Mittwoch, 18. April 2018

Ein Todesfall vor laufenden Kameras: Papst Franziskus und der weinende Junge in Rom...

Pater Hagenkord vom "Radio Vatikan Blog" bekommt auch irgendwie Bauchweh, wenn er die öffentliche Vermarktung solcher Bilder sieht: Die meisten von uns wissen, was ich meine: Beim Papstbesuch in einer Stadtrand-Pfarrei in Rom, in deren Hochhaus-Siedlungen es viele soziale Probleme gibt, wurden auch einige Kinder von der Veranstaltungs-"Regie" ausgewählt, damit sie dem Papst vor laufenden Kameras eine Frage stellen durften, schön einstudiert, wie sich das gehört.
Pater Hagenkord schreibt in seinem Blogbeitrag "Der Junge und der Papst", das sei zwar eine "fantastische Geschichte", aber er habe sich da-
für entschieden, das in der deutschsprachigen Ausgabe von "VATICAN NEWS" nicht zu erzählen; das sei ihm angesichts des Leids des Jungen doch "zu übergriffig" vorgekommen.
Der offensichtlich "traumatisierte" Junge sei  regelrecht vor die Kame-
ras "geschoben" worden
. Es ging immerhin um den kürzlichen Tod des Vaters dieses traurigen Jungen, und das "Vorführen von Trauma und Leid" hinterlasse bei ihm, Hagenkord, doch "einen schalen Beige-
schmack"
... ---> HIER !

Danke, Pater Hagenkord, für diese ehrlichen Worte!
Damit Sie noch besser im Bilde sind, liebe Leser, dazu noch ein paar Verlinkungen in Wort und Bild... ---> HIER und HIER und HIER und HIER !

Ganz klar: Das hat Papst Franziskus als Seelsorger wirklich gut gemacht! - Und dennoch geht es mir ähnlich wie Pater Hagenkord, wenn ich immer mal wieder solche ergreifenden Szenen bei Papstbesuchen sehe. Da frage ich mich auch: Muss das immer so hautnah präsentiert werden, die Kameras im Zentimeter-Abstand vom Leid?
Und zu gerne hätte ich gewusst, ob es bei dieser einen medial in Szene gesetzten Begegnung geblieben ist; also im Falle des so traurigen Jungen: Gibt es danach noch etwas, wenn die Kameras ihre Bilder im Kasten haben? Bekommt der Junge vom Vatikan oder von wem auch immer konkrete Hilfe, z.B. finanzielle und psychologische Betreuung?
Oder zieht die Presse-Karawane einfach weiter - bis zum nächsten Kamera-Ereignis mit Papst Franziskus?

Kommentare:

  1. Als ich mir die verlinkten Videos angeschaut habe,
    ist mir aufgefallen, dass der Junge nicht nur vor die
    Kameras geschoben wurde, sondern man sieht, dass er eigent-
    lich gar nicht zum Papst gehen will (vielleicht hat ihn der
    Mut verlassen), doch darauf nimmt die Dramaturgie keine
    Rücksicht: Gegen seinen Willen - so sehe ich das! - wird
    er die Treppenstufen hinaufgedrängt!
    Ja, der Papst hat das gut gemacht, aber das ist nicht die
    Frage. Man sollte aber auch WEITER fragen als Pater Hagen-
    kord: Warum werden solche Begegnungen so inszeniert, auch
    vom Vatikan selbst?!
    Man sieht es ja auch im Video, als der Junge beim Papst an-
    gekommen ist: Sofort hält der Assistent das Mikrofon in die
    passende Richtung!
    Das Ganze ist mir nicht nur furchtbar aufdringlich, sondern
    auch etwas peinlich, jede Woche solche Bilder, die die Bot-
    schaft senden sollen: Schaut mal, was für ein guter Papst!

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  2. ein Priester (76 Jahre)18. April 2018 um 08:09

    Allen Respekt, Pater Hagenkord!
    Solch ein klares Bekenntnis hätte ich eher nicht erwartet.
    Mich stören solche Szenen auch oft, und ich denke,
    muss das sein, das derart aufdringlich ins Bild zu setzen?
    Wie man sieht, haben anderssprachige Ausgaben von Radio Vatikan anders entschieden als P. Hagenkord, vielleicht
    auch, weil sie nicht auf diese Papstwerbung verzichten
    wollten.
    Warum kann man in der Medienabteilung des Vatikans da keine
    klaren Richtlinien erstellen?

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  3. Die Bergoglio-Maschinerie ist gut geschmiert.
    Überall der Papst in Großaufnahme, händeschüttelnd,
    tröstend, winkend - jeden Tag.
    Nun wissen wir, warum der Medienbereich des Vatikans
    für viele Millionen Euro umgebaut wurde.

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  4. Hochachtung für P. Hagenkord.
    Ich erlaube mir mal, das Vorführen des Kindes als medialen Kindesmissbrauch zu bezeichnen. So wie es auch den liturgischen Kindesmissbrauch gibt: wenn die Kinder mit dem Priester händchenhaltend das Vaterunser beten sollen. Der Zelebrant schmückt sich mit den Kindern, die Kinder haben nichts davon. Sie lernen nur, dass es in der Kirche um Selbstdarstellung geht.
    Meine Kinder haben sich bei solchen Aufforderungen - zu Recht - immer gewehrt.

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  5. Manchmal hat man den Eindruck,
    der Vatikan ist ein großes Medienunternehmen
    mit angeschlossener Kurie.
    Dieser Papst hat es mit der Selbstdarstellung auf die
    Spitze getrieben.
    Das führt zu einr gefährlichen PAPOLATRIE, einer völlig
    übertriebenen Papstzentriertheit.

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  6. Bei Pater Hagenkord wird im Blog offenbar mal wieder
    mit den Leserbriefen getrickst, wie ich das bereits
    erlebt habe:
    Wenn oben ausdrücklich 8 (!) Leserkommentare angegeben
    sind, unten aber nur 5 (!) erscheinen, dann liegt die
    Vermutung nahe, dass mal wieder Unangenehmes gelöscht
    wurde. Schade!

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  7. Dass die Tradis eine solche Szene eher vermeiden wollen ist klar, müssten sie dem Jungen doch aus ihrem Glauben heraus sagen, dass der tote Vater in der Hölle schmort, war ja nicht getauft...

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    1. Opi scheint wirklich auch ein echter Ur-Opa zu sein.
      Alle paar Jahrzehnte das Glaubenswissen aktualisieren,
      so meine Empfehlung!

      http://members.aon.at/veitschegger/texte/ungetaufte_babys.htm

      http://www.k-l-j.de/089_allerloesung.htm

      Es ist also schon ein bisschen anspruchsvoller,
      als man am Stammtisch vermuten könnte...

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  8. Ich zitiere aus dem Evangelium:

    Mt 3,7 Als Johannes sah, daß viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, daß ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.

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  9. Für alle Zweifler... katholisches.info bestätigt mich. Atheisten gehen schnurstracks in die Hölle. Nachzulesen hier:

    https://www.katholisches.info/2018/04/alle-sind-kinder-gottes-und-atheisten-kommen-in-den-himmel

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    1. Interessant, dass Opi
      ausgerechnet diese dubiose Internetseite
      für maßgeblich hält. Das lässt tief blicken.

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    2. Ich halte sie für maßgeblich, um zu zeigen, wie Tradis denken. Nirgendwo (seit kreuz.net abgeschaltet ist) kann man das so gut nachvollziehen, wie bei katholisches.info. Der Knappe macht es ja viel subtiler. Und, vielen Dank dafür, schaltet auch kritische Kommentare frei!

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