Montag, 30. April 2018

Ist Kardinal Marx gegen das Aufhängen von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden?

Da haben sich die beiden Freunde schlecht abgesprochen: Während EKD-Bischof Bedford-Strohm sich darüber freut,
dass noch mehr Kreuze (---> HIER !) öffentlich sichtbar aufgehängt werden,
hat sich Kardinal Marx gestern mit einer Kampfansage an die CSU und Minister-
präsident Söder in die Kreuz-Debatte eingeschaltet. 

Marx erklärte im Gespräch mit der "Süd-
deutschen Zeitung"
, dass die für Bayern ab 1. Juni wirksame Kreuz-Aktion (in jeder Behörde ist gut sichtbar im Eingangsbereich ein Kreuz anzubringen) "Spaltung, Un-
ruhe, Gegeneinander"
auslöse. Wer das Kreuz in Namen des Staates als kulturelles Symbol ansehe, der enteigne das christliche Kreuz. ---> HIER !

Was mir aber bei der Lektüre nicht ganz klar geworden ist: Ist Marx nun gegen Kreuze im öffentlichen Raum - oder nicht? - Ist er dann auch ggf. gegen die bereits vielfach (nicht nur in Bayern) aufgehängten Kreuze in Gerichtssälen, Schulklassen usw? - Und wenn Bürger irgendwo ein Wege-
kreuz errichtet haben, ist das dann spalterisch und stiftet Unruhe?

Und ironisch weitergefragt:  Wie steht es dann mit bereits existie-
renden christlichen Regelungen und Bräuchen? Sollte man dann nicht auch konsequenterweise auf das Glockenläuten vor dem Gottesdienst verzichten, weil dies auch einige Mitbürger verärgert? - Und was ist mit der vom Staat (Kurfürst Maximilian) errichteten Mariensäule mitten in München - ist sie nicht eine Provokation für Mitbürger anderen Glaubens?

Kommentare:

  1. Peinlicher als durch diese Äußerung
    von Kardinal Marx geht's kaum noch, vermute ich.

    Man lese den treffenden Kommentar in der "TAGESPOST":

    https://m.die-tagespost.de/politik/Spaltet-das-Kreuz;art4685,188149

    "Für mich unverständlich ist die jetzt öffentlich zur Schau gestellte Solidarisierung einiger kirchlicher Amtsträger oder Organisationen mit den Laizisten, die die Kreuze schon lange zumindest aus öffentlichen Gebäuden verbannen wollen. Sie grenzt an Selbstaufgabe, die gerade die Menschen anderer Religionen nicht schätzen und die viele Christgläubige befremdet. Christen sollten sich freuen über Kreuze in der Öffentlichkeit. Diese Symbole haben sowohl dem säkularen als auch dem religiösen Menschen Wichtiges zu sagen."

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  2. Meine fromme Mutter würde sich im Grabe rumdrehen,
    wenn sie diese Äußerungen von Marx lesen würde.
    Wer Monat für Monat 12.526 Euro vom Staat als Gehalt ein-
    streicht, sollte bitte nicht mit Steinen aus dem Glashaus
    werfen!
    Kardinal Marx beherrscht die Kunst nicht, im richtigen
    Moment auch mal den Mund zu halten. Er hält den Mund eher
    im falschen Moment, wie man bei seiner Kreuzverleugnung
    beim Besuch in Jerusalem sehen kann.

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  3. Man könnte schon den Eindruck gewinnen, daß seine Eminenz Kreuze lieber ablegt als aufhängt.

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  4. Es ist nicht immer besonders klug,
    sein Fähnchen nach dem derzeitigen Wind zu drehen.
    Die Windrichtung wechselt nämlich irgendwann.
    Das sei Kardinal Marx ins Album geschrieben.

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    1. Die devote Haltung gegenüber dem Islam, die sich in Marx Äußerungen offenbart, ist zum Teil nachvollziehbar. Er und andere deutsche Bischöfe fürchten, daß aus einer harten Haltung gegenüber dem Islam schnell eine generell antireligiöse und auch antichristliche Haltung werden kann, der dann die kirchensteuerfinanzierten Strukturen zum Opfer fallen können.

      Die Geschichte der Christen im Orient sollte ihn allerdings eines Besseren belehren.

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  5. Mag sich Söder in seinen Rechtfertigungen vielleicht ungeschickt verteidigt haben, aber man hätte bei dieser Problematik zumindest erhoffen können, dass ihn der Kardinal unterstützt. Nichts ist geschehen ,vielmehr ein Gegenangriff unter der Katholischen Gürtellinie mit der Behauptung der Staat habe keine Recht zu erklären, was das Kreuz bedeutet.Welch ein Unsinn und gleichzeitig welch ein Glück, dass wir in Bayern noch einen Staat haben, der uns helfen möchte das Kreuz zu verstehen,der uns auffordert es anzunehmen.Wer oder was ist nur in diesen Kardinal hineingefahren, der vor einiger Zeit noch die Behauptung aufstellte, es gäbe keinen Teufel.

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  6. gerne katholisch30. April 2018 um 13:02

    Kein Wunder, dass das Christentum und speziell die katholische Kirche immer weniger Ausstrahlungskraft hat! Ein gewichtiger katholischer Kardinal lehnt das Aufhängen von Kreuzen im öffentlichen Raum vehement und in angreifendem Tonfall ab - ein evangelischer Ministerpräsident will es aufhängen lassen, wenn auch mit einer vielleicht nicht völlig durchdachten Begründung. An diesem Vorgang und an dem immer agressiver werdenden Kommunikationsstil auch innerhalb der katholischen Kirche spürt man deutlich die Verwirrung, die Einzug gehalten hat, sicher ein Werk des Widersachers. Da muss der Glaubensmut auch bei jedem Einzelnen noch stärker werden als bisher, um den Kräften der Resignation zu widerstehen!

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