbindet sie mit gewissen rechtsreligiösen Christen, die ebenfalls die Kreuzzüge gut finden, allerdings anders als die AfD gesinnungsethisch argumentieren. Deshalb und wegen der Abtreibungsdebatte wurde die innerparteiliche Gruppe der "Christen in der AfD" vor einiger Zeit aufgelöst.
    Dann gibt es noch Martin Luther. Der war nach Ansicht der AfD in den neuen Bundesländern ein AfD-Befürworter.
    Hab ich noch was vergessen?

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    1. Ja, Jorge, Sie haben was vergessen.
      Ich beschränke mich aus Zeitgründen und weil das WLAN
      im ICE mal wieder grauslig ist, auf die Weihnachts-
      lieder, die die AfD angeblich nicht singen kann.
      Mal abgesehen davon, dass dieses Kriterium an jedem
      Weihnachtsfest in jeder beliebigen katholischen Kirche
      auf 80 % der Gottesdienstbesucher zutrifft, die ohne
      "Gotteslob" aufgeschmissen wären,
      gibt es zur Textsicherheit bei christlichen Weihnachts-
      liedern auch Erhellendes von unser aller Kanzlerin,
      wie Sie hier als Video sehen...

      https://www.youtube.com/watch?v=29jGLwV7gB0

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    2. Seit wann siezen wir uns?

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    3. Jorge um 16:52:
      Ihr bester Kommentar seit langem!
      Wir siezen uns übrigens.

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    4. Ich versuche das Siezen hier immer zu vermeiden. Wenn mich eine Person siezt (warum auch immer), antworte ich in einer grammatischen Form, die die direkte persönliche Ansprache ganz vermeidet, um einerseits nicht unfreundlicherweise auf ein Sie mit einem Du zu antworten, andererseits selber aber auch keinen zu siezen und irgendwelche Distanzen zu schaffen. Ausnahmen sind ein paar Damen und ältere Kleriker, bei denen ich das Siezen unproblematisch empfinde. Und natürlich den Bloginhaber selbst, den ich immer sieze. Den @Studiosus habe ich aber noch nie gesiezt.

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  5. Mit ihrem Bekenntnis zu traditionellen Werten wie
    der Bedeutung der Familie bekennt sich die AfD zu Werten,
    die das Christentum auch vertritt:
    Man lese das Programm der AfD
    https://alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/05/2016-06-27_afd-grundsatzprogramm_web-version.pdf

    Dass sich der Verlag noch nicht einmal die Arbeit gemacht
    hat, sich das Programm nach Anknüpfungspunkten anzuschauen,
    sagt mehr aus über die Qualität des Verlages,
    als diesem lieb sein dürfte.

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    1. Auch viele andere Parteien bekennen sich zur Familie. Der Untertschied ist nur, dass die AfD (und der Thuriferar) z.B. unter "Familie" nur das verstehen (wollen), was Oma noch darunter verstand. Also Vater (aushäusig und die Kohle reinholend)), Mutter (daheim für Küche, Kinder und Kirche) und Kinder (möglichst viele).

      Das ist ein "traditionelles" Familienbild, das die AfD und der Thuriferar gerne hochhalten dürfen. Sie könnten aber mal aus dem 18. Jahrhundert in der Jetztzeit ankommen und akzeptieren, dass es viele andere Formen von Familie gibt, die mit dem selben ethischen Ernst verantwortlich gelebt werden.

      Die Kirchen und geschätzte 90% der Gesellschaft haben das jedenfalls längst akzeptiert.

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    2. @Maria L.:
      trotz Ihres schönen Namnes sind Sie nicht ernsthaft katholisch! Sonst wüssten Sie, dass es KEINE "Kirchen" gibt, wie Sie fatalerweise schreiben. Sondern nur die eine und einzige vom Herrn Christus gewollte und gestiftete Kirche, welche die Katholische Kirche IST.

      Der Rest Ihres Kommentars ist Schweigen.

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  6. Viel Geschrei um nichts.
    Ein paar hundert Heftchen - der Verlag hat das Interesse
    an seinem Produkt bei einer Auflage von 1.500 durchaus
    selbstkritisch und nüchtern eingeschätzt.
    Mancher Pfarrbrief hat mehr Auflage als diese Blättersammlung.

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    1. Harald Fischbach17. März 2018 um 07:12

      Echt witzig, die Mini-Auflage des Büchleins!
      Wahrscheinlich lassen die im Echter-Verlag jeweils
      die Sektkorken knallen, wenn wieder mal jemand
      solch ein Zehner-Bündel für 29 Euro gekauft hat.
      Mich wundert, dass man für 1.500 Stück überhaupt eine
      Druckerei findet.
      O Pardon, gedruckt ist da ja so gut wie nichts...

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