Donnerstag, 26. April 2018

Reise nach Rom wegen Kommunion-Debatte: Die wundersame Bischofs-Vermehrung...

"Es werden immer mehr" - so beginnt der Artikel im Köl-
ner "domradio": Gemeint ist die wundersame Bischofs-
vermehrung
, die gerade vor sich geht: Nachdem die Anfrage der sieben deutschen Bischöfe im Vatikan angekommen war, ist für die Deutsche Bischofs-
konferenz nichts mehr, wie es vorher war:
Dass sich insbesondere die bayerischen Bischöfe komplett und so eindeutig gegen Kar-
dinal Marx
gestellt haben, wird auch im Vatikan aufmerksam registriert. Nach dem Erhalt des Schreibens kam als Reaktion der Glaubenskongre-
gation die Aufforderung zum Gespräch nach Rom, gerichtet an Kar-
dinal Marx und Kardinal Woelki, zu dem kurz darauf noch Bischof Genn hinzu kam.
Doch es fällt auf, so vermutete gestern einer meiner Leser in einem Telefonat mit mir, ohne das beweisen zu können, dass Kardinal Marx offenbar zum Gegenschlag ausholen will, indem er sich massiv Verstärkung hole und dafür gesorgt habe, dass auch noch die Reformer-Bischöfe Feige und Wiesemann nach Rom reisen dürfen, jedoch kein weiterer Kritiker aus den Reihen der bei der DBK-Abstimmung 13 widerspensti-
gen Bischöfe
. Marx versuche, so die Vermutung, Woelki damit beim anstehenden Gespräch zu isolieren.

Ich selbst würde nicht so weit gehen, aber es ist schon auffallend, dass da bei dieser bischöflichen Reisegesellschaft in der Besetzung ein starkes Missverhältnis herrscht.
Ob das Kardinal Marx aber wirklich nutzen wird, ist die andere Frage. Schon gestern wies Guido Horst in der "TAGESPOST" auf Hinter-
gründiges (---> HIER !) aus dem Vatikan hin, und ein Artikel, der in di-
versen katholischen Medien aufgrund einer Vorlage von KNA aktuell
zu finden ist, beschreibt die Sonderregelungen zum Kommunionempfang, wie sie bereits in 21 Ländern gelten.
Fazit: Keine der anderen Bischofskonferenzen ist dabei so weit gegangen, wie es die DBK mit ihren "Pastoralen Hinweisen" vorhat; wörtliches Zitat von KNA: "Alle tendieren zu einer strengen Auslegung" ---> HIER !

Wer kommt noch hinzu? - Die Reisegruppe... ---> HIER !
Es könnte also vielleicht durchaus sein, dass die Lage für Kardinal Marx ernster ist, als in der Öffentlickeit bekannt ist, zumindest sind ein paar Leute im Vatikan ziemlich ungehalten über ihn...

Kommentare:

  1. Es gehört nun wirklich nicht viel Phantasie dazu,
    um sich vorzustellen, dass Kardinal Marx die schwerste Nieder-
    lage seines Bischofslebens nicht stillschweigend hinnimmt.
    Er ist clever und gewieft genug, um den eher schwerfällig-
    unbeholfenen Kardinal Woelki in die Ecke zu drängen.
    Die eigentlich spannende Frage ist in der Tat, wie die
    Kurienmitarbeiter in Rom in dieser Sache denken.
    Da ist alles offen, wobei man auch nicht übersehen darf,
    dass Marx einer der engsten Berater von Papst Franziskus
    ist und dieser ihn wohl kaum im Regen stehen lässt!

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    1. Das sehe ich relativ aehnlich wie Dr. Boer.

      Schon aus dem Artikel von G. Horst und R. Einig, den der Knappe gestern verlinkt und etwas sehr euphorisch kommentiert hatte, konnte man ja ablesen, dass es im Wesentlichen roemische Kurienschranzen und Glaubenswaechter sind, die gegen die punktuelle Interkommunion Vorbehalte haben koennen. Der Papst selber, der in der Kath.net-Berichterstattung faelschlich als Gegner solcher Oeffnungen gezeichnet wurde, duerfte jedoch m.E. viel eher auf Seiten des nichtbayerischen Mehrheitsepiskopates zu finden sein. Wenn er nicht aus kirchenpolitischer Ruecksichtnahme den Konservativen einen Achtungserfolg goennen muss und sich darum zurueckhaelt, wird man das in den kommenden Wochen vermutlich auch noch deutlicher wahrnehmen.

      Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, vielleicht auch weil der Papst zu schwach oder angeschlagen ist, um den Heinzen aus der Glaubenskongregation Einhalt zu gebieten, gilt natuerlich immer noch sein Wort aus 2013 an die costaricensischen Ordensleute: Wenn die GK euch etwas schreibt, lest euch das durch und macht anschliessend euer eigenes Ding weiter.
      Ermutigung fuer oekumenisches Vorpreschen ohne falsche Ruecksicht auf Bremser kann man auch aus seiner Aufforderung an die Pastoere aus 2014 (oder 15?) ablesen, in der Oekumene "nicht auf die Theologen zu warten" und mutige Schritte zu wagen. Obwohl die meisten Theologen in dieser Frage ja eigtl. sowieso schon auf der Marx-Feige-Linie sind. Gemeint sind dann wohl eher die Theologiefunktionaere aus der Kurie und dem Opus Dei.

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  2. Diözesaner Bürohengst26. April 2018 um 07:36

    Die Schlacht geht in die nächste Runde.
    Entgegen den Darstellungen in manchen deutschen Medien
    sieht es, wenn man die Stellungnahmen anderer Bischofs-
    konferenzen liest, für den Überraschungs-Coup der
    Marx-Riege ziemlich schlecht aus.
    Dass 13 der 62 Bischöfe bei der Abstimmung gegen Marx
    votierten, spricht ja auch Bände über die Stimmungslage
    bei unseren sogenannten Oberhirten.
    Die gestrige Stellungnahme von Bischof Feige ist für mich
    ein Schock in der Sprachwahl und zeigt mir, wie blank
    die Nerven inzwischen liegen.

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  3. Sehr erhellend, wie das "domradio", aber textgleich z.B.
    auch "katholisch.de" klipp und klar darauf hinweisen,
    dass die DBK mit diesem Text weit über die Texte anderer
    Bischofskonferenzen hinausschießt.
    Es würde mich nicht wundern, wenn diese sogenannte Arbeits-
    hilfe ÜBERHAUPT NICHT veröffentlicht wird!

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  4. Ich hoffe sehr, daß seine Eminenz, Kardinal Marx, bei seiner Romreise sein Bischofskreuz diesmal nicht in München vergißt.

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  5. Bei aller Liebe aber ein "Missverhältnis" besteht nicht: die Reisegruppe spiegelt die Verhältnisse in der DBK wieder-auf einen Gegner kommen (ohne Marx als "neutraler" Mann") 3 Befürworter.
    Was natürlich zu bedauern ist, ist das Woelki, genau wie Marx kein "großer" Theologe ist-Oster und Voderholzer hatten aber einen Dogmatik Lehrstuhl inne-deshalb hat man sie auch nicht ausgewählt, weil sie eben Ahnung haben und die anderen 3 keine Chance hätten, da auch sie keine Theologen sind.
    Erschreckend ist v.a wie plump und populistisch und niveaulos, ja beleididgend die Befürworter "argumentieren"-man Vergleiche das mit den Äußerungen von Oster oder Voderholzer, die sehr nüchtern und theologisch sauber argumentieren. Das sollte man in der Unterscheidung der Geister berücksichtigen. Doch man darf auch nicht naiv sein: z.B auch Kardinal Koch ist für die Kommunion in gemischten Ehen. (siehe Interview mit Rimmel auf K-TV).
    Wieder einmal entscheidet sich (leider!) am "Deutschen" das Schicksal und die Zukunft der Kirche, obwohl hier kirchlich (weltweit gesehen) nur tote Hose ist: entweder setzt der Papst sein Programm der "De-zentralisierung" durch und schafft somit Spaltung innerhalb von Bischofskonferenzen und innerhalb der Kirche= anglikanische Verhältnisse oder er schützt die Minderheit, die die überlieferte Wahrheit vertritt gegen eine modernistische Mehrheit.

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    1. Das ist schlicht nicht wahr. Oster und Voderholzer argumentieren in diesem Punkt überhaupt nicht "theologisch sauber", sondern mit völlig überholten Phrasen und mit einem aus katholischer Sicht unhaltbaren konfessionalistischen Grundverständnis. Es gibt ekklesiologisch (zumal nach Dominus Iesus überhaupt keinen Grund, die Eucharistie vor ev. Gläubigen, die mit dem kath. Messritual keine Probleme mehr haben, zu "schützen" oder Ähnliches.

      Feiges Beitrag bringt dagegen solide und aktuelle Argumente zu dem Thema, vor allem wenn er auf "die katholischen Prinzipien des Ökumenismus" verweist, die die Gegner offb. vergessen haben. Mit "Modernismus" hat das nichts zu tun, die Einsicht, dass es trotz Kirchenspaltung nur eine Kirche gibt, ist uralt und aus katholischer Sicht für die Ökumene grundlegend.

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