Freitag, 20. April 2018

In Würzburg flog er wegen KZ-Witzen aus dem Priesterseminar: Jetzt wird der reumütige Kandidat in Eichstätt geweiht!

Darf ein Priesteramtskandiat nach einem Skandal eine zweite Chance bekommen? Oder ist das gut fünf Jahre zurücklie-
gende krasse Fehlverhalten in jedem Falle ein triftiger Ausschlussgrund als Priester?
Darüber gehen die Meinungen aus-
einander, und der Präsident des Zentral-
rats der Juden ist immer noch sehr er-
bost über die Entscheidung des Eich-
stätter Bischofs, den Kandidaten am morgigen Samstag zum Priester zu weihen.
Nach der Diakonweihe hatte es 2017
ein Treffen zwischem dem Vertreter
der jüdischen Gemeinden und Bischof Hanke gegeben, der ihm erklärt hat, nach ausführlichen Gesprächen mit
dem Betroffenen zu der sicheren Überzeugung gekommen zu sein, dass dieser sich definitiv geändert hat und seine KZ-Witze aufrichtig bereut,
die der Kandidat quasi als jugendliche Dummheit bezeichnete.

Ist die Änderung der Gesinnung glaubwürdig oder nicht? -
Oder anders rum: Gelten Verzeihung und Barmherzigkeit nicht für Priesteramtskandidaten?
Bischof Hanke jedenfalls sieht es so, dass die zweite Chance in diesem Falle berechtigt ist; die Kirche weihe "doch keine Heiligen"...

Gibt es Meinungen dazu?
Man schaue --> HIER und HIER und HIER und HIER und HIER !

Kommentare:

  1. Seit Papst Franziskus gibt es doch für alles
    die Einzelfallprüfung unter besonderer Berücksichtigung
    des Gewissens - warum also nicht auch hier?!

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  2. Das kann letztlich kein Journalist und auch sonst kein
    Außenstehender beurteilen. Schließlich haben sich Psycho-
    logen, geistliche Begleiter, der Bischof und der Kandidat
    selbst monatelang damit auseinandergesetzt.
    Bekanntlich hat der künftige Priester sogar eine Therapie
    mitgemacht und in einer WG zusammen mit einem Flüchtling
    gelebt. Man sollte jetzt nicht päpstlicher als der Papst
    sein, und dem Vertreter der jüd. Gemeinden stände es gut an,
    Barmherzigkeit und guten Willen zu zeigen.

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  3. Ich bin dafür, dass er seine Chance bekommt.
    Und ich bete für ihn.
    Man sollte nicht jeden Kritiker ernstnehmen.

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  4. In der Diözese Eichstätt sind KZ-Witze noch nie ein Hinderungsgrund für eine Weihe gewesen. Das wäre nur der Fall, wenn der Priesterkandidat Witze über Putin oder Erdogan gemacht hätte.

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    1. Das hat der "Ochsensepp" zwar etwas überzogen und überpointiert geschrieben, aber ich denke sein Einwand trifft doch irgendwie den Kern der Bedenken gegen diesen Weihekandidaten. Wenn sich sagen wir Bode oder Woelki von der weltanschaulichen Umkehr und Eignung des Kandidaten überzeugt hätten, könnte man diesbezüglich ruhiger sein.

      Wenn so ein Mann aber ausgerechnet in einer Diözese seinen Persilschein bekommt, wo sowieso die Hälfte des Klerus rechtem Gedankengut anhängt bzw. rechtsnationale Ideen fördert oder duldet, kann man doch einige Bauchschmerzen bekommen.

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  5. Die Darstellung hier ist leider verharmlosend.

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/kz-witze-und-hitlergruss-rauswurf-aus-dem-priesterseminar-1.1735650

    Wenn damals eine hochkarätig besetzte Komission so entschieden hat: Warum setzt sich ein Bischof darüber hinweg ?
    Weil er aus Allmachtsphantasien heraus lebt und handelt.

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    1. Dummes Geschwätz!
      Der Bischof selbst, sowie der Regens des Seminars
      und mehrere Psychologen haben viele Gespräche mit
      dem Kandidaten geführt.
      Eine Blamage für die SZ!
      Einfach mal recherchieren zum Thema!

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